Heimtückische Krankheit: Michael Röhm informiert Mittelschüler über den Kampf gegen Lepra in Togo
Den Teufelskreis durchbrechen

In drei Vorträgen informierte Michael Röhm aus Würzburg die Mädchen und Buben der Klassen fünf bis acht über das westafrikanische Land Togo. Dabei standen die Infektionskrankheiten Lepra und Tuberkulose im Mittelpunkt. Bild: nn
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Pressath
10.10.2016
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"Es ist Zeit zu kämpfen. Das ist Ambele Adoto sofort klar, als er die Flecken auf der Haut seines Neffen sieht. Zu oft schon musste er hilflos mit ansehen, wie Lepra das Leben von Familienmitgliedern zerstörte." Einen guten Einblick in das westafrikanische Land Togo mit seinen vielfältigen Problemen vermittelte Michael Röhm den Buben und Mädchen der Mittelschule.

Röhm engagiert sich für die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe. In insgesamt drei Vorträgen informierte er die Fünft- bis Achtklässler über diese heimtückischen Krankheiten und die Erfolge im beharrlichen Kampf gegen sie.

"Mit hellen Flecken geht es los. Finger und Zehen fühlen sich taub an und in einem späteren Stadium kommen Geschwüre sowie Lähmungen dazu", berichtete der Referent. "Im schlimmsten Fall führen die Nervenschädigungen zu Verstümmelungen an Händen und Füßen." Seit über 50 Jahren arbeite die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe in Togo. Damals seien noch über 15 000 Menschen jedes Jahr an Lepra erkrankt, erfuhren die Kinder und Jugendlichen. Die Krankheit verursache unermessliches Leid für die Menschen, die dazu häufig noch ausgegrenzt worden seien, informierte Röhm. Seitdem habe sich jedoch vieles verbessert.

Zusammen mit den Gesundheitsbehörden habe die DAHW ein landesweites Kontrollprogramm unter anderem für Lepra und Tuberkulose aufgelegt. Dadurch hätten die meisten Kranken während der Behandlung weiter in ihren Dörfern leben können, erklärte der Helfer. Doch sei Lepra trotz aller Anstrengungen und Erfolge immer noch nicht ausgerottet. Die Krankheit stürze auch heute noch Familien ins Elend.

Für die nächsten Jahren habe sich die DAHW deshalb vorgenommen, noch stärker aktiv nach Lepra-Fällen in den Dörfern zu suchen und eine effektive Zusammenarbeit mit den 46 Lepra-Kontrolleuren sowie den Gesundheitsdiensten in Togo anzustreben. "Wir müssen weiterkämpfen und den Teufelskreis aus Armut und Krankheit endlich durchbrechen."

Anhand von Bildern brachte der Referent den Kindern auch das westafrikanische Land näher, das mit 56 785 Quadratkilometer kleiner als Bayern ist. Die knapp sieben Millionen Einwohner verfügen nur über ein Pro-Kopf-Einkommen von 513 Dollar pro Jahr. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt knapp 57 Jahre. Obwohl arm, kann das Land seine Bürger selbst ernähren.
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