Fußwallfahrt nach Amberg
Pressather pilgern scho lange

Das Gefühl der Gemeinschaft sowohl beim Marschieren und Beten als auch beim Bergfest in Amberg mit seinem besonderen Flair wird von den Teilnehmern ganz besonders geschätzt.
Vermischtes
Pressath
23.06.2016
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Eine mehr als 150-jährige Tradition hat die Fußwallfahrt von Pressath zum Mariahilfberg. Jedes Jahr pilgern Gläubige nach Amberg. Ein Rückblick.

Diese lange Tradition hielten im vergangenen Jahr 39 Pilger aufrecht. Mit Gebet und Segen schickte Stadtpfarrer Edmund Prechtl die Pilger auf den insgesamt über 70 Kilometer langen Weg.

Ein Höhepunkt war der Wallfahrergottesdienst am Sonntagmorgen in der Bergkirche. Dazu war auch Stadtpfarrer Prechtl gekommen. Eine Eschenbacher Bläsergruppe gestaltete die Feier mit. 16 Wallfahrer kehrten gegen Mittag von Gebenbach nach Pressath zurück. In der Pfarrkirche empfingen sie den Schlusssegen von Pfarrer Prechtl.

Über die Entstehung der Wallfahrt ist nichts genaues überliefert. Eine interessante Geschichte dazu schilderte Stadtpfarrer Ludwig Bock im Pfarrbrief 25/26 aus dem Jahr 1991: "Georg Schwärzer, Bäcker aus Pressath, und seine Ehefrau Anna hatten einen Sohn mit dem Namen Anton Schwärzer, welcher am 20. Januar 1876 geboren war. Dieses Kind fiel im Alter von ein oder zwei Jahren von einem Fenster des Wohnhauses auf die Straße. Der Vater, der gerade mit dem Bierwagerl in der Nähe des Hauses war, sah dies. Er eilte herbei und ließ den Arzt Dr. Ditmar holen.

Der Arzt erklärte, dass das Kind tot sei. Georg Schwärzer machte das Versprechen: Wenn mein Kind durchkommt, will ich, so lange ich kann, nach Amberg zu Fuß gehen. Eine Stunde darauf machte das Kind die Augen auf und war wohlauf. Man hatte das Kind bereits im Zimmer aufgebahrt. Schwärzer hat sein Versprechen gehalten und ist aus Dankbarkeit 38 mal zu Fuß nach Amberg gegangen und zwar am Hochfest Peter und Paul (29. Juni). Andere Pressather haben sich ihm angeschlossen. Anton Schwärzer lebte später in Berlin als Oberlokführer im Ruhestand. Dort ist er im Jahre 1972 verstorben." Pfarrer Bock schreibt, dass die Wallfahrt viel früher entstanden sein muss, denn bereits 17 Jahre früher schrieb der damalige Pfarrer Anton Sintzel: "Das Katholische Stadtpfarramt Pressath an das Katholische Stadtpfarramt Amberg: Man setzt hiermit das jenseitige verehrliche Stadtpfarramt in Kenntnis, dass der unterzeichnete Amtsvorstand, kommenden Sonntag, den 3. Juli laufenden Jahres, abends zwischen 4 und 6 Uhr mit einer Truppe Wallfahrer auf dem Mariahilfberg unter Vortragung des Kruzifixes eintreffen wird."

Dieses Schreiben, das im Original im Pressather Pfarramt liegt, darf man wohl in seiner Selbstverständlichkeit so erklären, dass schon im Jahre 1859 die Pressather Fußwallfahrt nach Amberg eine vertraute Gewohnheit war.
Weitere Beiträge zu den Themen: Wallfahrt (79)Edmund Prechtl (13)
1 Kommentar
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Evelin Lehnert aus Brand | 26.06.2016 | 21:28  
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