Vereine für die "kleine Lösung"

Lokales
Pressath
08.10.2015
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Die Stadt Pressath wird beim Haus der Vereine wohl lediglich den Brandschutz sicherstellen, vor allem weil die Vereine schnell in ihre Räume zurück wollen. Einige Stadträte hätten lieber mehr Geld in die Hand genommen, um "etwas Gscheits" zu machen.

Das Brandschutzkonzept für das Haus der Vereine ist genehmigungsfähig. Vor der Sommerpause hatte es die Eschenbacher Architektin Erna Schilling dem Stadtrat vorgestellt (wir berichteten), nun gab das Landratsamt sein Okay. Diese gute Nachricht brachte Bürgermeister Werner Walberer dem Stadtrat mit. Diese "kleine Lösung" soll lediglich die schwerwiegendsten Sicherheitsmängel bereinigen, dennoch würde sie nach Einschätzung des Stadtoberhaupts etwa sechs bis neun Monate Zeit beanspruchen.

Soll die Stadt angesichts dieses schon für eine solche Elementarmaßnahme beachtlichen Zeitaufwands und der auf eine Viertelmillion Euro geschätzten Kosten nicht lieber gleich "Nägel mit Köpfen" machen - sprich: an eine Generalsanierung des alten Schulhauses gehen? Für diese "große Lösung", die mit der seit langem gewünschten Spielplatzneugestaltung verknüpft werden könnte, machte sich Charlotte Hautmann (CSU) stark.

Die Gewerberingvorsitzende verwies darauf, dass der Bau nicht für gehbehinderte Menschen geeignet sei. Dazu kommen veraltete Wasserleitungen, Heizungs- und Sanitäranlagen: "Dafür müsste die Stadt mehr Geld in die Hand nehmen. Aber die Vereine wären gewiss dankbar, wenn aus dieser Investition, für die natürlich die bestmögliche Förderung erschlossen werden müsste, etwas Solides und Modernes entstünde."

Auch die Öffentlichkeit wüsste es zu würdigen, wenn man sich nicht auf "a halberts Zeich" beschränkte, sondern "etwas Gscheits" schüfe, appellierte Hautmann. Immerhin werde das Vereinshaus ja auch bei Großveranstaltungen wie Bürgerfest oder Christkindlsmarkt genutzt. Bürgermeister Werner Walberer räumte ein, dass eine Generalsanierung voraussichtlich aus Städtebaumitteln bezuschusst werden könnte. Doch selbst dann müsste die Stadt ein Mehrfaches der für die Brandschutzsanierung erforderlichen Mittel aufbringen, und obendrein wäre mit einer Umbauzeit von zwei bis drei Jahren zu rechnen, während derer die Vereinsräume unzugänglich wären.

Auch wenn eine Generalsanierung wünschenswert wäre, müsse die Stadt mithin nach der Devise handeln: "Das Notwendige zuerst, das Nützliche später." Christian Mörtl (SPD) ergänzte, dass auch die Vereinsvorstände einer "schnellen, preiswerten und endgültigen Lösung" den Vorzug gäben. Charlotte Hautmann bedauerte dies: "Letztlich bedeutet das, dass sich an vielen Mängeln nichts ändern wird." Doch müsse die Stadt die Auffassung der Vereine respektieren. Eine endgültige Entscheidung stellte der Stadtrat allerdings bis zu seiner Sitzung am 15. Oktober zurück.
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