Bürgerversammlung
Klein, ausbaufähig, erfolgreich

Den Asylbewerbern und Flüchtlingen wollen Helferkreissprecherin Gudrun Raab und Bürgermeister Werner Walberer das Einleben in Pressath so leicht wie möglich machen. Dabei zählen sie auf die Unterstützung der Bürger. Bild: bjp
Vermischtes
Pressath
05.11.2016
34
0

Bürgermeister Werner Walberer stand in der Bürgerversammlung Rede und Antwort zu vielerlei Themen: Trassenbau, Altstadtsanierung, Asylbewerber, Barrierefreiheit, Seniorengemeinschaft oder Verkehrsüberwachung.

Kurz ging Bürgermeister Werner Walberer in der Bürgerversammlung auf das geplante "Süd-Ost-Link"-Starkstromerdkabel ein. Zur Trassenplanung hätten die Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Stellung genommen und mögliche Hindernisse aufgezeigt, die gegen eine Verlegung des Kabels durchs VG-Gebiet sprächen (wir berichteten). Die Streckenführung solle 2018 in großen Zügen und bis 2021 im Detail feststehen.

"Marktplatz" im Fokus


Walberers Dank galt allen Hauseigentümern, die im Zuge der Altstadtsanierung ihre Häuser in Eigeninitiative renovieren ließen. Die Stadt behalte die Vision eines kleinen "Marktplatzes" in der oberen Reinwaldstraße im Auge, wo sie zwei Anwesen erworben habe. Außerdem informierte Walberer über die Ausweitung der kommunalen Verkehrsüberwachung auf die Nachtstunden, das Beschilderungskonzept und die laufende Kartierung von Fließgewässern im Stadtgebiet. Den Umbau des Bahnhofsgaststätten-Dachgeschosses zu Flüchtlingswohnungen habe der Stadtrat mit Blick auf die, für das Bahnhofsgebiet geltende Sanierungssatzung, erneut abgelehnt. Doch liege die endgültige Entscheidung beim Landratsamt.

Helferkreis Asyl


Eine positive Bilanz der Arbeit ihrer "kleinen und ausbaufähigen Gruppe" zog die Sprecherin des "Helferkreises Asyl", Gudrun Raab. "Wir haben das zurückliegende Jahr mit all seinen Herausforderungen und Anstrengungen auch immer als Bereicherung empfunden". Die Weihersbergerin appellierte: "Wie auch immer wir zu diesen Menschen stehen, sie leben jetzt hier, und es ist unser aller Aufgabe - und sollte auch unser Wunsch sein - dass wir miteinander gut auskommen." Dies gelinge nur, "wenn wir diesen Menschen offen begegnen und ihnen Chance und Starthilfe zur Integration geben".

Beim monatlichen Helferstammtisch plane der Kreis seine Arbeit. Weitere feste Angebote seien Sprachkurse im Kolpingheim und die im Bahnhof eingerichtete Kleiderkammer, die auch bedürftigen Einheimischen offen stehe. Viele Besucher hätten sich zum "Begegnungscafé" im AWO-Heim und zum gemeinsamen Grillen im Pfarrgarten eingefunden. Die Flüchtlinge hatten dafür Kuchen und Salate vorbereitet. Raab bewarb die Patenschaften für Kinder oder Familien. Die Schüler seien von Unterrichtsanforderungen und Hausaufgaben oft noch überfordert und bräuchten Unterstützung. Ferner bat sie lokale Unternehmen, Praktikums-, Ausbildungs- und Arbeitsplätze anzubieten: "Diese Menschen wollen arbeiten und dürfen es in der Regel auch." Auch Vereine könnten Flüchtlingen bei der Integration helfen: "Die Sportvereine gehen hier schon beispielgebend voran." Der nächste "Begegnungscafé"-Nachmittag ist am 20. November.

Fast 30 Prozent älter als 60


Über die 2015 gegründete Seniorengemeinschaft "Generationen Hand in Hand" (GeHiH) sprach der städtische Seniorenbeauftragte Albert Butscher. Die Selbsthilfegemeinschaft "auf breiter, effektiver Basis" zähle jetzt 180 Mitglieder. Gemeinsam könnten Seniorengemeinschaften, gewerbliche Anbieter und "kleine Dienste" älteren Menschen helfen, nach ihren Wünschen zu leben: "Mehr als 95 Prozent möchten in Ruhe und Würde daheim alt werden und den ,finalen Weg' ins Heim vermeiden oder möglichst lange hinausschieben. Tatsächlich aber sterben zurzeit noch drei von vier Menschen im Krankenhaus oder Heim."

Butscher lobte die Stadt für den "beispielgebenden und fürsorglichen" behindertenfreundlichen Umbau des Rathaus-Erdgeschosses. Auch beim bevorstehenden Umbau des "Haus der Vereine" und bei Straßenbaumaßnahmen werde an ältere und behinderte Menschen gedacht. Immerhin seien 29 Prozent der Pressather älter als 60 Jahre. Die Kommune folge somit "einer Realität und einem Gebot zum praktischen Handeln".

Zebrastreifen nächstes Jahr?


Für die Zukunft wünschte sich der Seniorenbeauftragte einen rollator- und rollstuhlgerechten, ebenen und rutschhemmenden Weg vom Seniorenheim zur Kirche und zur Hauptstraße. Vorbilder gebe es bereits in der Alten Schulgasse und am Schellenberg. Auch in Sachen Fußgängerüberweg über die Hauptstraße beim Altersheim sollte die Stadt "am Ball" bleiben. In der Fragestunde griff Doris Keilwerth das Thema auf und fragte den Bürgermeister, was bisher die Verwirklichung dieses schon öfters ausgesprochenen Wunsches verhindert habe.

Walberer entgegnete, dass die Hauptstraße zum Kreisstraßennetz gehöre, so dass die Stadt von sich aus nichts machen könne. Gespräche mit dem zuständigen Staatlichen Bauamt über eine Geschwindigkeitsbeschränkung und einen Zebrastreifen hätten bisher noch keine Einigung erbracht. Das habe auch gesetzliche Gründe. Für kommendes Jahr erwarte man eine Gesetzesänderung, die auf Kreisstraßen die Festsetzung von Geschwindigkeitsbegrenzungen und die Markierung von Fußgängerüberwegen bei Altenheimen und Schulen erleichtern werde.

Wie auch immer wir zu diesen Menschen stehen, sie leben jetzt hier, und es ist unsere Aufgabe, dass wir miteinander gut auskommen.Gudrun Raab, Helferkreis Asyl
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.