Einbruchserie in Pressath
Jetzt hütet Sammy das Haus

Nach einem versuchten Einbruch in ihr Haus hat Familie Schiffmann Sammy zu sich geholt. Die Schäferhündin hütet das Haus. Bild: Schönberger
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Pressath
14.11.2016
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Vier Einbrüche innerhalb einer Woche in Pressath und Schwarzenbach: Die Diebe erbeuten Schmuck, Werkzeug, einen Rasenmäher-Traktor, zwei Transporter. Doch am Haus von Birgit Schiffmann scheitern sie.

Nur eine Dreiviertelstunde war sie außer Haus, schon war es passiert: Am vergangenen Dienstag warf ein Unbekannter zwischen 18.15 und 18.30 Uhr mit einem faustgroßen Stein ein Fenster auf der unbeleuchteten Rückseite des Hauses ein. Vermutlich erst beim zweiten Schlag zersplitterte die Glasscheibe. Denn einmal traf der Einbrecher nur den Fensterrahmen. Die Spuren, Kratzer im Lack, sind deutlich sichtbar. Die Nachbarn hätten den Schlag sogar gehört, erzählt Schiffmann.

Als sie kurz vor 19 Uhr mit ihren beiden Söhnen, vier und acht Jahre alt, vom Pferdefüttern in Freihung zurückkam, sah sie sofort das Ausmaß: "Der ganze Flur war voller Scherben. Zuerst sah ich an die Decke und dachte, die Lampe sei zersprungen", erzählt die Pressatherin. Sofort habe sie die Polizei informiert.

Die Beamten waren nach wenigen Minuten da, sicherten bis etwa 22 Uhr Spuren und befragten die Mutter. Nachbarn passten derweil auf die Buben auf. In das Einfamilienhaus war der Einbrecher nicht gelangt - der Fenstergriff war abgebrochen, so konnte er es von außen nicht öffnen. Ob der Hebel durch den Stein getroffen worden oder beim Versuch, das Fenster mit der Hand zu öffnen, kaputt gegangen war, wisse Schiffmann nicht. Der abgebrochene Fenstergriff - "das war das Glück." Der materielle Schaden beträgt 300 Euro, der psychische ist viel fataler. Seit dem Einbruch ist nichts mehr wie es war: "Für die Kinder ist es am schlimmsten", meint Schiffmann. Die Buben hätten Angst und besonders der Kleine Schwierigkeiten, alleine zu schlafen. Unerträglich wäre es gewesen, wenn der Täter in die Räume gelangt wäre und alles durchwühlt hätte.

Verdächtiges Auto


Seit dem versuchten Einbruch hat die Familie ihr Verhalten geändert: "Wir schauen jetzt immer, dass jemand zu Hause ist", erzählt die Mutter. Auch Hund Sammy passt nun im Garten auf. Erst im Frühjahr hatte Birgit Schiffmann Sammy geschenkt bekommen, die siebenjährige Schäferhündin lebte jedoch bei Schiffmanns Vater. Nun hat sie das Tier zu sich geholt. "Am ersten Tag nach dem Einbruch war mir unwohl, aber jetzt ist der Hund da", sagt Schiffmann.

Schiffmann, die in Pressath einen Malerbetrieb leitet, hofft, dass die Polizei den Täter schnappt. Auf Facebook sucht sie selbst nach Zeugen, die einen "kräftig blauen, sehr alten Ford Sierra oder Granada" gesehen haben. Die Geschäftsfrau vermutet, dass das Auto mit dem Beinahe-Einbruch in Verbindung stehe.

Eine Tat wie die bei Familie Schiffmann bezeichnet die Polizei als "Dämmerungseinbruch". Zwischen 17 und 19 Uhr rechnen die Täter damit, dass die Hausbewohner noch nicht zu Hause sind und sie die Dunkelheit schütze. Die Beamten der Inspektion Eschenbach überwachen ihr Gebiet deshalb auch verstärkt in zivil, berichtet Werner Stopfer. Aber: "Jeder muss für sich selber schauen, dass das Haus sicher ist", meint der stellvertretende Dienststellenleiter. Immer mehr Bürger legen sich deshalb eine Alarmanlage zu.

Endlich wieder Ruhe


"Es ist für einen Bürgermeister immer beunruhigend, wenn eingebrochen wird", sagt Werner Walberer. Hysterie möchte der Pressather Bürgermeister vermeiden. Aber auch durch eine stärkere Präsenz der Polizei würden sich Einbrüche nie ganz verhindern lassen. Er hoffe jedoch, dass bald "wieder Ruhe im Ort einkehrt." (siehe Kasten)

Tipps der PolizeiDie vier Einbrüche in Pressath und Schwarzenbach seien "Dämmerungseinbrüche", sagt Werner Stopfer. Der stellvertretende Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Eschenbach nennt Tipps, wie sich Bürger schützen können:

Er warnt davor, Fenster oder Türen zu kippen, wenn niemand daheim sei. "Ein gekipptes Fenster ist ein offenes", meint der Polizist.

"Täter scheuen Helligkeit", sagt Stopfer. Bewegungsmelder am Haus oder eine Zeitschaltuhr, die im Zimmer das Licht regelt, helfen.

Bei Dieter Melzner von der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle Weiden, Telefon 0961/401 258, bekommen Interessierte kostenlos Tipps zu Alarmanlagen. Melzner berät zum Teil vor Ort.

Bemerkt ein Nachbar einen Einbrecher, sollte er diesem nicht zu nahe kommen, sagt Stopfer. Diebe können bewaffnet sein. Besser sei es, sich so viele Details wie möglich einzuprägen: zum Beispiel das Aussehen des Täters, sein Auto samt Kennzeichen, die Fluchtrichtung. Die Polizei sollte sofort informiert werden. Dann machen sich mehrere Streifen auf zum Tatort, um den Einbrecher vor Ort oder in der Umgebung zu stellen, erklärt der Polizist. (esa)
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