Stille und Musik im Wechsel

Lokales
Pressath
10.11.2015
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Beten mit den Füßen, Segen in der Turmstube: Bei der Nacht der offenen Kirche in Pressath war vieles anders und doch alles nach dem Geschmack der Besucher in der Pfarrkirche Sankt Georg.

Erstmals hatte die Pfarrei Sankt Georg am Samstag zur "Nacht der offenen Kirche" geladen. Bis 23 Uhr bot sich in der Stadtpfarrkirche die Gelegenheit, Kirchenräume neu zu entdecken. Die Lichtinstallation mit unzähligen Kerzen sorgte für besonderes Ambiente. Dabei mussten die Besucher wählerisch sein, das Angebot war zu groß, um alles zu erleben.

Zum Glockenschlag um 19 Uhr lud Maria Weismeier zu meditativem Tanz bei stimmungsvoller Musik im Kerzenschein. Rund 30 Damen und einige Herren folgten der Aufforderung, "mit Füßen und Händen zu beten". Es ging darum, auch den eigenen Körper zu spüren. "Auf die Musik hören, sich konzentrieren, tiefer ins eigene Ich gelangen." Mit Gebeten, ergänzt mit Gesang von Stadtpfarrer Edmund Prechtl und Günther Hösl, begleitet von Siegfried Rupprecht an der Orgel, ehrten die Gläubigen die Gottesmutter in der ab 20 Uhr beginnenden Marienstunde. Die Pfarrjugend trug meditative Impulse vor. Um 21 Uhr begann die "Stunde der Stille". Nur ganz leise war Musik zu hören: Zeit zum Nachdenken bei flackernden Kerzen.

Eine Möglichkeit, nach innen zu hören, bot ab 22 Uhr Siegfried Zaus. Der Kemnather spielte auf seiner Geige Werke aus verschiedenen Epochen. Ein Ohrenschmaus, der perfekt zur Veranstaltung passte. Pfarrer Prechtl regte am Ende an, ausnahmsweise nicht zu klatschen. Die Ruhe ersetzte den Applaus.

Den Segen gab es in der Türmerstube, denn zum Schluss ging es hoch hinauf auf den Kirchturm, um Höhenluft zu schnuppern. Rund 50 Personen ließen es sich nicht nehmen, Pressath nachts von oben zu sehen. Stadtpfarrer Prechtl freute sich über den unerwartet guten Zuspruch zur ersten Veranstaltung und dankte den Pfarrangehörigen für ihr Kommen sowie dem Pfarrgemeinderat für die Vorbereitungen.
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