Einbruch-Vorsorge beim TSV Pressath
Der TSV schlägt Alarm

Immer häufiger finden Hausbesitzer die Wohnungstüren so geöffnet. Viele wollen das durch Alarmanlagen verhindern. Archivbild: Huber
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Pressath
16.02.2016
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Spätestens nach dem Einbruch beim Pressather Reiterhof stellt sich die Frage: Was tun gegen diese Plage? Der TSV Pressath ist aktiv geworden - wenn auch nicht ganz freiwillig.

Zwei Tage nach dem Einbruch im Pferdestall an der Grafenwöhrer Straße fühlt Josef Sirtl mit den Reiterfreunden. Der Vorsitzende des TSV Pressath hat das gleiche in den vergangenen Jahren selbst vier oder fünf Mal erlebt. "Unser Sportzentrum ist ebenfalls abgelegen", sagt Sirtl. Die Erfahrung zeige, dass Einbrecher eine solch einsame Lage zu schätzen wissen.

Sirtl hat erfahren, dass der Einbruch erst der Auftakt ist: Nach den Verbrechern machen die Versicherungen Probleme, vor allem, wenn sich die Einbrüche wie beim TSV wiederholen. "Unsere Versicherung hat uns damit gedroht, die Beiträge zu erhöhen, wenn wir nichts unternehmen", erklärt Sirtl. Der Aufschlag wäre so heftig gewesen, dass der TSV anderweitig handelte: Der Verein lässt Sportheim und Umfeld künftig von einer Alarmanlage sichern.

Dass sei nicht günstig, besonders, weil die Versicherung auf den Einbau durch einen zertifizierten Spezialisten besteht. Am Mittwoch entscheidet der Stadtrat, ob er dem Verein einen Zuschuss gewährt. Sirtl hofft sehr darauf: "Wir reden hier von rund 7000 Euro. Das ist viel Geld für einen kleinen Verein wie den TSV."

7000 Euro: Diesen Betrag setzt auch Erwin Stich für ein durchschnittliches Einfamilienhaus an. "Wenn man mit 15 Fenstern rechnet, dann muss man so viel ausgeben, um wirklichen Schutz zu erreichen." Stich betreibt in Floß eine Elektrofirma, die VDS-zertifiziert ist und damit von den deutschen Versicherungen anerkannt wird. Seit 30 Jahren verbaut Stich Alarmanlagen, aber so gut wie in den letzten zwei bis drei Jahren lief das Geschäft noch nie. "Wir haben mehr Aufträge, als wir abarbeiten können." Rund drei Monate betrage die Wartezeit.

"Früher gab es Alarmanlagen nur bei wirklich Wohlhabenden", sagt Stich. Heute sei das anders. Die vielen Nachrichten machen auch immer mehr "ganz normale Hausbesitzer" vorsichtig. Bei vielen Neubauten werde die Alarmanlage von Anfang an eingeplant, besonders wenn es sich um gewerbliche Gebäude handelt.

Häufig ist Stich inzwischen auch zu Beratungsgesprächen unterwegs. Seine Kunden wollen wissen, welche Möglichkeiten sie haben: Zum einen empfiehlt Stich mechanische Schutzmaßnahmen wie absperrbare Fenster. Die andere Möglichkeit sind dann klassische Alarmanlagen, die für Licht und Lärm sorgen, wenn Einbrecher ins Gebäude eindringen.

Auf einen Mix aus beidem setzt künftig auch der TSV Pressath, trotz der hohen Kosten. "Natürlich ist das viel Geld, aber wenn man sieht, was wir andernfalls für die Versicherung gezahlt hätten, ist das immer noch die bessere Lösung", sagt Josef Sirtl.

Keine heiße SpurNach dem Einbruch in den Stall der Reiterfreunde Pressath in der Grafenwöhrer Straße ermittelt weiter die Kriminalpolizei Weiden. Eine heiße Spur gebe es bislang nicht, erklärt Polizeisprecher Albert Brück. Alle bisherigen Erkenntnisse sprechen dafür, dass die Täter gezielt und planvoll vorgingen. "Hier war niemand am Werk, der nur eine günstige Gelegenheit genutzt hat", sagt Brück.

Vergleichbare Fälle von Einbrüchen in Reitställe habe es in jüngster Zeit nicht gegeben. Allerdings gab es häufiger Fälle, bei denen die Täter ähnlich vorgegangen sind. Brück verweist etwa auf einen Einbruch bei einem Amberger Optiker vor einigen Tagen. Dabei erbeuteten die Täter Brillengestelle für mehrere Zehntausend Euro.

In all diesen Fällen ist die Polizei auf die Hilfe von Zeugen angewiesen. Auch scheinbar unverdächtige Beobachtungen können der Polizei weiterhelfen. "Einbrecher haben in den seltensten Fällen, Masken auf und Brecheisen in den Händen", sagt Brück. Gerade professionelle Täter gehen oft so ruhig und abgeklärt vor, dass sie leicht mit normalen Lieferanten verwechselt werden. Wer Beobachtungen melden will, kann dies bei der Kriminalpolizeiinspektion in Weiden tun: Telefon 0961/4010. (wüw)
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