Sudentendeutsche Landsmannschaft trifft sich in Pressath
Heimweh hält schon 70 Jahre

Lokales
Pressath
21.05.2015
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Die Mitgliederversammlung der Sudetendeutschen Landsmannschaft (SL) nahm Kreisobmann Walther Hermann 70 Jahre nach Kriegsende zum Anlass, nochmals an die Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg zu erinnern. Die Sudetendeutschen hätten damals am eigenen Leib zu spüren bekommen, was vor 2400 Jahren der griechische Dichter Euripides geschrieben hat: "Es gibt kein größeres Leid auf Erden als den Verlust des Heimatlands."

Hermann erklärte, dass die Geschehnisse von damals unvergessen sind, die Flüchtlingswelle in der Welt rufe das Schicksal der damals Vertriebenen neu ins Bewusstsein. Oft zeige die Enkelgeneration großes Interesse am Schicksal der Großeltern. Dabei gehe es heute weniger um materielle Forderungen oder gar Rückkehr. "Unsere Großeltern und Eltern haben die Ärmel hochgekrempelt und das arme, weitgehend kriegszerstörte Bayern nicht nur wieder mit aufgebaut. Sie haben beigetragen, aus dem Agrarstaat das wirtschaftlich führende Land in Deutschland zu schaffen." Die Integrationsleistung sei beispielhaft auch für die heute Zeit.

Deshalb sei auch ein Zeichen in Berlin nötig und richtig. Hermann erinnerte an eine zehn Jahre zurückliegende Aussage eines tschechischen Journalisten bei einer Tagung in Marienbad: "Ein Zentrum gegen Vertreibungen ist ein Zeichen der Normalität Deutschlands. Tschechische Intellektuelle nehmen daran keinen Anstoß. Deutschland hat das Recht, seiner Geschichte und seiner Opfer zu gedenken, ohne dass von außen hier dreingeredet werden soll."

Die Landsleute aus Pressath und Eschenbach waren sich mit Hermann einig, dass es ein Sieg der Humanität und der europäischen Werteordnung wäre, wenn am Ende des Dialogs die Beseitigung des "Straffreistellungsgesetzes" und die Aufhebung jener Benes-Dekrete stünden, die die Sudetendeutschen betreffen. Durch diese sei das Böhmen der Deutschen und Tschechen untergegangen. "Wir heimatvertriebenen Sudetendeutschen spüren den Schmerz. Der Verlust dieser Kultur aber macht ganz Europa ärmer."
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