Zoigl-Jazz mit Herzschrittmachern

Lokales
Pressath
24.09.2014
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Nostalgie und Nächstenliebe: Das Rote Kreuz feiert sich beim Ehrenabend selbst und sammelte Geld zugunsten der Kinderkrebshilfe. Zum ihrem 80. Geburtstag beschenkte die Hilfsorganisation auch einen früheren Bürgermeister.

Ein Hauch von "Ponyhof" wehte am Wochenende durch die Stadthalle: Mit Schlagern, Soul, Jazz und Dixieland weckten das Duo "Helmut & Friend's" und ihre vier Bläserfreunde von der Bandlegende "Alfred und die Herzschrittmacher" Erinnerungen an die Kult-Tanzbar in Zintlhammer. Rund 200 Besucher waren der Einladung der Rotkreuz-Bereitschaft zum Festabend "Musik meets Benefiz" gefolgt - zu Freude und Nutzen der Kinderkrebshilfe Oberpfalz-Nord.

"Wir wollen nicht nur bei akuten Notfällen helfen", begründete Bereitschaftsleiter Thomas Rauch in der Begrüßung. Deshalb habe man gern das Angebot der Musiker Helmut Hagn und Wolfgang Meier aufgegriffen, den 80. Geburtstag der Rotkreuzgruppe mit einem Benefiz-Musikabend nachzufeiern. "Alle Musiker spielen ohne Gage", betonte Rauch - und alle gaben ihr Bestes. Dass die "Herzschrittmacher" in ihre meisterhaften Jazz-Nummern den einen oder anderen Anklang an den schaurig-schönen Zoigl-Dixie der "Pfeiawehrkapelln Pressad" mixten, war kein Zufall - zählte das Quartett doch zum Stamm der Spaßkapelle.

Die Freude über den Abend war auch Konrad Merkl anzusehen. "Die Stadt und ich haben uns immer gern für die Rotkreuzgruppen eingesetzt, und ich glaube deshalb, dass uns weit mehr als das Übliche verbindet", bekräftigte der ehemalige Bürgermeister und Schirmherr des Festes und unterstrich dies mit einem silbernen Dankeschön. Florian Eibl, Leiter der "Helfer vor Ort", erinnerte, wie sehr sich Merkl dafür stark gemacht habe, den "schnellen Sanis" 2007 und 2012 zu ihren Einsatzfahrzeugen zu verhelfen.

Mit Dankesworten allein wollten es die Rotkreuzler nicht bewenden lassen und überraschten ihren langjährigen Mentor mit der silbernen Ehrenplakette des Bayerischen Roten Kreuzes aus der Hand von Kreisbereitschaftsleiterin Kathrin Regler. Die Arbeit der Kinderkrebshilfe Oberpfalz-Nord stellte zweiter Vorsitzender Andreas Steinl vor, der mit den Vorstandschaftsmitgliedern Petra Troppmann und Willi Neuser nach Pressath gekommen war. In Notsituationen verhandle der Verein mit Versicherungen, Banken, Behörden, Schuldenberatern oder Sozialverbänden, vermittele Hilfspersonal und gewähre Zuschüsse. Müsse ein Kind fernab des Wohnorts behandelt werden, beteilige man sich an den Krankenhausfahrten der Eltern. Auch springe die Organisation in die Bresche, wenn eine Familie die Kosten für Strom, Heizung oder die Reparatur eines Fahrzeugs nicht mehr aufbringen könne, erfülle "letzte Herzenswünsche" todkranker Kinder oder ermögliche Familienurlaube. Dabei kämen Spenden und Beiträge "zu 100 Prozent" den Hilfebedürftigen zugute, versprach Steinl.

"Mit einem Wort: Bei Ihnen kommt jeder Cent in gute Hände", resümierte Bereitschaftsleiter Thomas Rauch. Sein Dank galt auch allen, die das Fest als Sponsoren unterstützt oder ihren Samstagabend für dessen Organisation geopfert hatten, darunter zahlreichen Mitgliedern der Rotkreuzjugend. Für Schmunzeln sorgte die Idee von Sylvia Eibl und Elisabeth Pfleger, aus einer blaulichtgezierten "Sanka-Bar" Kümmel, "Willis" und Kräuterschnäpse für die gute Sache zu verkaufen.
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