Adventsfeier in Zessau

Beim dritten Zessauer Adventsabend spielten die "Jüngsten aus Zessau und Weihersberg" mit viel Herzblut die Geschichte von Maria, Josef, dem Erzengel Gabriel und dem göttlichen Kind in der Krippe nach. Bild: bjp
Vermischtes
Pressath
15.12.2015
56
0

Für eine Stunde dem Kommerz und der Hektik der Vorweihnachtstage entfliehen: Dazu lud die Zessauer Dorfgemeinschaft am dritten Adventsfreitag in die Herz-Jesu-Kirche ein.

Zessau. Um die 100 Gäste aus der ganzen Gemeinde Trabitz, aus Pressath und Kastl füllten das kleine Gotteshaus und freuten sich an Geschichten und Gedichten rund um Gott und Geschenke, Festtagsfreud' und -leid.

Den Auftakt setzten Katharina und Hannes Dobmeier, Christian Maier und Anna-Maria Wittmann mit dem "Kerzenspiel": Zu nachdenklichen Versen entzündeten sie vier Adventskerzen auf dem Altar. Für das anschließende Krippenspiel der "Jüngsten aus Zessau und Weihersberg", das Bettina Heining textlich bearbeitete, einstudierte und moderierte, erntete das Kinderensemble um "Maria" Sophie Scharf, "Josef" Jonas Fischer und "Engel" Freya Schmidt viel Beifall.

Einblicke in eine unbefangene Kinderseele gab Anna-Maria Wittmann im "Brief an das Christkind": Da purzelten profane Träume von der Babypuppe nebst Bettchen und Wagen mit innigen Bitten um eine schnelle Genesung der schwerkranken Oma, einen milden Winter für ihren Hasen Baltasar, "damit's ihn im Stall nicht friert", und um eine Familienweihnacht ohne Stress und Streit bunt durcheinander. Auch um gute Winterkleidung für den Flüchtlingsjungen Aziz bat die Briefschreiberin - "der glaubt zwar nicht ans Christkind und so - aber dir ist das ja bestimmt egal?"

Gabi Wittmann erzählte von dem bitteren Advent einer Flüchtlingsfrau, die kurz vor Weihnachten zum Klang "lieblichen, friedlichen Glockengeläuts" in ihr Heimatland abgeschoben wurde, aus dem sie nach vielen Leiden hatte fliehen können. Auf ein traditionell-gemütliches Fest abseits von Konsumterror und Hamsterradstimmung hofften Christian Maier und Christian Laugensteiner in "Ein Wunsch" und Magdalena Wittmann in "Weihnachtstraum".

Doch auch heitere Glanzlichter fehlten nicht. Viel zu lachen gab es bei Albert Lobers bravourös vorgetragener "Arbeitsorganisationsrichtlinie für Behörden über Dienstweihnachtsbäume", die auch die Besetzung der Rollen der Esel und Schafe im Krippenspiel mit "geeigneten Beamten aus verschiedenen Laufbahnen" präzise und unter Wahrung der "verfassungsmäßigen Rechte des Bundesrats" regelte. Bernhard Dötsch erzählte die Episode von der alten Frau, die das Christkind brieflich um 100 Mark für eine warme Jacke bat und deren Brief in die Hand des Finanzamts geriet.

Und was tut man, wenn der Familienhund im temperamentvollen Spiel etliche Krippenfiguren in ein Puzzle verwandelt? In der von Anna Laugensteiner dargebotenen Geschichte "Josef und sein Unfall" plünderte das kleine Improvisationstalent Florian kurzerhand seine Spielkiste: Am Ende übernahm Batman als "Streiter für das Recht" die Stelle des Engels, in die Rolle der Magier aus dem Morgenland schlüpften Harry Potter und Albus Dumbledore.

Aufgelockert wurde das Programm mit internationalen Weihnachtsweisen von Barbara, Christiane, Johanna und Veronika Dötsch sowie gemeinsam gesungenen traditionellen Christtagsliedern. Nach dem Epilog der Vortragenden mit vielen guten Festtagswünschen trafen sich die Besucher auf Einladung von Simone Dobmeier zu Gegrilltem, Glühwein, frischen Waffeln und Gebäck im Gemeinschaftshaus.
Weitere Beiträge zu den Themen: Adventfeier (6)Kerzenspiel (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.