Am ersten Sommertag
Torf-Wald steht in Flammen

80 Feuerwehrkräfte waren am Sonntag im Wald zwischen Pressath und Grafenwöhr unterwegs.
Vermischtes
Pressath
23.05.2016
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Am ersten Sommertag gab es auch den ersten Waldbrand 2016. Zwischen Pressath und Grafenwöhr stand ein größeres Stück Wald in Flammen, verletzt wurde niemand, der Schaden lässt sich noch nicht beziffern.

Grafenwöhr/Eschenbach. (wüw/xri) Mit dem Sommer kommt die Waldbrandgefahr: Am Sonntag ging um 15.54 Uhr der Alarm bei der Integrierten Leitstelle in Weiden ein: Brand im Waldgebiet Moos bei Pressath. Rund 100 Feuerwehrkräfte aus Pressath, Grafenwöhr, Kemnath, Atzmannsberg und Zintlhammer eilten unter der Leitung von Pressaths Kommandant Andreas Kneidl in das Waldstück nahe der Bahnlinie.

Auf einer Fläche von 100 mal 300 Metern mussten die Einsatzkräfte mit mehreren Brandherden fertig werden. Es gab keine Verletzten. Laut Polizei Eschenbach fehlen auch Hinweise auf Brandstiftung. Möglicherweise hat eine Glasscherbe in der Sonne das Feuer entzündet. Die Einsatzkräfte hatten das offene Feuer relativ schnell im Griff. Im Torfboden bildeten sich allerdings Glutnester, die immer wieder aufflammten. Bis 19.30 Uhr dauerten die Nachlöscharbeiten, gegen 20.30 Uhr folgte ein erneuter Alarm, wieder war Feuer aufgeflammt. Die Pressather Wehr kümmerte sich darum.

Der Brand im unwegsamen, dicht bewachsenen Wald stellte die Wehr vor einige Herausforderungen. Zunächst war die genaue Brandstelle unklar, die Alarmierung lautete lediglich "zwischen Pressath und Grafenwöhr". Deshalb sammelten sich die Wehren am Feuerwehrhaus Pressath. Als der brennende Waldabschnitt kurz darauf lokalisiert war, konnten die Einsatzkräfte geschlossen anrücken. Für Löschwasser sorgte ein Pendelverkehr. Drei bis vier Stunden wechselten sich Tankfahrzeuge ab und brachten Wasser aus Grafenwöhr und Pressath.

Die Zusammenarbeit habe hervorragend funktioniert, hieß es nach dem Einsatz. Weil das Feuer nahe der Bahnlinie brannte, mussten auch die Gleise gesichert werden. Dort gibt es zwar keinen Linienverkehr, allerdings nutzt die US-Armee die Linie für Transporte zum Übungsplatz.

Regen nötigTrockenheit bleibt ein Problem für die Wälder der Oberpfalz, daran ändern die etwas stärkeren Niederschläge des Winters nichts. Zum einen sei das Defizit des Vorjahrs nicht nachgeholt, erklärt Förster Martin Gottsche vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Dazu komme der starke Ostwind der vergangenen Wochen. "Die Waldoberfläche ist längst wieder staubtrocken." Um das zu ändern, sei ergiebiger Regen notwendig. Gottsche würde sich 30 bis 50 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit wünschen. Dabei geht es nicht nur um Feuergefahr: Mit dem Borkenkäfer profitiert der nächste Feind des Waldes von den Bedingungen. (wüw)
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