Bernd Wohlgut erzählt von seiner Reise nach Türkisch- und Irakisch-Kurdistan
Expedition nach Arabien

Vermischtes
Pressath
04.05.2016
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"Durchs Wilde Kurdistan" war der Titel eines Vortrags von Bernd Wohlgut, zu dem Kolping und DJK Pressath ins DJK-Heim geladen hatten. Autor Bernd Wohlgut hatte für eine neue Publikation im Februar dieses Jahres Türkisch- und Irakisch-Kurdistan bereist und stellte seine nun Reise vor.

Wie man eine derartige Tour vorbereitet? "In diesem Falle waren die Vorbereitungen einfach", sagte Wohlgut. Er hatte sich mit der Kurdischen Gemeinde Deutschland in Köln zu einem Austausch getroffen und auch eine Reise nach Kurdistan besprochen. Allerdings wurde einer der vorgesehenen Interviewpartner, der Sprecher der kurdischen Anwaltsvereinigung von Diyarbakir, Tahir Elci, Anfang Dezember unter ungeklärten Umständen bei einer Protestveranstaltung ermordet. "Die Reise versprach interessant zu werden", meinte Wohlgut in Anbetracht dieses Ereignisses.

In Diyarbakir hatte der Referent dann auch prompt Schwierigkeiten, sein Hotel aufzusuchen, da es innerhalb der umkämpften Altstadt lag und ihm die Polizei den Zutritt verwehrte. Die Frage der Polizisten, was er beruflich mache und hier in Diyarbakir zu suchen hätte, kommentierte Wohlgut während des Vortrages sO: "Zu sagen, dass ich für die US-Armee arbeite, wäre sicher kontraproduktiv gewesen."

Seine kurdischen Kontaktleute hatten für ihn die Besichtigung von Flüchtlingseinrichtungen organisiert, nachdem ein offizieller Versuch über ein UN-Büro in Deutschland gescheitert war. "Ich wurde am Frühstückstisch im Hotel von einem mir unbekannten Mann angesprochen, der mir in fließendem Kurdisch und gebrochenem Englisch zu verstehen gab, er wäre heute mein Mann", erzählte Wohlgut. "Letztendlich brachte mich dieser Mann aber nur in ein Büro, wo ich 'weitergereicht' wurde, bis ich über zwei weitere Stationen schließlich den richtigen Guide traf."

Im Flüchtlingslager erfuhr er später Dinge abseits der Berichterstattung, beispielsweise dass jesidische Flüchtlinge in der Türkei unerwünscht sind und man von offizieller Seite versucht, sie loszuwerden, indem man "reisewillige" Jesiden vonseiten des türkischen Staats an die Ägäisküste bringt. "Reisebereitschaft" wird oft auch durch die Zahlung eines Handgelds hergestellt", so Wohlgut weiter.

In Erbil, der Millionenmetropole im irakischen Teil von Kurdistan, ist eine moderne aufstrebende Großstadt mit sehr vielen Baustellen zu finden. Sehr eindrucksvoll ist die "Zitadelle" von Erbil, ein Ort, der laut UN zu den am längsten besiedelten Orten der Menschheit gehört. In einem Museum habe man darauf bestanden, dass man "islamisch" und "arabisch" nicht mit einander verwechseln soll, erklärte Wohlgut weiter. Es gäbe zwar "arabische" Kleidung, aber die Kurden bestünden darauf, dass dies keine "islamische" sei.

"Eindrucksvoll war der neue Basar von Erbil, ein Ort wie man sich 1001-Nacht vorstellt", sagte Wohlgut. "Es macht Spaß, sich dort treiben zu lassen, einen Tee zu trinken und den Tag zu genießen." In Erbil habe er sich jederzeit sicher gefühlt, erzählte der Pressather. "Die Kurden und Jesiden sind motiviert und sicher, den schlecht ausgebildeten und ausgerüsteten IS besiegen zu können."
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