Bauausschusssitzung in Pressath
Schandfleck vor Friedhof

Am Friedhof suchen Besucher ausgewiesene und befestigte Parkplätze vergeblich. Im Bauausschuss wurde das Thema heiß diskutiert. Laut Bürgermeister Werner Walberer habe die Stadt bereits mit der Kirche Kontakt aufgenommen, vom Pfarrer sei bisher keine Rückmeldung gekommen. Bild: sib
Politik
Pressath
05.03.2016
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In der Bauausschusssitzung reichte die Palette der Themen von Bauanträgen über die Neugestaltung des Kiesibeach bis hin zur Baumentfernung. Eine Angelegenheit sorgte bei den Räten besonders für Diskussionsstoff.

Ein Thema brannte den Mitgliedern des Bauausschusses in seiner Sitzung am Donnerstag besonders unter den Nägeln: Die Räte sind unzufrieden mit der Parkplatzsituation am Friedhof. Dort sind nach wie vor keine Parkplätze ausgewiesen und befestigt. "Bei dem Wetter schaut es mit dem Schotter einfach aus wie sau." sprach Stephan Dippl (SPD) Bürgermeister Werner Walberer auf den Stand der Dinge an. Der hatte nichts Neues zu berichten: "Die Stadt hat Bereitschaft zur Situationsverbesserung signalisiert und stellt den Grund zur Verfügung. Aber die Befestigung ist kirchliche Angelegenheit und vom Pfarrer kam bisher keine Rückmeldung. Mehr kann nur das Landratsamt einfordern."

Neuer Spielplatz


In einer Ortsbegehung machte sich der Ausschuss ein Bild der Lage in Kleinbach 10. Der Grundstücksbesitzer beantragte, die Fläche vor seinem Haus zu befestigen. Ein schmaler Streifen davon liegt auf Stadtgrund, weshalb sich der Ausschuss damit befasste. Die Räte waren sich einig, dass der Bereich bis zur Straße begrünt und entwässert werden solle, damit kein Oberflächenwasser auf die Straße laufen kann. Die Kosten übernimmt der Grundstücksbesitzer.

Auch die Anfrage zur Entfernung zweier Eichen in Hessenreuth genehmigte der Ausschuss einstimmig. Norbert Höfer (CSU) erklärte: "Die Bäume sind nicht mehr im besten Zustand. Sie behindern die Bepflanzung drum herum im Wuchs. Ansonsten wäre ich nicht dafür, dass sie wegkommen." Der Ortssprecher von Hessenreuth, Ludwig Arnold, befürwortete aus Sicherheitsgründen ebenfalls die Abholzung, um die er sich selbst kümmern wird. Dem Entfernen einer Erle nahe dem Anwesen Mühlbach 6 wollte der Ausschuss jedoch nicht zustimmen. "Der Baum ist viele Jahre alt. Auch im Hinblick auf die Ufersicherung muss er erhalten werden" , forderte Bürgermeister Walberer. Einstimmig wurde nur ein Rückschnitt beschlossen.

Ein weiteres Thema im Bauausschuss war der Kiesibeach. Um diesen wieder attraktiver für die Besucher zu machen, soll der Spielplatz neu gestaltet und ein Wasserspielgerät aus Recyclingmaterial angeschafft werden. Darüber, welche Farbe dieses haben soll, herrscht noch Uneinigkeit. "Dem Kind wird das egal sein, Hauptsache bunt ", warf Charlotte Hautmann ein. Auch der alte Sandkasten soll entfernt und zwei weitere neue Spielgeräte angeschafft werden. Insgesamt soll der Spielbereich einsehbarer gestaltet werden, vor allem für die Wasserwacht. Der Bauausschuss will die Vorschläge sowie eine Kostenaufstellung in der nächsten Stadtratssitzung vorstellen.

Anlieger einbinden


Diskussionsstoff bot die Frage nach der Art der Folgebepflanzung der Eichenallee in der Wollauer Straße. Johann Zitzmann vom Bauamt schlug vor, die freien Grünflächen mit einer Blühpflanzenmischung anzusäen. Die Saatmischung sei pflegearm und auch die Schule würde im Biologieunterricht von einer Blumenwiese profitieren. Der Bürgermeister betonte, dass die Bevölkerung darauf hingewiesen werden müsse, dass eine Blumenwiese kein englischer Rasen sei. "Es müsste nur etwa einmal im Jahr gemäht werden, aber nicht dass es dann heißt, die Stadt kümmere sich nicht darum." Höfer merkte an, dass die Blumen nur ein paar Wochen im Jahr blühen würden, danach herrsche Dürre. Eine Anliegerin, die in der Sitzung anwesend war, entgegnete, dass sie es nicht einsehe, ein Blumenbeet zu pflegen. Bernhard Stangl von der SPD stimmte ihr bei: "Wir sollten uns nicht auf die Anlieger verlassen. Aber eine Blumenwiese ist ökologisch. Wir müssen uns vom Gedanken verabschieden, dass alles gemäht werden muss."

Sein Parteikollege Stephan Dippl schlug abschließend vor, dass sich die Anlieger zunächst selbst zusammentun sollten, um einen Konsens zu finden. Eine Entscheidung wurde auf die Bauausschusssitzung im April vertagt, wenn sich die Anwohner zu Wort gemeldet haben.

BauanträgeEine Reihe von Bauanträgen stand auf der Tagesordnung der Bauausschusssitzung. Folgende wurden genehmigt: Peter Ferstls Anbau seines bestehenden Wohnhauses in der Sudetenstraße; die Bauvoranfrage von Susanne Reithmayer, das bestehende Wohnhaus abzureißen und ein neues zu bauen; Johann Baptist Wächters Antrag für den Neubau einer Lagerhalle für land- und forstwirtschaftliche Geräte; der Neubau einer Lagerhalle von Georg Lober in Pfaffenreuth.

Im Nachgang beantragte Marek Prygiel die Genehmigung für eine Einfriedung und einen Unterstand in der Nähe des Kahrmühlwegs. Im Flächennutzungsplan ist die Fläche für eine landwirtschaftliche Nutzung ausgewiesen, jedoch wurde der Zaun direkt auf einen Kanal gebaut. Die Räte beschlossen, das gemeindliche Einvernehmen nicht zu erteilen, da das Wasserwirtschafts- und Landratsamt den Bau in seiner jetzigen Form wohl ablehnen wird.

Der Antragsteller USS (Unterhaltung, Spiel und Spaß) beantragte die Genehmigung für den Umbau des bestehenden Musikcafés in der Eschenbacher Straße in eine Spielhalle. Dort sollen nur noch nicht alkoholische Getränke ausgeschenkt werden und der Zutritt erst ab 18 Jahren erlaubt sein. Neben Geldspielautomaten werden auch Billiardtische und Dartautomaten aufgestellt. Das Gebiet sei als Gewerbegebiet ausgewiesen. "Wir können hier nichts herbeiziehen, um das abzulehnen. Wer spielen will, der spielt, wenn nicht hier, dann woanders." Mit Ausnahme einer Gegenstimme von Charlotte Hautmann - "ich kann nicht anders" - stimmten die Ausschussmitglieder dafür. (sib)
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