Vroni gibt die Quetschn ab

Dank und Geschenke zum Abschied: Vroni Spitaler (Zweite von rechts) freute sich über die guten Wünsche von (von links) Luise Wolfrum, Uschi Herdel, Liesl Graser und Marianne Wittmann. Bild: is
Lokales
Pressath
04.09.2015
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In Pressath endet eine musikalische Ära. Am Dienstag trafen sich zum letzten Mal die Wirtshaussänger im Café Schwärzer. Chorleiterin Vroni Spitaler schloss ein Comeback aber nicht aus.

Am 12. Februar 2008 trafen sich erstmals 32 Wirtshaussänger im Cafe Schwärzer. Nach über sieben Jahren war es nun das letzte Mal. Aus persönlichen Gründen könne sie das Treffen vorerst nicht mehr organisieren, erklärte Vroni Spitaler ihren Sängern. Alle waren traurig, aber Vorwürfe machte der Chorleiterin keiner. Alle wussten, wie viel Arbeit sie sich in den Jahren gemacht hatte.

Aus der ganzen Region

Jeden zweiten Dienstag im Monat war das Gastzimmer im Cafe voll, die Stimmung bestens. Zwischen 12. Februar 2008 und 18. August 2015 waren 4320 Sänger dabei. Spitaler erinnerte, dass nicht nur Pressather kamen, sondern auch Grafenwöhrer, Eschenbacher, Immenreuther, Erbendorfer, Waldecker und Wildenreuther. Bei den Zusammenkünften machte eine Sammelbüchse die Runde. 5040 Euro haben die Sänger so für gute Zwecke gegeben.

"Aufhören muss man, wenn die Leute schade sagen und nicht gottseidank", meinte Vroni Spitaler, die bei jedem Wirtshaussingen mit ihrem Akkordeon für den "guten Ton" gesorgt hatte. Der verstorbene Pressather Stadtpfarrer Ludwig Bock hatte ihr den Namen "Quetschn Vroni" verpasst, mit dem konnte sie gut leben. Dank für viele schöne Stunden sagten zum Abschuss Luise Wolfrum. Marianne Wittmann, Liesl Graser und Uschi Härtl im Namen der Wirtshaussänger. "Du warst der gute Geist und hast uns mit deiner guten Laune angesteckt", meinten sie und übergaben kleine Geschenke.

Selbstverständlich kam am Abschiedsabend auch die Musik nicht zu kurz. "Wir haben bei der ersten Zusammenkunft mit Singen angefangen, wir hören am letzten Abend mit Gesang auf", meinte Vroni Spitaler. Mit "1000 Freuden schenkt das Leben" begann das Programm, "Auf Wiedersehn ihr Freunde mein" setzte den Schlusspunkt.

Schlager und Gassenhauer

"So lang noch rote Rosen blühn" war Brigitte Gebhardt aus Grafenwöhr nachträglich zum 80. Geburtstag gewidmet. "Die sieben Jahre Wirtshaussingen haben bewiesen, dass Musik die Menschen verbindet", sagte Spitaler zum Schluss. Viele alte Volkslieder, Gassenhauer und Schlager der fünfziger und sechziger Jahre erlebten eine Renaissance. Der Name Vroni Spitaler ist mit dem Wirtshaussingen und dessen Erfolg sehr eng verbunden. Persönlich hat sie ihre Einstellung zur Musik und Gesang so ausgedrückt: "Musik und singen ist die gemeinsame Sprache aller Menschen".
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