Sparsame Sanierung

Lokales
Pressath
19.02.2015
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Zweckmäßigkeit, Barrierefreiheit, Wahrung des Datenschutzes, Freundlichkeit und geringstmögliche Eingriffe in die Bausubstanz: Diesen Erfordernissen soll die Modernisierung des knapp 80 Jahre alten Rathauses genügen. Und das alles möglichst günstig.

Den vom städtischen Bauamt erarbeiteten Plan stellte Bauamtsmitarbeiter Johann Zitzmann dem Stadtratsplenum vor. Besonders erfreulich: Mit "deutlich unter 100 000 Euro" Kosten für die Innensanierung muss die Stadt nicht allzu tief in den Säckel greifen.

Zugänge bleiben erhalten

Das Konzept beruht auf den Vorschlägen des im Vorjahr gebildeten Rathaus-Arbeitskreises aus Stadträten, Verwaltungsfachleuten und dem Architekten Klaus Stiefler sowie auf Gesprächen mit dem Rathauspersonal. Auffälligste Neuerung wird der neue behindertengerechte Eingang sein: Ein Steg wird mobilitätseingeschränkten Bürgern den Besuch der Stadtbehörden erleichtern. Die "alten" Zugänge mit ihren repräsentativen Treppenhäusern bleiben daneben erhalten. Die barrierefreie Tür wird (vom "Dostlerplatz" aus betrachtet) links neben dem existierenden Hintereingang eingebaut.

Das jetzige Großraumbüro für Melde-, Standes- und Ordnungsamt ist künftig der Einwohnermeldebehörde vorbehalten, ein großzügiger Wartebereich gewährleistet Diskretion. Das Standesamt zieht in das derzeitige "Quartier" der Rentenstelle ein, die ebenso wie das Gewerbeamt ein neues Domizil im alten Sitzungssaal erhält. Dessen gediegene Holzvertäfelungen und Parkettbodenbeläge wollen die Stadtverantwortlichen bewahren. An die Stelle der engen Personal- und Publikumstoiletten im Erdgeschoss tritt ein geräumiges behindertengerechtes Besucher-WC mit Wickeltisch, das "stille Örtchen" für die Mitarbeiter soll im Keller seinen Platz finden.

Neue Zwischenwände sollen als Trockenbauwände ausgeführt werden. Eine Glasschiebetür dient künftig als Windschutz zwischen dem Treppenhaus zur Hauptstraße und Atrium. "EU-Zuschüsse für den barrierefreien neuen Zugang und die behindertengerechte Toilette werden die Stadt finanziell noch weiter entlasten", informierte Bürgermeister Werner Walberer. Wann genau der Startschuss für den Umbau fällt, konnte Johann Zitzmann noch nicht sagen: "Aber es soll so bald wie möglich losgehen." Während der voraussichtlich fünfmonatigen Arbeiten zieht die Verwaltung ins Dostlerhaus-Obergeschoss um.

Körperlich gehandicapte Besucher könnten auf die Hilfe des Personals zählen, versprach Walberer. Als Ersatz für die von der Verwaltung belegten Arbeitsräume im Dostlerhaus, so das Stadtoberhaupt weiter, könnten der Stadtrat und seine Ausschüsse im Kolpinghaus tagen. Das sei wegen seiner Zentrumsnähe und der Parkplätze ein ideales Ausweichquartier. Christian Mörtl (SPD) hoffte, dass nach Abschluss des Umbaus auch der oft diskutierte "lange Dienstleistungsabend" der Stadtverwaltung realisiert werden könne.

Eltern erziehen

Gut eingespielt hat sich laut Walberer die Überwachung des fließenden Verkehrs durch die "Verkehrsüberwachung Oberpfalz Mitte". Einige Autofahrer mit zu schwerem "Bleifuß" hätten dies bereits zu spüren bekommen: "Die ersten Fotos wurden schon geschossen." Andreas Reindl (CSU) bat, den Verkehr in der Wollauer Straße nahe der Schule verstärkt zu überwachen. Nicht wenige Autofahrer seien dort zu schnell unterwegs. Und manche Eltern zeigten sich beim Halten, Parken oder Wenden wenig regel- und verantwortungsbewusst, wenn sie ihre Kinder zur Schule brächten oder abholten.
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