In Pressath formiert sich der Helferkreis Asyl
Brückenbauer gesucht

Aus fast allen Generationen kamen die ersten Mitglieder des Helferkreises Asyl Pressath, der sich im Bistro Minu gründete. Gudrun Raab (Vierte von links) hofft auf noch viele weitere Helfer. Bild: bjp
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Pressath
18.12.2015
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An die 50 Asylbewerber leben in Pressath - mit Gudrun Raab gibt es aber nur eine vom Landkreis berufene Sozialbetreuerin. Nun erhält die Weihersbergerin Rückendeckung: Zehn Mitstreiter gründeten den Helferkreis Asyl. Alle hoffen, dass es mehr werden.

Dass es an Arbeit, aber auch an Anregungen nicht fehlt, bewies den Helfern schon das erste Brainstorming der Gruppe, in die sich auch Luise Nomayo aus Parkstein einbringen will. Vor allem für menschliche Begleitung, für Fahr- und Dolmetscherdienste und das Vertrautmachen mit dem deutschen Alltag vom Arztbesuch bis zu Schule und Sprachunterricht sind Menschen mit "Herz und Hand" stets gerngesehen. "Wir würden uns freuen, wenn jemand eine Patenschaft übernähme", meint Raab. Für die Betreuung von Kindern und Jugendlichen sowie den Deutschunterricht seien Personen mit pädagogischer Erfahrung willkommen - "das können Lehrer und Erzieher, aber auch Familienmütter und -väter sein."

Schön wäre auch, wenn ehrenamtliche Mitarbeiter Zeit und Ideen mitbrächten, um den Zuwanderern bei der Freizeitgestaltung zu helfen: "Das kann von Spielenachmittagen über Fahrradreparaturkurse und Ponyreiten bis zu Ausflügen oder Festtagsprogrammen reichen." Hoffnungen setzt Raab in die Vereine: "Gerade in den Sportvereinen gibt es Möglichkeiten, Asylsuchende einzubinden." Eine Initiative hierzu starten Christopher Fritsch von der Pressather DJK und Josef Rodler mit einem "Fußball-Schnupperkurs" für Flüchtlinge im Alter von 5 bis 15 Jahren.

"Wir wollen uns an die Flüchtlingsbetreuer im Vierstädtedreieck und im Kemnather Land wenden und sie bitten, interessierte Jugendliche - Buben wie Mädchen - zur Teilnahme zu melden", kündigten die beiden an. Das erste "Probespiel" soll es am 23. Dezember ab 11.30 Uhr in der Pressather Sporthalle geben. Auf längere Sicht wolle man mit den Sportvereinen des Kulmgebiets zusammenarbeiten, um die Zuwanderer einzubinden. Ein weiteres Projekt von Gudrun Raab ist die Kleiderkammer im Pressather Bahnhof.

"Nicht nur Flüchtlinge, sondern auch einheimische Bedürftige sollen dort alles erhalten können. Hierfür freuen wir uns über jede Spende von Kleidungsstücken, Spielsachen, Haushaltsartikeln, Fahrrädern, Rollern oder Rollschuhen und allem, was sonst nützlich ist - und natürlich über jeden, der beim Einrichten der Kleiderkammer anpacken möchte", ruft die Sozialbetreuerin auf.

Last but not least seien sprachliche Brückenbauer hochwillkommen: "Vor allem arabische Sprachkenntnisse wären wertvoll. Wir hoffen aber auch auf helfende Zungen, die mit Albanisch, Serbisch, Kroatisch, Bosnisch oder Makedonisch, mit dem in Pakistan gesprochenen Urdu, mit Aserbeidschanisch oder Russisch vertraut sind." Wer in der ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuung mitarbeite, sei unfall- und haftpflichtversichert.

Treffen am 11. JanuarDie Arbeit des "Helferkreises Asyl Pressath" solle Neuankömmlingen und Alteingesessenen gleichermaßen Nutzen bringen, unterstrich Sozialbetreuerin Gudrun Raab beim Gründungstreffen: "Wir wollen den Kontakt zwischen Hiesigen und Asylsuchenden herstellen, Berührungsängste abbauen und Freundschaften stiften." Hierfür könne man sich die Gründung eines "gemischten offenen Stammtischs aus Flüchtlingen und Einheimischen" vorstellen.

Wer in der Gruppe mitarbeiten oder zunächst "nur" mehr über sie wissen möchte, ist zum nächsten Treffen am Montag, 11. Januar 2016, um 19.30 Uhr im TSV-Sportheim eingeladen oder kann sich an Gudrun Raab, Telefon 09644/1002, wenden. Nähere Auskünfte zum "Fußball-Schnuppertraining" für Flüchtlingskinder und -jugendliche am 23. Dezember (siehe Hauptartikel) gibt Christopher Fritsch, Handy 0151/54973110. (bjp)
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