Böses Erwachen nach DayDream-Festival
Die Bilanz der Partynacht

Über Tausend Elektro-Fans versammelten sich zum "DayDream-Festival" am Kiesi-Beach. Für viele Anwohner hörte der Spaß bei der Lautstärke auf. Bild: jma
Vermischtes
Pressath
01.08.2016
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Nicht für alle traumhaft war das "DayDream-Festival" am Kiesi-Beach. Von Samstagnachmittag bis Montag ging eine regelrechte Beschwerde-Flut bei der Stadt Pressath, der Polizei und Bürgermeister Werner Walberer ein.

Die Konsequenzen des Bürgermeisters nach dem Festival sind klar: "Mit diesem Veranstalter wird es in Pressath keine Veranstaltung mehr geben." Auch auf der Facebook-Seite des Onetz häufen sich nach dem Fest negative Kommentare. "Bei dieser Lautstärke musste man nicht anwesend sein", kommentiert eine Nutzerin. Es reiche, in Pressath zu wohnen. Auch im Vergleich zu anderen lauten Veranstaltungen am Kiesi-Beach sei der Lärm extrem gewesen, meint eine andere Frau. Außerdem hätten Gäste außerhalb der Toiletten ihre Notdurft verrichtet.

Eindeutiger Vertragsbruch


Bei der Polizeiinspektion Eschenbach gingen Anrufe wegen Lärmbelästigung während des Soundchecks und zu Beginn des Festivals ein. Anzeigen wegen der Hinterlassenschaften der Besucher liegen der Polizei nicht vor. Die Klagen der Pressather hat Polizeihauptkommissar Werner Stopfer auch an Stadt und Bürgermeister weitergeleitet.

Walberer ist es wichtig, der Jugend etwas zu bieten. Die Anlage am Kiesi-Beach sei dafür ideal, und bei früheren Veranstaltungen habe es noch nie solche Probleme mit der Lautstärke gegeben. "Ich bin sehr tolerant, aber dieses Mal wurden Grenzen überschritten." Eine Genehmigung lag dem Veranstalter für die Zeit ab 16 Uhr vor, Beginn war jedoch schon um 14 Uhr. "Ein eindeutiger Vertragsbruch", stellt Walberer fest. Man müsse auch Verständnis haben für ältere Menschen und Familien mit Kindern, denen die Musik zu laut ist. Die massiven Beschwerden im Rathaus übermittelte Walberer an den Organisator, die Lautstärke wurde daraufhin nur zaghaft vorübergehend reduziert, erzählt der Bürgermeister.

Auch Wolfgang Stemmer vom Veranstalter Event-Media-Group Weiden nimmt Stellung zu den Vorwürfen: "Wir haben etliche der unmittelbaren Anwohner befragt, von denen sich keiner gestört fühlte." Nach Beschwerden habe er die Lautstärke ab 18 Uhr deutlich zurückgedreht. Außerdem habe er mit dem Leiter des Sicherheitsdienstes die Lautstärke in der Umgebung gemessen, unter anderem am Steinbühl und am Rewe-Markt. Dabei hätten die Dezibel-Werte das von der Stadt vorgeschriebene Maximum stets unterschritten.

Appell an die Vernunft


"Vielen Festivalbesuchern war die Musik sogar zu leise, da sie sich unmittelbar vor der Bühne noch unterhalten konnten", sagt Stemmer. Unterschiede zu anderen Veranstaltungen seien die Dauer der Beschallung und die basslastige Elektro-Musik, an die viele Menschen nicht gewöhnt seien. Menschliche Ausscheidungen waren nur außerhalb des Festival-Geländes zu finden und sind wohl teilweise schon älteren Datums, berichtet Stemmer. "Toiletten waren in ausreichender Anzahl vorhanden." Man könne nur an die Vernunft der Gäste appellieren, die Toiletten zu nutzen, sagt Stopfer.

Positiv merkt Stemmer an, dass das Festival ohne Schlägereien und außer drei Fällen von Kreislaufschwäche ohne Einsätze des BRK über die Bühne ging.
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