Stadtratssitzung Pressath
Rückkehr ins Vereinshaus 2018

Sicher und barrierefrei präsentiert sich das Haus der Vereine ab 2018, das Vorfeld wird zum "Generationenspielplatz" für Jung und Alt umgestaltet. Die nötigen Städtebaufördergelder hat die Oberpfälzer Regierung bewilligt. Bild: bjp
Politik
Pressath
15.10.2016
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StadtratsplitterBeschluss bleibt

Nicht zurückstecken wollen die Stadtverantwortlichen in Sachen Bahnhofsgaststätte. Den im April gefassten Beschluss, das gemeindliche Einvernehmen für den Umbau des Dachgeschosses zu Asylbewerberwohnungen zu versagen, hielt der Stadtrat einstimmig aufrecht. Maßgeblich hierfür bleibe die im Vorjahr für das Bahnhofsgebiet beschlossene Sanierungssatzung.

Die Räte reagierten damit auf die Ankündigung des Landratsamts, die kommunale Zustimmung zu ersetzen, deren Verweigerung aus Sicht der Kreisbehörde "nicht rechtens" ist. Von dem Rechtsstreit unberührt bleibt der Umbau des Erdgeschosses und der ersten Etage zu einer Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge: Dieser wurde schon 2015 genehmigt. Daraufhin hatte der Amberger Investor Alfons Gold den Umbauantrag für das Dachgeschoss nachgereicht, den die Stadt jedoch unter Berufung auf die inzwischen in Kraft gesetzte Sanierungssatzung ablehnte.

Vollausbau mit Verbreiterung

Nichts ändern wird sich an der städtischen Ausbauplanung für die Gemeindeverbindungsstraße nach Pfaffenreuth: Hier bleibt es bei dem im Mai beschlossenen Vollausbau nebst Verbreiterung auf fünf Meter. Dieser werde die Stadt nach Abzug des beantragten Landeszuschusses 360 000 Euro kosten, für eine nicht bezuschusste einfache Oberbauverstärkung mit vier Haltebuchten seien 347 000 Euro aufzuwenden. Angesichts der größeren Dauerhaftigkeit und Zweckmäßigkeit einer breiteren "vollausgebauten" Straße seien die geringen Mehrkosten gerechtfertigt, meinte Bürgermeister Werner Walberer. Hiergegen erhob sich kein Widerspruch. (bjp)

Wer bei der Stadtratssitzung am Donnerstag genau hin horchte, hörte die Steine plumpsen, die den als Gäste anwesenden Vereinsvertretern von den Herzen fielen. Endlich erfüllte sich ein langgehegter Wunsch.

Nachdem die Regierung Oberpfalz die Bescheide über Städtebauförderungszuschüsse versandt hatte, konnten die Räte einstimmig grünes Licht für die Sanierung des Bürgermeister-Hans-Ficker-Vereinshauses geben.

"Es ging leider nicht schneller", bat Bürgermeister Werner Walberer nochmals die Vereine um Verständnis, die von der Sperrung großer Teile des Gebäudes betroffen sind. Vor anderthalb Jahren hatte das Landratsamt ernste Sicherheitsmängel am alten Schulhaus moniert und die Schließung der Vereinsräume im ersten Stock und im Dachgeschoss verlangt. Den Kostenaufwand für die Gebäudesanierung bezifferte Walberer auf rund 546 000 Euro, wovon die Stadt nach Abzug des Zuschusses aus dem Städtebauförderprogramm "Kleine Städte und Gemeinden" etwa 288 000 Euro selbst tragen müsse.

Zuschuss eingeplant


Ebenfalls aus dem "Kleine Städte"-Topf gefördert werde der neue "Generationenspielplatz" neben dem Vereinshaus. Von den hierfür veranschlagten 261 740 Euro würden 156 000 aus dem bereits bewilligten Zuschuss abgedeckt, berichtete das Stadtoberhaupt. Modernisieren wolle die Stadt auch den "Funktionstrakt" im Erdgeschoss mit behindertengerechten Toiletten als Herzstück. Dies werde mit etwa 100 000 Euro zu Buche schlagen, wozu noch 23 000 Euro für Brandschutzanlagen kämen. Doch rechne man auch bei diesen Ausgabeposten mit einem Zuschuss.

"Wir müssen eine beträchtliche Geldsumme in die Hand nehmen, aber dafür ist das Haus der Vereine auch für die nächsten Generationen gerüstet und in puncto Sicherheit und Barrierefreiheit auf zeitgemäßem Niveau", resümierte der Rathauschef. Nach Abschluss des Ausschreibungsverfahrens wolle die Stadt im kommenden Jahr baldmöglichst mit der Renovierung beginnen: "Anfang 2018 sollen die derzeit geschlossenen Vereinsräume wieder nutzbar sein."

Eine Überprüfung der vom Netzbetreiber Tennet vorgelegten Pläne für das umstrittene "Süd-OstLink"-Stromerdkabel wollen die Stadt Pressath und ihre Nachbargemeinden Schwarzenbach und Trabitz erreichen. Insgesamt zwölf "Raumwiderstände" stellen aus ihrer Sicht die beiden vorläufigen Trassierungsvorschläge in Frage, die durch das Gebiet der Verwaltungsgemeinschaft Pressath führen. Hierzu zählen beispielsweise das Wasserschutzgebiet in der "Mark", Erweiterungsflächen für Wohn- und Gewerbegebiete in Pressath, eine Felsgesteinsschicht bei Altendorf und die früheren Bleierzabbaugebiete zwischen Pressath und Wollau, die unter besonderer Aufsicht des Bergamts Bayreuth stehen.

Infoveranstaltung


Werner Walberer merkte an, dass das Erdkabel in zwei Metern Tiefe verlaufen und mit Wärmedämmplatten abgeschirmt werden solle. Bis zum 4. November können Kommunen und Bürger gegenüber Tennet Einwände vorbringen. Gelegenheit dazu besteht auch bei der Informationsveranstaltung des Netzbetreibers am Montag, 17. Oktober, von 15 bis 20 Uhr in der Stadthalle. Schließlich gab Walberer zur Kenntnis, dass der neue Wertstoffcontainerstandort beim Dießfurter Sportheim gesichert sei und 33 Kinder und Jugendliche aus dem Stadtgebiet an den "Learning Campus"-Ferienprogrammwochen teilgenommen hätten: sechs mehr als im Vorjahr.
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