32-Jährige spricht über Angriff des Noch-Ehemanns
Axt-Attacke mit Anlauf

Nachdem er das Fenster zertrümmert hatte, schlug der Angreifer mehrfach auf den 44-jährigen Beifahrer ein.
Vermischtes
Pressath
02.04.2016
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Der Verteidiger des Angreifers zweifelt daran, aber die 32-jährige Pressatherin ist überzeugt: Ihr Noch-Ehemann wollte sie töten, als er am Ostermontag mit einer Axt angriff. Im Gespräch mit unserer Zeitung spricht sie über die Tat und die Vorgeschichte.

Vier Tage nach der Axt-Attacke sagt die 32-Jährige, dass der 35-Jährige sie und ihren neuen Partner töten wollte. Strafverteidiger Rouven Colbatz verweist auf laufenden Ermittlungen, legt sich aber fest: "Es wird wohl auf gefährliche Körperverletzung hinauslaufen."

Laut der Frau habe der 35-Jährige sie um 16.45 Uhr vor ihrer Wohnung im Ortsteil Steinbühl abgepasst. Nachdem sie ihren BMW in die Einfahrt gesteuert hatte, habe er mit seinem Auto den Rückweg abgeschnitten und dann die Frau und den 44-Jährigen Beifahrer attackiert. "Ich konnte gerade noch die Tür verriegeln, dann ging es los", beschreibt sie den Moment des Angriffs. Mit der Axt habe er auf Kopfhöhe die Frontscheibe vor dem Fahrersitz bearbeitet, doch das Sicherheitsglas hielt. Dann ging der Mann auf den Beifahrer los, schlug das Seitenfenster ein, um dann mehrfach in Richtung Kopf des 44-Jährigen zu zielen, wie die Frau erklärt. Der Mann trug erhebliche Abwehrverletzungen davon.

Als die 32-Jährige zu fliehen versuchte, setzte der Noch-Ehemann nach und verletzte sie mit der Axt am Oberschenkel. Weil ein Nachbar mit einer Schaufel zu Hilfe kam, ließ der Angreifer ab und flüchtete. Wenig später stellte er sich. Dieser Tathergang lässt Colbatz an der Tötungsabsicht zweifeln. "Wenn ich mit einer Axt auf einen Menschen einschlage und ihn töten will, dann schaffe ich das." Unter anderem deshalb glaube er nicht, dass die Staatsanwaltschaft beim im Raum stehenden Vorwurf der versuchten Totschlags bleibt.

Das Paar war seit 14. Februar 2014 verheiratet, ein Jahr später trennte sich die Frau, weil er sich nach der Hochzeit verändert habe. Sie beschreibt ihn als eifersüchtig, herrisch und gewalttätig. Der Weidener Rechtsanwalt Dr. Lutz Rittmann treibt seit mehreren Monaten die Scheidung voran. Er gehe davon aus, dass sie bald abgewickelt ist.

Immer wieder habe der Mann seine Noch-Ehefrau mit dem Tode bedroht, seit die Scheidung im Raum steht. Seit etwa drei Monaten besteht die Partnerschaft zu dem 44-Jährigen, seither häuften sich die verbalen Angriffe. Am Gründonnerstag habe der 35-Jährige vor der Mutter der Frau erklärt, er werde die Tochter, deren Partner und sich töten. Solche Vorfälle hätten sie beunruhigt, bislang folgten aber keine Taten. "So etwas gibt es häufig", sagt Scheidungsanwalt Rittmann. Hier stimmt ihm Rouven Colbatz zu. "Morddrohungen sind schnell ausgesprochen." Hieraus eine Tötungsabsicht abzuleiten sei nicht zulässig.
Ich konnte gerade noch die Tür verriegeln, dann ging es los.Die 32-jährige Frau über den Moment des Angriffs
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