Trauer auch in Kaltenbrunn

Die Geistlichen Pfarrer Werner Kaspindalin (ab Dritter von links), Stadtpfarrer Edmund Prechtl und Diakon Georg Hösl mit den Ministranten vor dem Sarg von Pfarrer Ludwig Bock. Bild: is
Lokales
Pressath
09.04.2015
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Alle wussten von seinem Herzleiden, er war nicht mehr der Jüngste. Und doch: Auch drei Tage nach Pfarrer Ludwig Bocks Tod herrscht in Pressath Bestürzung. Auch die Gläubigen an seiner früheren Wirkungsstätte trauern.

(is/bk) Der überraschende Tod von Stadtpfarrer a.D., Bischöflich Geistiger Rat (BGR), Ludwig Bock ist in Pressath noch immer das bestimmende Thema - und nicht nur dort. Auch in seiner früheren Wirkungsstätte Kaltenbrunn ist die Trauer groß, obwohl er die Pfarrgemeinde dort bereits 1976 verließ.

In beiden Orten stehen die Leute zusammen, um ihre Erinnerungen auszutauschen. Alle wussten dass er, wenige Wochen vor seinem 85. Geburtstag gesundheitliche Probleme hatte, mit einem so plötzlichen Tod hat niemand gerechnet. Am Ostersamstag besuchte er die Auferstehungsfeier in der Stadtpfarrkirche, am Sonntag spazierte er durch die Stadt. Die Pfarrei arbeitete im Stillen schon an den Vorbereitungen des 60. Priesterjubiläums im Juni. Nun heißt es stattdessen Abschied nehmen.

Die erste Gelegenheit nutzten am Dienstag zahlreiche Gläubige bei der Aussegnung in der Stadtpfarrkirche St. Georg. Dort war der Sarg vor dem Hochaltar aufgebahrt. Viele Gläubige kamen, um davor eine Kerze zu entzünden und sich ins Kondolenzbuch einzutragen. Stadtpfarrer Edmund Prechtl eröffnete mit dem Lied "Der Heiland erstand" die Feier. Mit Pfarrer Werner Kaspindalin aus Burkhardsreuth und Diakon Georg Hösl aus Schwarzenbach betete er am Sarg. Den Abschluss bildeten der "glorreiche Rosenkranz" und das Marienlied "Freu Dich Du Himmelskönigin".

In Kaltenbrunn erinnern sich die Menschen unterdessen an den "Leutepfarrer" Ludwig Bock. Die Pfarrei St. Martin hielt bis zuletzt enge Verbindung. Der Kirchenerbauer und spätere Stadtpfarrer von Sulzbach-Rosenberg, Johann Fenk, hatte seinem jungen Kaplan geraten, die verwaiste Pfarrstelle Kaltenbrunn zu übernehmen. Bock kam am Gründonnerstag 1962. In vierzehneinhalb Jahren ging er viele neue Wege.

Von Anfang an hatte er den Priester vom hohen Sockel des "Herrn Hochwürden" herabgeholt und ihn in die Gemeinde gestellt, erinnern sich die älteren Kaltenbrunner. Der Schirmitzer hat viel gegeben und für andere getan. Bock gab der Jugend und den Familien im Gottesdienst Raum. Der Initiator der Christlichen Arbeiterjugend und Mitbegründer des Caritas-Altenclubs wusste zu begeistern, stellte auch in der Ökumene Weichen und fand durch sein geselliges, humorvolles Wesen bei den Vereinen offene Türen vor.

Mit Tatkraft, Einsatz und Wissen packte der Pfarrer wie in Pressath auch in Kaltenbrunn viele Baustellen an. Er war Baumeister, Maurer, Zimmermann, Maler, Installateur, Elektriker, Orgelbauer sowie Gärtner und sparte der Pfarrei eine Menge Geld. Durch sein Engagement schuf der Bezirks- und Kreispräses der KAB und Religionslehrer an Volks- und Realschule in den "Höchäckern" die Voraussetzung für günstiges Wohneigentum.
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