Streicheln statt draufhaun

Lokales
Pressath
20.02.2015
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Dass der politische Aschermittwoch nicht immer mit dem Draufschlagen einhergehen muss, zeigte die CSU im Gasthaus Weyh. In den vergangenen Jahren ging es dort auch mal deftig zu, diesmal gab es Lob für den politischen Gegner.

Stellvertretender Landrat Albert Nickl wie Vizebürgermeister Max Schwärzer sparten sich beim politischen Aschermittwoch im Gasthaus Weyh die Angriffe auf den politischen Gegner. Statt dessen wies Schwärzer auf das gute Verhältnis im Pressather Stadtrat hin. Vor allem der Führungsstil von Bürgermeister Werner Walberer zeichne sich durch Sachlichkeit aus. Die neuen Mitglieder seien sehr gut aufgenommen worden.

Nach wie vor gebe es Meinungsverschiedenheiten, aber die "werden allzeit zielführend diskutiert". Als Beispiel nannte Schwärzer die Diskussion um fehlende Bauplätze. "Nur wenn wir den Bauwilligen entgegenkommen können, wird die Einwohnerzahl steigen." Im Übrigen sei die Stadt auf einem guten Weg. Sondertilgungen im vergangenen Jahr seien ein gutes Zeichen. Schwärzer verteidigte die kommunale Verkehrsüberwachung, weil die "Parkmoral" sehr gelitten habe. Die Arbeit der Firma habe sich positiv auf das Parkverhalten ausgewirkt.

Zukunftsweisend sei das Konzept für die Breitbandversorgung. Bei der Altstadtsanierung stehe nun ein Entlastungsparkplatz "Hinter der Mauer" an. Der barrierefreie Umbau des Rathauses soll schnell folgen. Schwärzer lobte die VG-Verwaltung für deren Eifer, Fleiß und Zuverlässigkeit. Weite ging er auf den Grüngutentsorgungsplatz am Kahrmühlweg, das "Scheunenviertel" im Bändel, die Erweiterung des Gewerbegebietes Pressath-West, den Freizeitsee, die "Wasserpflanzenplage" im städtischen Kiesweiher an: "Das Wasser entspricht bester Qualität."

Stellvertretender Landrat Albert Nickl spannte einen Bogen von der "großen Politik" über die Kreispolitik bis zu den Entscheidungen in den Kommunen. "Bayern ist ein christlich geprägtes Land, das mit guten Zukunftschancen aufwarten kann und das beste wirtschaftliche Voraussetzungen bietet", unterstrich Nickl. Die Flüchtlingswelle sei eine Herausforderung. Menschen in Not müsse geholfen werden, allerdings dürfe kein "Sozialtourismus" zugelassen werden. Kurz ging Nickl auch auf die Finanzpolitik des Freistaats ein. Seit Jahren habe Bayern einen ausgeglichenen Haushalt, werde dafür aber bestraft. Damit leitete Nickl zur Kritik am Länderfinanzausgleich über.

Im Kreis lobte Nickl den reibungslosen Übergang von Landrat Simon Wittmann auf Andreas Meier. Auch im Kreistag sei das Klima insgesamt gut. Die wichtigsten Punkte im Kreis seien die Themen Bildung, Straßenbau, Energiewende und Schuldenabbau. Zur Schwimmhalle in Eschenbach sprach Nickl von einem "zu ehrgeizigen Zeitplan". Der habe Hoffnungen geweckt, die nicht umsetzbar waren. Weitere große Projekte seien die Sanierung und Erweiterung der Realschule in Neustadt/WN und die Sanierung des Gymnasiums in Neustadt, die 2016 beginnen soll. Kurz ging er auch auf den Straßenbau ein, für den heuer 7,5 Millionen Euro eingeplant sind.

"Wir wollen für unsere Bürger da sein und unsere Heimat voranbringen", gab Nickl für seine CSU als Losung aus. Zu Beginn der Kundgebung hatte CSU Ortsvorsitzender Andreas Reindl zahlreiche Gäste, darunter Stadtpfarrer i.R. Ludwig Bock, den ehemaligen stellvertretenden Landrat Willi Neuser, die zweite Bürgermeisterin von Grafenwöhr, Anita Stauber, und Vertreter der Jungen Union und der Frauen Union sowie fast alle CSU Stadträte mit Fraktionssprecher Norbert Höfer begrüßt. Die Versammlung endete traditionsgemäß mit einem Fischessen, zu dem der Ortsverband einlud.
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