Ab Jahresende Turbo-Surfen

Die Fortschritte beim Breitbandnetzausbau und die Straßenausbaubeiträge waren zentrale Themen in Bürgermeister Werner Walberers Rechenschaftsbericht. Bild: bjp
Vermischtes
Pressath
30.10.2016
51
0

Kaum kommunalpolitische Aufreger, dazu ein Fußball-Spitzen-Derby im Free-TV: Da verwundert es nicht, dass nur gut 30 Pressather die Bürgerversammlung im Pfarrsaal aufsuchen. Schade ist es trotzdem, zumal Werner Walberer mit einigen guten Nachrichten aufwarten kann.

Die wohl interessanteste Botschaft betraf den Ausbau des Breitband-Fernmeldenetzes durch die Telekom. Dieser schreite laut dem Bürgermeister zügig voran, auch wenn "Schwierigkeiten bei der Netzumstellung" die Arbeiten etwas verzögert hätten. "Das schnelle Netz für die Ortschaften wird bis Jahresende fertiggestellt sein", informierte Walberer. Dann könnten die Bürger der Stadtteile je nach Ort auf Kapazitäten zwischen 30 und 100 Megabit pro Sekunde zurückgreifen.

Welche Übertragungsleistung die Haushalte nutzen könnten, hänge aber vom individuellen Vertrag ab: "Die höhere Internetleistung wird vom Fernmeldedienstleister nicht automatisch zur Verfügung gestellt. Dazu muss jeder Einzelne seinen Vertrag anpassen lassen." Ab Mitte Dezember werde die Telekom über Einzelheiten informieren, kündigte der Rathauschef an und wies noch darauf hin, dass die Hausanschlüsse in Friedersreuth, Hessenreuth und Pfaffenreuth freiwillig auf Glasfaserkabel umgerüstet werden können: "Heuer ist das noch kostenlos möglich. Wer sich erst ab kommenden Jahr für die Umrüstung entscheidet, müsste etwa 500 Euro bezahlen." Auch hierüber unterrichte die Telekom die betreffenden Haushalte gesondert.

Neue Wasserleitung


In der Winterleitenstraße zwischen Kapellenweg und Hausnummer 28 wolle die Stadt "vor dem Wintereinbruch" die Fahrbahn-Tragschicht aufbringen lassen, ließ Werner Walberer außerdem wissen. Im kommenden Jahr werde die Gemeindeverbindungsstraße nach Pfaffenreuth modernisiert, ihre Fahrbahn um einen halben auf fünf Meter verbreitert, wozu noch zwei je einen Meter breite, befahrbare Bankette kämen. Ferner habe der Landkreis für die erste Jahreshälfte 2017 den Ausbau der Kreisstraße zwischen Pressath und Wollau ins Auge gefasst. Zugleich werde die Stadt die Wasserleitung nach Wollau erneuern.

Keine grundlegende Änderung gibt es bei der Erhebung von Straßenausbaubeiträgen: Das im Kommunalabgabengesetz als Option neu verankerte Modell der "wiederkehrenden Beiträge" wird die Stadt laut Werner Walberer nicht einführen. Zwar hätte es den Vorteil, dass Beitragszahlungen auf fünf Jahresraten "gestreckt" würden.

Jedoch würden die Einwohner an Aufwendungen nicht nur für die Straße, deren Anlieger sie sind, sondern für alle Straßen in einem größeren "Abrechnungseinheits"-Gebiet beteiligt. Da Ausbaubeiträge auch nach der jetzigen Beitragssatzung in Raten bezahlt oder gestundet werden könnten, behalte die Stadt die bisherige Regelung bei, die zudem mit weniger Bürokratie verbunden sei.

Baugebiet verzögert sich


Um mehrere Monate verzögern werde sich die Planung für das Baugebiet Wiedenhofstraße-Ost, bedauerte der Bürgermeister. Für einen Teilbereich, in dem seltene Pflanzen- und Insektenarten vorkämen, habe die Untere Naturschutzbehörde beim Landratsamt eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung gefordert (wir berichteten).

Freizeitsee Dießfurt und KiesibeachNoch nicht entschieden sei, wie es mit dem Freizeitsee Dießfurt weitergehe, merkte Bürgermeister Werner Walberer in der Bürgerversammlung an. Nachdem das Staatliche Bauamt die Grundstücksbewertung abgeschlossen habe, warte die Stadt auf ein Verkaufsangebot der Staatsforsten, denen das Areal gehöre. "Um jeden Preis wollen wir das Gebiet nicht kaufen", betonte Walberer erneut. Wegen der nicht unbeträchtlichen Unterhaltskosten, die auch von Vandalismus herrührten, sei auch eine Verlängerung des Ende 2017 auslaufenden Nutzungsvertrags kein "Herzensanliegen".

Dies gelte umso mehr, als das stadteigene Kiesibeach-Freizeitgelände dank einer merklichen Verbesserung der Wasserqualität, des wiedereröffneten Kiosks, neuer Spielgeräte und weiterer Umgestaltungsmaßnahmen an Attraktivität gewonnen habe.

"Hierfür hat die Stadt 27 000 Euro aufgewandt", berichtete Walberer. Dem "Runden Tisch", den beteiligten Vereinen und dem städtischen Bauamt dankte der Bürgermeister für ihre Unterstützung. (bjp)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.