Skiabteilung in der Spur

Lokales
Pressath
07.11.2014
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Für Bernhard Scharf und seine Abteilung der DJK Pressath beginnt dieser Tage die heiße Phase - den Ski-Enthusiasten wäre eine kalte Phase lieber.

(wüw) Seine Feierabende verbrachte Bernhard Scharf zuletzt surfend im Internet - auf Wetterseiten. Scharf steckt den größten Teil seiner Freizeit in sein Ehrenamt bei der DJK. Der Erfolg steht und fällt letztlich aber mit dem Wetter, Scharf leitet die Skiabteilung des Sportvereins und das schlimmste, das er sich vorstellen kann, ist ein Katastrophen-Winter wie der vergangene. "Viele sehen nicht, dass wir praktisch das ganze Jahr für die Wintersaison arbeiten", sagt Scharf.

Neue Rampe

Im Sommer haben die Mitglieder viel Zeit am Wollauer Skihang verbracht. Die Auffahrt am Lift ist nun neu, der TÜV habe zudem Nachbesserungen am Liftausstieg verlangt. Hinzu kommen Wartungsarbeiten am Loipenspurgerät. "Bei einem Winter wie dem vergangenen ist die ganze Arbeit umsonst." Schlimmer noch: Die Skiabteilung bleibt auf den Kosten sitzen. Nach der vergangenen Saison habe das Minus im vierstelligen Bereich gelegen. "Dabei arbeiten alle Helfer und Skilehrer ehrenamtlich ohne Aufwandsentschädigung."

An diesem Enthusiasmus in der Abteilung liegt es wohl auch, dass die Vorarbeiten für den neuen Skiwinter trotz der Vorjahrs-Enttäuschung reibungslos laufen. Am nächsten Samstag stellen die Helfer den Lift am Hang auf. Dann fehlt nur mehr Schnee. Teilnehmer für die Skikurse hat der Verein bereits eine Menge. Obwohl die Anmeldung erst eine Woche läuft, ist beinahe schon die Hälfte der 130 Kursplätze besetzt. 20 ausgebildete Skilehrer stehen bereit, so dass es keinen Kurs mit mehr als acht Teilnehmern geben wird. Die Skireisen nach Österreich und Frankreich sind bis auf Restplätze ausgebucht. Erfahrungsgemäß laufe die Anmeldung nach einem schwachen Winter eher schleppend, sagt Scharf. "Aber heuer geht es wie der Teufel."

Keine Anmeldung ist für Skilangläufer im Hessenreuther Wald nötig. Kosten entstehen ihnen ebenfalls keine, dabei zählen die Loipen durchs Naturschutzgebiet zu den schönsten der Region. Das höre er immer wieder von den Wintersportlern, die teils weite Anfahrtswege auf sich nehmen. "An sonnigen Wintertagen ist der Parkplatz am Abspann voll."

Einfach nur kalt

Seine Abteilung bekomme fürs Spuren lediglich einen kleinen Spritzuschuss von der Stadt. Dabei sei gerade diese Arbeit zeitaufwendig, wegen der Schneebruchgefahr heikel und auch ziemlich unbequem. "Wenn man mit dem Skidoo durch den verschneiten Wald fährt, ist das am Anfang vielleicht romantisch, nach drei Stunden ist es einfach nur kalt." Der Verein habe für den Spurdienst deshalb spezielle Wärmekleidung angeschafft. Bei der mache es auch nichts, wenn sie nach Zweitakt-Abgasen stinkt. Ob sich die Investition lohnt, hängt vom Wetter der nächsten Monate ab. Meteorologie-Autodidakt Scharf ist vorsichtig pessimistisch: "Die meisten Prognosen sagen einen milden Winter voraus, aber nicht so schlimm wie der letzte."
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