Stadtrat streicht Sorgenkind

Lokales
Pressath
29.09.2015
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Dem "Skapulier vom Berge Karmel" sagen gläubige Katholiken eine große Wunderkraft nach. Doch auf ein Wunder für den seit langem schwächelnden Sommermarkt, der nach dem Skapulierfest am 16. Juli benannt ist, warteten Stadt und Gewerbering auch heuer vergebens.

Einstimmig beschloss der Stadtrat deshalb auf Vorschlag von Charlotte Hautmann, der Vorsitzenden des Gewerberings, den Markttermin am dritten Juli-Sonntag zu streichen.

Vier Jahreszeiten hat das Jahr, vier Traditionstermine der Marktkalender: So war es Brauch in Pressath. Doch seit Jahren lässt das Interesse am Skapuliermarkt beständig nach, und auch die Umwidmung zum "Schnäppchenmarkt" konnte das Sorgenkind nicht aufpäppeln. Trotz aller Bemühungen, Fieranten zu gewinnen, habe man heuer ganze drei Marktstände gezählt. Und auch die wenigsten Geschäfte hätten sich bereitgefunden, am 19. Juli zu öffnen, beklagte Charlotte Hautmann (CSU) in der ersten Stadtratssitzung nach der Sommerpause: "Das ist für Pressath kein Aushängeschild."

Nicht zu vergessen seien die Kosten, die der Stadt für die Organisation des Markts entstünden und die durch die Standgebühren nicht mehr gedeckt würden. Diesen Aspekt hatte auch das Gewerbeamt der Verwaltungsgemeinschaft in einer Sitzungsvorlage angesprochen.

Martin Schmidt (CSU) pflichtete bei: "Wir haben lang und vergeblich versucht, diesem Markt aufzuhelfen; und es ist wohl nun das Beste, einen Schnitt zu machen." Eine Lanze für den Skapuliermarkt brach Christian Mörtl (SPD), der an die Pläne der Stadt für die Schaffung eines Marktplatzes erinnerte: "Auf einem solchen Marktplatz sollten Märkte gehalten werden. Deshalb sollten wir keine Markttermine aufgeben." Ein Besucher verwies auf die zeitliche Nähe zum Jahrestag der Kirchenweihe am 15. Juli 1778, weshalb dieser Markt strenggenommen der eigentliche "Kirchweihmarkt" sei.

Letztlich schloss sich aber fast das ganze Gremium mit Ausnahme Mörtls der Auffassung von Bürgermeister Werner Walberer an, dass es nichts bringe, etwas "am Leben zu halten", das sich offenkundig "überlebt" habe.
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