Stadtratssitzung Pressath
Keine Herzenssache mehr

Wellen der Begeisterung erregt der Freizeitsee Dießfurt im Pressather Stadtrat zurzeit nicht. Wie es mit dem ehrgeizigen Vorhaben weitergeht, hängt von der für September erwarteten Kaufpreisschätzung des Staatlichen Bauamts ab. Bild: bjp
Politik
Pressath
16.07.2016
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Was wird aus dem Freizeitsee Dießfurt? Stadtrat und Bürgermeister zeigen sich skeptisch, wie es mit der Anlage weitergehen soll.

Begeisterung klingt anders: "Ob wir den Freizeitsee Dießfurt unbedingt brauchen, daran habe ich meine Zweifel", erklärte Wolfgang Graser in der Stellungnahme des Freien Wählerblocks (FWB) zum Stadthaushalt 2016. "Ohne dieses Gelände ersparen wir uns viele Kosten und viel Ärger und schaffen uns nicht selbst eine Konkurrenz zu unserem Kiesibeach-Freizeitgelände, das wir doch attraktiver gestalten wollen", schätzte der dritte Bürgermeister.

Mit seinen Vorbehalten ist Graser nicht allein. Das zeigte sich einmal mehr, als Bürgermeister Werner Walberer den Stadtrat über den Stand der Kaufverhandlungen für das See-areal informierte. Bei einem Ortstermin mit Vertretern der "Immobilien Freistaat Bayern", des Staatlichen Bauamts Amberg und des Staatsforstes habe die Baubehörde zugesagt, bis September ein Wertermittlungsgutachten vorzulegen. Zugleich habe man der Stadt signalisiert, dass sie "das Fischereirecht und das Jagdrecht kaufen" müsse. Überraschend sei die Ankündigung gewesen, dass der Kiesabbau am oberen See spätestens Ende 2017 eingestellt werde.

"Es hat sich herausgestellt, dass sich Lehmgürtel durch das Terrain ziehen, so dass nur noch geringe Kiesabbautiefen möglich sind", berichtete Walberer. Nur sechs Hektar Fläche seien überhaupt noch als neue Abbaugebiete ins Auge gefasst. Dadurch bleibe aber auch ein Teil des ufernahen Waldes unangetastet. Aus den Äußerungen seiner Gesprächspartner habe der Bürgermeister den Schluss gezogen, dass das zu erwartende Verkaufsangebot "nicht ganz billig" ausfallen werde. Im Gegenzug habe er auch erneut zu verstehen gegeben, dass "unser Herz nicht mehr an diesem Projekt hängt". Dies nahmen die Räte ohne Widerspruch zur Kenntnis.

Formsache war die gesetzlich vorgeschriebene Stellungnahme der Stadt zum Bebauungsplan der Nachbargemeinde Kastl für den geplanten "SO-Solarpark Unterbruck" nebst Änderung des Flächennutzungsplans. Der Stadtrat beließ es bei der Feststellung, dass städtische Belange hiervon nicht berührt werden.
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