Stadtratssitzung Pressath
Mehr Licht, weniger Bordstein

Nach rund 50 Jahren hat die Winterleitenstraße dringend eine Sanierung nötig. Die Stadt will damit noch heuer beginnen. Bild: bjp
Politik
Pressath
14.03.2016
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Der Straßenbelag hat Flicken und Risse, die Bordsteine sind bestoßen und teilweise aus dem Lot: Fast 50 Jahre haben ihre Spuren in der Winterleitenstraße hinterlassen. Nun will die Stadt ein erstes, 500 Meter langes Teilstück zwischen Wollauer Straße und Haus Nummer 28 von Grund auf erneuern - und das tunlichst schon ab diesem Jahr.

Das beschloss der Stadtrat in seiner Märzsitzung. Ein desolates Bild biete auch der Unterbau der 1967 gewidmeten "Hauptverkehrsader für 100 bis 120 Anwesen im östlichen Stadtgebiet und den Verkehr nach Riggau und Wollau", urteilte der mit der Sanierungsplanung betraute Ingenieur Hannes Oberndorfer: "Der Straßenkörper ist verbraucht und erneuerungsbedürftig, die Kanalisation schadhaft und nicht mehr leistungsfähig genug." Zudem sei die Beleuchtung mit ihren in Abständen zwischen 50 und 110 Metern platzierten Peitschenlampen unzureichend und auch energetisch nicht mehr zeitgemäß.

"Jede einzelne dieser Schadensbeschreibungen erfordert für sich genommen eine grundlegende Straßenerneuerung, und die Stadt ist gezwungen zu handeln", resümierte Oberndorfer. Seine Planung sieht unter anderem eine Kanalisation, die auf die in Zukunft wohl häufiger zu erwartenden Starkregenereignisse zugeschnitten ist, und neue Abwasser-Hausanschlüsse sowie die Neutrassierung der teilweise unsystematisch verlegten Wasser-, Strom- und Fernmeldeleitungen vor. Die mit sechs Metern ausreichend breite Fahrbahn soll aufs Neue für den regen land- und forstwirtschaftlichen Verkehr in Richtung Winterleite fit gemacht werden: Hierfür sorgen vier Zentimeter Asphaltdeck- und zehn Zentimeter Tragschicht über einer 46-Zentimeter-Frostschutzschicht.

Auf behindertengerechte zwei Zentimeter Höhe will Oberndorfer die Bordsteinkanten reduziert sehen, der Gehweg soll eine besonders strapazierfähige zehn Zentimeter dicke Betonpflasterdecke erhalten. Reparaturen an unterirdischen Leitungen hinterließen bei Betonpflastern keine unschönen Spuren, rechtfertigte Oberndorfer auf Nachfrage von Christian Mörtl (SPD) diese Entscheidung: "Man entfernt die Pflastersteine, nimmt die Reparatur vor und verlegt die Steine wieder neu - anders als bei Asphalt muss nicht geflickt werden." Die Kosten seien für beide Belagarten etwa gleich.

Durch die Umkehrung des Straßenquergefälles würden die Zufahrten zu den Grundstücken an der Nordseite "bequemer" gestaltet, ließ Oberndorfer noch wissen. Für mehr Licht sorgten Pilz- oder Kastenleuchten im Abstand von 35 bis 40 Metern, für die er eine Bestückung mit stromsparender LED-Technik empfahl. Während der voraussichtlich ein Jahr währenden Bauzeit müsse der Verkehr über die Lettenstraße und Sandstaude umgeleitet werden, für die Dauer der Wasserleitungsneuverlegung werde eine sogenannte "fliegende" Ersatzleitung die Trinkwasserzufuhr sicherstellen.

Noch keine endgültige Antwort konnte Hannes Oberndorfer auf Norbert Höfers (CSU) Frage geben, ob der Bau einer Gasleitung vorgesehen sei. Dies hänge von den Bayernwerken als Versorger ab, die voraussichtlich Regelanfragen an Stadt und Anwohner richten und aufgrund der Stellungnahmen entscheiden.

Günstigere EinstufungUnd die Kosten? Für den eigentlichen Straßenausbau werde die Stadt schätzungsweise 655 000 Euro kalkulieren müssen, wozu noch 284 000 Euro für die Abwasseranlagen und 200 000 für die Wasserversorgung kämen, rechnete Ingenieur Hannes Oberndorfer vor. "Wir streben keinen Luxusausbau, sondern ein bestmögliches Kosten-Nutzen-Verhältnis an", betonte Bürgermeister Werner Walberer.

Dabei denke man auch an die Anlieger der unteren Winterleitenstraße, auf die ein Teil der Aufwendungen umgelegt werden müsse, so dass die Kommune "die Kosten im Rahmen halten" wolle.

Da der Stadtrat entschied, die Winterleitenstraße als Hauptverkehrsstraße zu kategorisieren, wird der Anliegeranteil 30 Prozent der Kosten für die Fahrbahn und 55 Prozent der sonstigen Kosten wie etwa Gehweg oder Beleuchtung betragen. Die Räte bestimmten damit die für die Anwohner günstigere Option, denn bei einer Einstufung als Haupterschließungsstraße hätten sich die entsprechenden Anteile auf 50 beziehungsweise 65 Prozent belaufen.

Voraussichtlich 55 Prozent des städtischen Kostenanteils würden durch einen Landeszuschuss abgedeckt, informierte Hannes Oberndorfer auf Anfrage von Vizebürgermeister Max Schwärzer (CSU): "Die Regierung der Oberpfalz hat das Vorhaben als dringlich anerkannt, so dass die Stadt mit einer Förderung rechnen kann." Für Mittwoch, 23. März, um 18 Uhr will die Stadtverwaltung die Anlieger zur Bürgerbeteiligungsversammlung ins Dostlerhaus einladen. (bjp)
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