Rathaus-Service-Portal
Per Maus ins Rathaus

"App ins Rathaus": Die Funktionen des neuen Internet-"Rathausportals" erklärte Ferdinand Beer der Verwaltungsgemeinschaftsversammlung. Bild: bjp
Politik
Pressath
25.05.2016
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Das Amt kommt in die gute Stube: Noch in diesem Jahr werden die Bürger der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Pressath allerlei "Behördenkram" papierlos per Mausklick oder App erledigen können.

Mit einem einstimmigen "Enter" - sprich "Ja" - beschloss die VG-Versammlung die Installation des "Rathaus-Service-Portals" (RSP) durch die Altdorfer EDV-Beratung "Komuna". Über 250 bayerische Kommunalverwaltungen bieten diesen virtuellen "kurzen Dienstweg" bereits an.

Einen genauen Termin für die öffentliche Aufschaltung konnte Verwaltungsleiter Bruno Münster noch nicht nennen. "Im Laufe des zweiten Halbjahrs" solle es so weit sein: "Erst wenn das 'Portal' hundertprozentig reibungslos funktioniert, geht es auch ans Netz. Alles andere würde die Bürger nur abschrecken und verärgern." Dass dies auch im Sinne der Programmierer ist, unterstrich Referent Ferdinand Beer, der das RSP im Dostlerhaus vorstellte: "Ein solches Angebot muss einen echten, verlässlichen Mehrwert bieten, um von Bürgern und Bediensteten angenommen zu werden."

Mit Perso identifizieren


Alle Gänge aufs Amt könne und wolle die mit dem "Bayern-Portal" der Staatsregierung vernetzte EDV-Anwendung nicht ersetzen, zumal für manche Rechtsgeschäfte persönliches Erscheinen und Antragstellung in Papierform mit "händischer" Unterschrift gesetzlich vorgeschrieben seien: "Wir schließen keine Behördentür, sondern machen eine neue auf." Immerhin könnten dann viele mehr oder minder alltägliche Vorgänge wie die Einholung von Melde- oder Gewerberegisterauskünften, die Beantragung von Führungszeugnissen und Kinderreisedokumenten, die An- und Abmeldung von Zweitwohnungen und Hundesteuer oder die Übermittlung des Wasserzählerstands elektronisch abgewickelt werden.

Der Antragsteller identifiziert sich mit seinem neuen Personalausweis, etwaige Gebühren werden per Abbuchung, für die der Bürger ein SEPA-Lastschriftmandat erteilen muss, oder per PayPal beglichen. An nutzbringenden Anwendungen nannte Beer ferner das "Fundbüro online", das die Suche nach verlorenen Gegenständen nicht nur beim Fundbüro der VG, sondern auch bei anderen Fundämtern der Region erlaubt. Über die "Mängelmelder"-Funktion in der Smartphone-App können beispielsweise defekte Straßenlampen oder beschädigte Verkehrsschilder gemeldet werden. Besonders beliebt sei erfahrungsgemäß die Abfrage des Bearbeitungsstands von Ausweisanträgen. Eine umfassende Informationskampagne für die Bürger im Vorfeld der RSP-Freigabe sei Teil des Servicepakets, kündigte Beer an.

Finanzlage zufriedenstellend


Als zweites hatte sich die VG-Versammlung mit dem Haushalt für 2016 zu befassen. Die Finanzlage schilderte stellvertretender Kämmerer Christian Marzi als zufriedenstellend: Schulden seien nicht vorhanden, Kreditaufnahmen kein Thema. Das Haushaltsvolumen und die von den drei Mitgliedsgemeinden an die VG zu entrichtende Verwaltungsumlage lägen mit 1 068 200 beziehungsweise 811 700 Euro etwa auf Vorjahresniveau. Allerdings hätten die Kommunen anders als im vergangenen Jahr zum Ausgleich des Vermögenshaushalts eine Vermögensumlage von 13 600 Euro zu entrichten, die Rücklagen würden auf gut 35 000 Euro halbiert. Steigende Ausgaben für Modernisierung und Pflege von Rathaus und EDV, Aus- und Fortbildung des Personals sowie Tarifvertragsanpassungen schlügen auch heuer zu Buche, erläuterte Marzi.

Keine Klagen über KassenführungNichts zu beanstanden fand der Rechnungsprüfungsausschuss der Verwaltungsgemeinschaft (VG) an der Haushaltsführung im Jahre 2014. In Einnahmen und Ausgaben schloss die Jahresrechnung mit 986 070,53 Euro im Verwaltungs- und 100 701,51 Euro im Vermögenshaushalt. Dementsprechend entlastete die VG-Versammlung die Jahresrechnung einstimmig.

Für das Haushaltsjahr 2016 verteilt sich das Volumen des VG-Etats auf 1 019 600 Euro (2015: 1 023 300) im Verwaltungshaushalt, der die laufenden Kosten abdeckt, und 48 600 Euro (2015: 47 000) im Vermögenshaushalt, der zur Finanzierung von Investitionen dient. Bei einem Umlagensatz von 118,3064 Euro je Einwohner (2015: 117,7870), der wegen der von 6904 auf 6861 gesunkenen Einwohnerzahl erhöht werden musste, teilt sich die Verwaltungsumlage, die die drei Mitgliedsgemeinden an die VG abführen, wie folgt auf: Pressath 520 075 Euro (2015: 518 851), Trabitz 152 615 (2015: 153 476), Schwarzenbach 139 010 (2015: 140 873). Bei der auf 1,9823 Euro je Einwohner festgelegten Vermögensumlage lauten die Anteile: Pressath 8714, Trabitz 2557 und Schwarzenbach 2329 Euro. (bjp)
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