Vorfahrt für den Feuerschutz

Verschlossen bleibt das Bürgermeister-Ficker-Vereinshaus für sechs Vereine. Die Stadt will alles tun, um den Gruppen bald zumindest eine provisorische Nutzung ihrer Räume zu ermöglichen. Doch um eine kostspielige Modernisierung des alten Schulhauses kommt die Stadt nicht herum und muss dafür auch andere Vorhaben auf den Prüfstand stellen. Bild: bjp
Lokales
Pressath
13.06.2015
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Vor allem das Bürgermeister-Ficker-Vereinshaus brannte dem Pressather Stadtrat am Donnerstag auf den Nägeln. Um den Vereinen baldmöglichst wieder Zugang zu ihren Räumen zu ermöglichen, sprach sich die Mehrheit dafür aus, einen anderen Posten zurückzustellen.

Bürgermeister Werner Walberer bat das Kollegium und die Vereinsvertreter im Zuschauerraum um Verständnis für die Schließung des Dachgeschosses und der ersten Etage: "Die Stellungnahmen des Kreisbauamts und von Kreisbrandrat Richard Meier haben mir keine andere Wahl gelassen."

Die nun anstehenden Aufwendungen für Brandschutzkonzept und Umbauten bewogen den Stadtrat, die Sanierung eines gut 600 Meter langen Abschnitts der Sandgasse bei Dießfurt zurückzustellen. Die SPD-Fraktionssprecher Franz Floth und Bernhard Stangl gaben zu bedenken, dass die Kosten einer zehn Zentimeter dicken Tragdeckschicht für das wenig befahrene Sträßchen etwa 80 000 Euro betrügen, eine Generalsanierung mit 190 000 Euro zu Buche schlüge.

CSU überzeugt nicht

"Dieses Geld würde nicht nur für das Vereinshaus, sondern auch für einige ruinöse Bürgersteige oder die Dorfsanierung Dießfurt dringender benötigt", betonte Floth. Die SPD-Sprecher, ihr Fraktionskollege Hans Forster und dritter Bürgermeister Wolfgang Graser (Freier Wählerblock) empfahlen, mit Durchführungsbeschluss und Ausschreibung zumindest abzuwarten, bis über die Renovierungskosten für das Vereinshaus Klarheit herrsche. Demgegenüber plädierten zweiter Bürgermeister Max Schwärzer (CSU) und Unionsfraktionssprecher Norbert Höfer dafür, Straßenausbau und Vereinshaussanierung nicht gegeneinander auszuspielen, zumal es sich um zwei im Haushalt voneinander getrennte Posten handle.

"Soll das städtische Straßenausbaukonzept jedesmal in Frage gestellt werden, wenn eine unerwartete Ausgabe auf die Stadt zukommt?", fragte Schwärzer und erinnerte daran, dass sich die Stadt selbst zum Ziel gesetzt habe, in jedem Jahr tunlichst eine Straße herzurichten, "damit wir nicht irgendwann mit einem Sanierungspensum konfrontiert werden, das uns überfordert". Genau deshalb sei für heuer auch die Sandgasse auf der Agenda, ergänzte Norbert Höfer: "Sie war ja ein Ersatzprojekt für den auf nächstes Jahr verlegten Ausbau der Winterleitenstraße."

Absolutes Rauchverbot

Letztlich konnten die CSU-Vertreter jedoch nicht die Mehrheit überzeugen: Mit zehn gegen sieben Stimmen vertagten die Stadtverantwortlichen die Instandsetzung der Sandgasse, nicht ohne zu bekräftigen, dass dies allein der akuten Notwendigkeit geschuldet sei, "Prioritäten zu setzen". "Uns sind alle Stadtteile gleich wichtig, und das werden wir auch künftig durch unsere Entscheidungen zum Ausdruck bringen", stellte Bürgermeister Walberer klar.

Beim Lokaltermin am 20. Mai hatten sie "brandgefährliche" Sicherheitsmängel moniert: Der einzige Rettungsweg sei mangelhaft, zudem beanstandeten die Fachstellen die hölzernen Treppen und Vertäfelungen.

Auch habe die Stadt nie eine Nutzungsänderung der früheren Knabenschule beantragt ("Der neue Tag" berichtete). Nicht nur für Veranstaltungen, sondern auch für Büroarbeiten seien die Räume in den beiden oberen Stockwerken einstweilen nicht mehr zugänglich, informierte Walberer: "Nur ein kurzzeitiges Betreten, etwa um Unterlagen oder Gegenstände abzuholen, ist noch erlaubt." Ferner gelte im ganzen Gebäude absolutes Rauchverbot.
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