Pressather Bauausschuss
Asphalt-Ritter ausbremsen

Auf der Höhe des Flügelbaus der Volksschule will die Stadt die Durchfahrt sperren und so den Anwohnern der Hoffmannstraße etwas Ruhe vor Verkehrsrüpeln schaffen. Auch für die Ludwig-Bock-Straße (im Hintergrund) werden verkehrsberuhigende Maßnahmen erwogen. Bild: bjp
Politik
Pressath
01.05.2016
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Fast schnurgerade und einladend breit zieht sich die Ludwig-Bock-Straße durch den Pressather Süden zwischen Reichwein- und Hoffmannstraße - offenbar der Traum mancher Möchtegern-Asphalt-Ritter. Die strapazieren mit ihren ebenso unerlaubten wie lärmträchtigen "Zwei- und Vierrad-Stadtmeisterschaften" nicht nur den Asphalt, sondern auch die Nerven der Anwohner. Nicht genug damit: Etliche davon steuern ihre "Spielwiese" im "Schweinsgalopp" über die Hoffmannstraße und den abschüssigen Verbindungsweg zum Ludwig-Bock-Rondell an und rauben mit ihrer Rücksichtslosigkeit auch noch den "Hoffmannstraßlern" die Ruhe.

Diesem Unfug will die Stadt einen Riegel vorschieben: Einstimmig beschloss der Bauausschuss des Stadtrats, den Verbindungsweg durch zwei versetzte Halbschranken unterhalb seiner Einmündung in die Hoffmannstraße für Autos und Motorräder unpassierbar zu machen. Weitere verkehrsberuhigende Maßnahmen behält sich die Verwaltung vor. Dass diese notwendig werden könnten, belegte laut Bürgermeister Werner Walberer eine 17-tägige verdeckte Geschwindigkeitsmessung bei den Buswartehäuschen an der Ludwig-Bock-Straße. Zwar hätten die weitaus meisten der erfassten 1708 Fahrzeuge das dort geltende Tempo 30 eingehalten oder nur unwesentlich überschritten: "Das Durchschnittstempo lag bei 33 Stundenkilometern."

Jedoch hätten immerhin 298 Fahrzeuge die Messstelle mit 41 und mehr Stundenkilometern passiert: "Der Rekord lag bei 91 Stundenkilometern." Einigen als Besucher erschienenen Anliegern der betroffenen Straßenzüge teilte Walberer mit, dass die Polizei zugesagt habe, in dem Gebiet häufiger Kontrollen vorzunehmen. Sanktionen gegen Verkehrsverstöße dürfe eine Kommune selbst nicht verhängen: "Das ist allein Sache der Polizei." Auch gegen die mitunter als störend empfundenen Ansammlungen meist junger Leute im Haltestellenbereich gebe es nur begrenzte Handhaben.

"Man muss sich hinsetzen dürfen", umriss Stadtrat Norbert Höfer die Rechtslage, der die Verwaltung Rechnung tragen müsse. Allenfalls bei Trinkgelagen könne die Polizei aufgrund der letztes Jahr erlassenen städtischen "Sondernutzungsverordnung" eingreifen. "Ich habe die Problematik mit der Polizei durchgesprochen: Andere Möglichkeiten haben wir nicht", bedauerte auch Bürgermeister Walberer. Für die Einwohner war dies kein Trost: "Das ganze Viertel leidet unter diesen Zuständen", klagte eine Bürgerin, und eine andere gab zu verstehen, dass nach ihrem Eindruck die Polizei bei Beschwerden nicht energisch genug agiere.

Dem Vorschlag der Anwohner, den Verkehr durch Bremsschwellen zu beruhigen, konnte der Ausschuss nichts abgewinnen: Der von den erzwungenen Brems- und Anfahrmanöver hervorgerufene Lärm wirke unangenehm störend, überdies behinderten die künstlichen Bodenwellen den Winterdienst.
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