Altbürgermeister Johann Römisch feiert 90. Geburtstag
Viele Gratulanten beim "Baier-Hans"

Johann Römisch (vorne) feierte seinen 90. Geburtstag. Viele Vereinsvertreter machten dem ehemaligen Altbürgermeister ihre Aufwartung. Bild: fs
Vermischtes
Pressath
29.02.2016
94
0

Seinen 90. Geburtstag feierte Altbürgermeister Johann Römisch im Kreise seiner Familie, zahlreicher Bekannter und Freunde - natürlich im Sportheim Dießfurt. Sein Ansehen in der Bevölkerung war schon während des Tages an der Zahl der Gratulanten deutlich ablesbar.

Dießfurt. Die Wiege des Jubilars stand in Dießfurt, wo er 1926 als Ältester von drei Brüdern aufwuchs. Jeden Tag habe er zu Fuß nach Schwarzenbach zur Schule gehen müssen. Mit 14 begann er beim Onkel in Amberg eine Bäckerlehre, die er nicht zu Ende führen konnte: 1942 mussten Vater und Onkel zum Kriegsdienst einrücken. Ihm blieb nichts anderes übrig, als wieder nach Hause zu gehen und sich um den elterlichen Bauernhof zu kümmern. Nebenbei besuchte er die landwirtschaftliche Winterschule in Kemnath.

Römisch gehört zur Generation, der der Krieg die Jugendzeit raubte. Mit 17 Jahren wurde er zur Wehrmacht eingezogen, erst zum Reichsarbeitsdienst, später zur Infanterie nach Prag abkommandiert. Mit dem Kriegsende geriet er dort in russische Gefangenschaft, im August 1945 wurde er nach Sibirien verlegt.

Nach fast fünfjähriger Gefangenschaft wurde er im November 1949 entlassen. Zu Fuß machte er sich auf den Heimweg nach Dießfurt, wo er am 20. Dezember als letzter Kriegsheimkehrer mit einem Ständchen der Musikkapelle empfangen wurde. An die schreckliche Kriegszeit, in der er Kameradschaft, Hilfsbereitschaft, Hunger und Entbehrung erlebte, erinnert sich Römisch noch sehr gut. Nach seiner Heimkehr arbeitete er in der elterlichen Landwirtschaft, die er 1956 übernahm. Im selben Jahr führte er auch seine Frau Gerda, geborene Lorenz, vor den Traualtar. Seine beiden Söhne Hermann und Stefan sowie Tochter Gabriele, die vier Enkelkinder und seit kurzem Urenkelin Emma sind seine ganze Freude. Traurige Momente waren der Tod seiner Brüder Max und Rudolf.

Römisch stellte sich schon bald nach der Heimkehr aus der Kriegsgefangenschaft in den Dienst der Allgemeinheit: Er war viele Jahre bei der Feuerwehr aktiv. Als er 1960 für den Gemeinderat der selbstständigen Gemeinde Dießfurt-Troschelhammer kandidierte, holte er die meisten Stimmen und wurde auf Anhieb zweiter Bürgermeister.

Von 1966 bis zur Eingemeindung nach Pressath 1978 stand er als Bürgermeister an der Spitze der Gemeinde. Bis 1984 vertrat der Jubilar seinen Geburtsort im Pressather Stadtrat. Bis zum Eintritt in den Ruhestand war er bei der Kommune beschäftigt. Daneben übte er bis 2007 das Ehrenamt eines Feldgeschworenen aus.

Für die Stadt Pressath gratulierten stellvertretender Bürgermeister Wolfgang Graser sowie Mitarbeiter der Verwaltungsgemeinschaft. Der Vorstand des FC beglückwünschte des Gründungs- und Ehrenmitglied. Noch immer gilt dem FC seine große Leidenschaft, für den er während seiner Amtszeit als Bürgermeister bei der Übereignung des ehemaligen Schulhauses und des Sportgeländes die heutige Substanz schuf. Außerdem unterstützt der Jubilar den FC-Jugend-Förderverein und ist gerngesehener Gast bei Veranstaltungen und am Sonntags-Stammtisch.

Auch die Feuerwehr Dießfurt gratulierte ihrem Ehrenmitglied. Vorsitzender Hermann Lorenz dankte dem Jubilar in erster Linie für seine langjährige Treue und verdienstvolle Mitarbeit. In seiner Laudatio betonte er, dass der Jubilar während seiner 65-jährigen Mitgliedschaft als Schriftführer, Kommandant und Vorsitzender die Geschicke der Wehr beeinflusst und zur positiven Entwicklung beigetragen habe. In seiner Amtszeit als Bürgermeister der Gemeinde habe er stets die Belange der Dießfurter Wehr unterstützt; insbesondere bei der Planung und Verwirklichung des neuen Feuerwehrgerätehauses und bei der Anschaffung des Feuerwehrautos habe er sich maßgeblich eingesetzt.

Geburtstagsgrüße überbrachten Werner Wolfbauer und Traudi Hohl für den Kirchenbauverein Dießfurt. Ihre Aufwartung machte dem Jubilar eine Abordnung des Kriegervereins Schwarzenbach, Reinhard und Karl Götz. Mit Kartengrüßen übermittelten die Freunde der Musikkapelle, der CSU-Ortsverband und die Freien Wähler Glückwünsche.

Mit musikalischen Grüßen bereitete ihm die Musikkapelle Dießfurt mit einem ausgedehnten Geburtstagsständchen beim abendlichen Stelldichein viel Freude. Dirigent Werner Schreml beglückwünschte den Jubilar. Zum 90. Geburtstag gratulierten dem rüstigen Jubilar auch Stadtpfarrer Edmund Prechtl, Pfarrer Werner Kaspindalin und Diakon Georg Hösl. Im familiären Kreis und mit Freunden und Vereinsvertretern feierte der "Baier-Hans" im Sportheim Dießfurt seinen Ehrentag.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.