"Und dann passiert so was"

Lokales
Pressath
27.05.2015
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Der Schock sitzt tief, auch beim Bürgermeister. "Das macht mich schon sehr betroffen", sagt Werner Walberer zum Messerangriff vom frühen Samstagmorgen. Allerdings wehrt er sich gegen pauschale Urteile.

(wüw) Vergangenen Mittwoch hatte Werner Walberer Besuch im Rathaus. Vertreter der Eschenbacher Polizeiinspektion hatten sich beim Bürgermeister angekündigt, um wie jedes Jahr die Kriminalitätsstatistik für die Stadt vorzustellen. "Die Zahlen sind im Vergleich ausgezeichnet, die Zahl der Straftaten rückläufig. Und dann passiert zwei Tage später so was", sagt ein zerknirschter Bürgermeister. Am Samstagvormittag sei er auf dem Weg in die Stadt gewesen, um Benzin für seinen Rasenmäher zu besorgen. "Erst war ich verwundet, als ich den Auflauf in der Bachstraße bemerkte. Ich war dann regelrecht schockiert, als ich erfuhr, was da passiert war."

Auch wegen der guten Statistik warnt Walberer nun aber davor, aus dem Fall die falschen Schlüsse zu ziehen: "Das ist ein Einzelfall. So etwas gab es immer schon und wird es wohl leider auch immer geben." Deshalb wolle er nichts davon hören, dass es immer mehr Gewalt gebe, und auch Vorurteile gegen ethnische Gruppen seien völlig fehl am Platz. Nach wie vor sei der ländliche Raum im Vergleich zu Ballungsräume deutlich sicherer, auch das lässt sich mit Statistiken belegen. "Aber auch hier bei uns gibt es eben Kriminelle und Gewalttäter." Dabei dürfe man aber nicht vergessen, dass 99.9 Prozent der Menschen friedlich und vernünftig seien. "Das gilt für Deutsche genau wie für Amerikaner."

Walberers Gedanken sind dann auch weniger beim Täter und mehr beim Opfer. "Um die junge Frau tut es mir furchtbar leid." Sie war noch nicht lange Bürgerin der Stadt. Es ist furchtbar, dass ihr hier in ihrem neuen Wohnort gleich so etwas passieren muss. Er habe sich fest vorgenommen, die Opfer demnächst zu besuchen und ihr Hilfe anzubieten. Allerdings nicht sofort. "Ich möchte die Frau nicht überfordern oder bedrängen." Aber in einigen Wochen möchte er ihr mitteilen, dass sie Pressath und die Pressather nicht alleine lassen. (Seite 3)
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