Bahnhofsgelände soll verschönert werden

Das kaum genutzte Bahnhofsgelände in Pressath soll saniert werden. Bild: ak
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Pressath
15.12.2015
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Pressath sitzt mit vielen anderen Gemeinden mit Bahnanschluss in einem Boot: Leerstände, Brachflächen und ungepflegte Areale entlang der Gleise sind wenig vorteilhaft fürs Stadtimage. In der Haidenaabstadt soll sich das ändern.

Das weitgehend unansehnliche und nur wenig genutzte Bahnhofsgelände ist dem Stadtrat ein Dorn im Auge. Er sieht mit einer Sanierungssatzung Chancen für bessere Handlungsmöglichkeiten und eine positive städtebauliche Entwicklung. Welche das sind, das soll erst erkundet und langfristig geplant werden.

5,76 Hektar groß


Die Satzung und deren Folgen stellte Städteplaner Klaus-Dieter Stiefler aus Bayreuth dem Stadtrat in der Dezembersitzung vor. Das auf die Dauer von 15 Jahren festgesetzte Sanierungsgebiet erstreckt sich von der Freizeitanlage Kiesi-Beach begrenzt durch die Kreisstraße NEW 5 sowie Bahnhofstraße bis zur Prof.-Dietl-Anlage nahe am Altstadtkern. Damit verbinden sich beide Sanierungsgebiete. Es ergänzt das seit 1989 bestehende Sanierungsgebiet im Stadtkern. "Es bestehen in diesem Bereich städtebauliche Missstände, die es zu beseitigen oder zu sanieren gilt", erläuterte Stiefler. Dazu zählt das marode Bahnhofsgelände mit dem Bahnhofsgebäude, das die Stadt bereits vor Jahren ersteigert hat.

Brachliegende oder unter Wert genutzte Flächen, Mängel bei der Verkehrsinfrastruktur und der erste Eindruck bei der Einfahrt in die Stadt ergänzen die Mängelliste. Dazu kommen eine schlechte Anbindung des Stadtkerns zum Naherholungszentrum Kiesi-Beach, Altlastendefizite und gestalterische und funktionelle Mängel am Stadteingang.

Das Sanierungsgebiet ist 5,76 Hektar groß. Anhand einer Fotoserie zeigte der Städteplaner die städtebaulichen Defizite und bahntypische Mangelnutzung auf. Grobe Ziele für die Neuordnung sind: Grünordnerische Verbindung zwischen Kiesi-Beach und Parkanlage zum Stadtkern; Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs unter Einbindung des Bahnhofes mit Park-and-Ride-Parkplätzen; Infostelle für Stadt und Region; Infrastruktur für E-Mobilität. Dazu ist es ein Ziel, einen attraktiven Stadteingang zu schaffen und das Stadtbild zu verbessern.

Aussicht auf Mittel


Das Konzept wird ergänzt durch die Beseitigung von Altlasten, langfristige hochwertigere Nutzungen und eine Umnutzung des Bahnhofsgebäudes zu generieren. Der Vorschlag des Planers, ein vereinfachtes Verfahren anzuwenden, wurde angenommen. Gründe dafür waren, dass weder bodenwertsteigernde Ergebnisse oder bodenordnende Maßnahmen zu erwarten sind. Per Satzung werden das Sanierungsgebiet und das Verfahren festgelegt. Durch die Satzung erhält die Gemeinde ein Vorkaufsrecht an Grundstücken im Sanierungsgebiet.

Die Gemeinde hat damit die Aussicht auf Städtebaumittel sowie bessere Steuerungsmöglichkeiten. Zudem erhalten private Grundstückseigentümer erhöhte steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten. Dafür ist eine Vereinbarung mit der Stadt zu den Sanierungszielen zu treffen. Die Satzung gilt 15 Jahre. Deren Laufzeit kann verlängert werden.

FragerundeIn der Fragerunde wurde das Thema Altlasten erörtert. Stiefler erläuterte, dass Bodenverunreinigungen nicht über Städtebaufördermittel entsorgt werden können. Dazu zählen vor allem mehrere Heizölumfüllstellen, die Dieselzapfstelle der Firma Raiffeisen, die ehemalige RBO-Tankstelle sowie eine Füllgrube und ein Ölkeller. Druck auf Eigentümer auszuüben, ist schwierig. Zur Idee, aus Teilbereichen Wohnbauflächen zu gewinnen, ergänzte der Städtebauplaner, dass solche aufgrund des Lärmschutzes sehr schwierig seien. Besser wären Gewerbebetriebe. Dazu sei die Deutsche Bahn AG ein sehr schwieriger Verhandlungspartner. Der Vorschlag, einen zweiten Gleiszugang oder einen Bahnüberweg zu schaffen, ist nur unter anderem mit erheblicher Kostenbeteiligung der Kommune möglich. Der Stadtrat beschloss einstimmig die Satzung zur förmlichen Festlegung des Sanierungsgebietes "Bahngelände Pressath". (ak)
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