Bernd Wohlgut bereist Krisengebiete
In fernen Ländern unterwegs

Auf den zahlreichen Basaren feilschen die Händler und Kunden um Gewürze, Stoffe und andere beliebte Waren. Bild: msh
Vermischtes
Pressath
09.03.2016
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Der Pressather Bernd Wohlgut bereist die Krisengebiete der Welt und verarbeitet seine Eindrücke dann in Büchern. Dieses Mal war er im türkisch-iranischen Grenzgebiet unterwegs. Hier hat er Einiges erlebt.

Bernd Wohlgut hat sich wieder auf die Reise gemacht. Der Pressather bereist seit einigen Jahren die Krisengebiete dieser Welt. Dort will er für seine Bücher die Stimmungen der Menschen vor Ort aufnehmen, um seine Erzählungen auch wirklich erlebt zu haben. Dieses Jahr führte ihn seine Reise nach Kurdistan, in das türkisch-irakische Grenzgebiet. Zunächst war die türkische Stadt Diyarbakir das Ziel, wo er die Flüchtlingswelle aus Syrien mit eigenen Augen sah. Durch seine kurdischen Kontakte und eine Menschenrechtsorganisation beobachtete er die Versorgung der örtlichen Bevölkerung mit Hilfsgütern und besuchte ein Flüchtlingslager. Der Großteil der Menschen sind Frauen, Kinder und Alte. Die jungen Männer haben sich längst nach Europa aufgemacht, in der Hoffnung, ihre Familien später nachzuholen.

Zurück in ihr Heimatland können sie nicht, weil Krieg herrscht und in der Türkei sind die Zukunftschancen nicht gut. Die Männer ziehen los und suchen neue Hoffnung in Europa. Die Einwohner des türkischen Kurdistan bekommen davon nicht viel mit, denn sie haben eigene Probleme: Sie sind im Konflikt mit der türkischen Regierung. Wohlgut hatte ein Hotel innerhalb der Stadtmauern gebucht. Doch schon der Weg dorthin gestaltete sich schwierig, denn sein Taxi wurde bei einer Polizeisperre angehalten. Nach langen Diskussionen und einem Treffen mit dem örtlichen Polizeichef konnte der Pressather sein Zimmer doch noch beziehen. Ständig waren Schüsse und Sprengungen zu hören, berichtet er. Auf Anraten seiner kurdischen Kontakte wechselte er dann erneut das Hotel, natürlich wieder begleitet von einer ausgiebigen Kontrolle durch die türkische Polizei.

Die zweite Station war die irakische Stadt Erbil. Dort war die Stimmung entspannter als in der Türkei. Zwar ist hier der Konfliktgegner der IS, der vor allem durch Selbstmordattentäter für Probleme sorgt, doch die Regierungsverantwortlichen zeigen sich siegessicher. Das überträgt sich auf die Bevölkerung. Wohlgut traf sich mit einem kurdischen Journalisten und zwei Kanadierinnen. Der Journalist erzählte ihm, dass Erbil eine aufstrebende Stadt sei, es gäbe viele Baustellen, das Vorbild sei Dubai. Die Kanadierinnen stimmten zu, sie hätten keine Angst hier in Erbil. Laut Wohlgut hat Erbil durchaus das Potenzial zu einer Touristenmetropole.

Die Zitadelle ist UNESCO Weltkulturerbe. Dass die Stadt auch weltoffen ist, zeigt sich unter anderem durch ein deutsches Restaurant, in dem auch Oktoberfest gefeiert wird, und die Tatsache, dass Alkoholkonsum erlaubt ist. Dennoch gibt es auch in Erbil Schattenseiten: Die Kluft zwischen Armen und Reichen ist groß und die Flüchtlingswelle ist ebenfalls allgegenwärtig. Wohlgut wurde auch in Erbil streng kontrolliert, inklusive Löschung einiger Fotos - aber wie er selbst sagt: "Immer respektvoll!" Über seine Reisen berichtet der Pressather noch in diesem Jahr.
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