Bernhard Weigl über Franz Troglauer
Der Galgen ist mein Grab

Für seinen beeindruckenden Vortrag, den Bernhard Weigl (rechts) mit zahlreichen Grafiken, Landkarten und historischen Ansichten anschaulich gestaltete, gab es viel Applaus. Eckhard Bodner überreichte dem Referenten ein Exemplar von "Pressath in alten Bildern" sowie einen edlen Tropfen und bedankte sich für den kurzweiligen und informativen Abend. Bild: bod
Vermischtes
Pressath
13.04.2016
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Dass sein Leben einmal am Galgen enden würde, muss dem einzigen Oberpfälzer Räuberhauptmann Franz Troglauer schon relativ früh klar geworden sein. Das und noch viel mehr erfuhren die Zuhörer im Gasthof Heining.

Zu steil war Troglauers kriminelle Laufbahn, zu viele Verbrechen hatten sich auf seinem "Kerbholz" eingraviert. 1801 endete in Amberg auf dem Richtplatz das Leben Troglauers, das 1754 in Mantel begonnen hatte.

Auf Einladung von Heimatpflegebund und Volkshochschule Pressath begrüßte Eckhard Bodner im Gasthof Heining den Heimatkundler, dem es die Oberpfalz zu verdanken hat, dass die Taten des gänzlich in Vergessenheit geratenen Troglauer wieder bekannt wurden. Bernhard Weigl, den mit Troglauer nur verbindet, dass er auch aus Mantel kommt, war durch Zufall auf die Akte Troglauer gestoßen und versuchte von da an alles über die traurige Karriere des Gesetzlosen herauszufinden.

Im Gegensatz zu Robin Hood war Troglauer keiner, der den Reichen nahm und es an die Armen verteilte. Er war ein Krimineller, dessen Spur sich von Parkstein bis Fürth, von Bamberg bis Neumarkt und Regensburg belegen lässt. Vergehen wie Wilderei, Hehlerei, Diebstahl, Kirchenraub und Körperverletzung finden eine breite Palette in der Vita Troglauers. Dass nicht auch Mord dazu kommt ist nur Zufall. Schon seine erste Straftat mit 19 Jahren, eine schwere Körperverletzung, hätte als Totschlag oder Mord enden können, wären nicht der Bürgermeister Benner von Mantel und der katholische Nachtwächter dazwischen gegangen. Gerade erst war Troglauer von zwei Werbern im Gasthaus zum Hirschen (heute Gasthaus zur Post) als Soldat unter Vertrag genommen worden, als er die Gelegenheit wahrnahm und vor seiner Abreise noch schnell eine offene Rechnung mit einem Jüngling namens Hochmut mit Hilfe seines Säbels begleichen wollte.

In die Fußstapfen


Warum Troglauer, der aus einer ärmlichen Webersfamilie stammte, auf die schiefe Bahn geriet, ist unklar. Allerdings taten es ihm mehrere seiner acht Geschwister gleich, ebenso sein ältester Sohn Konrad, der auch in den Akten auftaucht. Früh schloss er sich mit seinem Bruder Johann der "Großen Fränkischen Räuberbande" an und stieg dort rasch zu einem der Rädelsführer auf. Ihr größter Coup war sicherlich der Raub des Bischofsstabes und vieler Kostbarkeiten des Bamberger Weihbischofs Johann Adam Behr im Jahr 1796. Der Schaden dieses Raubzugs belief sich auf 12 000 Gulden, ein Vermögen in der damaligen Zeit.

Troglauer gründete nach der Auflösung seine eigene Räuberbande in der Oberpfalz und suchte vor allem den Raum zwischen Neumarkt, Amberg und Pegnitz heim. Mehrmals wurde er gefasst und saß in den Gefängnissen in Vilseck, Wülzburg, Regensburg oder Straubing ein. Immer wieder hatte er Glück und wurde abgeschoben oder konnte sogar fliehen.

Dass der Landrichter von Parkstein Georg von Grafenstein ihm ein besonders übles Zeugnis ausgestellt hatte und unter allen Umständen seine Freilassung vereiteln wollte, nahm Troglauer übel. Mehrere Tage lauerte er dem Landrichter erfolglos auf, um ihn mit seiner Muskete zu ermorden. Auch der Pfleger von Eschenbach und der Jäger von Kohlberg standen auf seiner Abschussliste.

Im Dezember 1800 gelang es dem Gerichtsdiener Joseph Wehrnhammer unter Einsatz seines Lebens, Troglauer in der Nähe von Freystadt bei Neumarkt zu arretieren. Mit seinem Bruder Zacharias saß er in der Eisenfronveste in Amberg in sicherem Gewahrsam und wartete auf seinen Prozess. Während Zacharias zu vier Jahren Zuchthaus verurteilte wurde lautete sein Richterspruch: Tod durch Erhängen.

Am 6. Mai 1801 wurde das Urteil am Galgenberg in Amberg vollzogen. Schnell geriet der Räuberhauptmann Troglauer selbst in Mantel in Vergessenheit. Bernhard Weigl vermutet einen Zusammenhang mit dem Großbrand, der nur Tage später 125 Häuser im Ort einäscherte und die Menschen mehr beschäftigte.
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