Jugendausschusssitzung
Ernstnehmen statt bespaßen

Eins der Hauptthemen bei der Jugendausschusssitzung war das Ergebnis der städtischen "Jugendumfrage". Bild: bjp
Politik
Pressath
27.02.2016
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"Ist das Glas halb voll oder halb leer?" Zwiespältige Gefühle weckte das Echo auf die städtische "Jugendumfrage" bei Bürgermeister Werner Walberer.

Doch die SPD-Stadträte Bernhard Stangl und Christian Mörtl sowie Rudolf Fuchs von der Verwaltungsgemeinschaft werteten den Rücklauf von 21 Prozent der 363 persönlich an die Pressather Jugendlichen versandten Fragebögen als überraschend gut. Auch das Niveau der von den 10- bis 17-jährigen Teilnehmern gegebenen Antworten sei ermutigend, urteilte Stangl bei der Jugendausschusssitzung im Dostlerhaus.

"Das Umfrageergebnis belegt, was uns eigentlich schon länger bewusst war: Mit Blick auf Angebote für die Jugend sind noch Wünsche offen, und nun ist es an uns, darüber nachzudenken, was wünschenswert und machbar ist", meinte der SPD-Fraktionsvize. Hierfür gab er die Devise aus: "Es geht nicht um eine Bespaßung, sondern um Angebote, die der Jugend zeigen, dass wir sie ernst nehmen." Zustimmung fand aber auch die Meinung Susanne Reithmayers (CSU), dass die Stadt den unbestritten wertvollen Angeboten der Vereine tunlichst "nichts wegnehmen" solle. "Es gibt viele Anlaufstellen für Kinder und Jugendliche bei den Vereinen, aber offenbar ist auch ein neutraler Treffpunkt gefragt", brachte Bürgermeister Walberer die Stellungnahmen der Jugendlichen und der Ausschussmitglieder auf den Punkt. Ähnlich sah es Rudolf Fuchs, der zu bedenken gab, dass ohne eine solche "Anlaufstelle" die Entstehung "wilder Treffpunkte" etwa auf dem Bushaltestellen-Areal bei der Schule zu gewärtigen sei: "Dort klagt man bereits über 'wilde' Mofarennen und Verschmutzung." Erfreulicherweise hatten aber auch 28 Prozent der Umfrageteilnehmer angegeben, Freizeitangebote der Vereine zu nutzen, gut 13 Prozent zählen zur "Klientel" der Musikschule.

Auch das Freizeitgelände "Kiesibeach" und die Spielplätze werden von jeweils gut 17 Prozent genutzt. Trotz dieser und weiterer Optionen stand jedoch auf 85 Prozent der Fragebögen ein "Nein" bei der Frage, ob "in Pressath für die Jugend genug getan" werde. Ganz oben auf der Wunschliste fand sich mit 37 Prozent ein "Treffpunkt für Jugendliche" etwa in Gestalt eines "Jugendcafés". Auf die Frage, was "in Pressath für die Jugend fehlt oder besser gemacht werden sollte", stellten überdies zwischen 11 und 18 Prozent der Teilnehmer eine "Kiesibeach"-Aufwertung, eine Neugestaltung der Spielplätze sowie Filmabende zur Diskussion.

Bemerkenswert fand der Jugendausschuss, dass 75 Prozent eine "kommunale Jugendvertretung" und knapp 70 Prozent einen "Jugendstammtisch" begrüßen würden. Immerhin 46 Prozent wären bereit, in einer Jugendvertretung aktiv mitzuarbeiten, fast 70 Prozent würden einen Jugendstammtisch besuchen und sogar 75 Prozent in einem Jugendcafé organisatorische Aufgaben wie Ausschank oder Verkauf wahrnehmen.

Ermunternde HerausforderungVor allem in puncto Jugendvertretung hoffte Werner Walberer, dass das hieran in der "Jugendumfrage" bekundete Interesse kein Strohfeuer bleiben werde. "Wir hatten ja schon einmal ein Jugendparlament, und wie lange hat es 'gelebt'?", fragte der Bürgermeister bei der Jugendausschusssitzung. Vorsichtige Skepsis bekundete auch dritter Bürgermeister Wolfgang Graser (FWB). Vor allem eine ermunternde Herausforderung sah Christian Mörtl (SPD) demgegenüber in dieser Idee und im Umfrageergebnis schlechthin: "An uns ist es, dies mit Leben zu erfüllen."

Mit Blick auf den Vorschlag "Filmabende" erwähnte Mörtl als Vorbild den beliebten "Tag des besonderen Films" in Weiden. Der Kulturkreis könnte etwas Vergleichbares für Jugendliche in sein Programm aufnehmen. Bereichernd für Jung und Alt würde nach Susanne Reithmayers Überzeugung auch der beim Haus der Vereine geplante "Generationenspielplatz" wirken. Die CSU-Stadträtin verwies auf den Erfolg des "Generationenparks" in Eschenbach. Reithmayer und ihre Fraktionskollegin Cornelia Träger regten außerdem Neugestaltungsmaßnahmen am Spielplatz in der Tannenbergsiedlung sowie an "Kiesibeach" und Beachvolleyballplatz an. Bis zur nächsten Ausschusssitzung wollen sich die Ausschussmitglieder Gedanken über weitere konkrete Vorhaben machen, die dann erörtert werden sollen. (bjp)
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