Kreisbrandmeister spendet Stammzellen
Keine Sekunde gezögert

Jürgen Haider. Bild: is
Vermischtes
Pressath
29.07.2016
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Jürgen Haider hat Stammzellen für einen Leukämiekranken gespendet. Obwohl er den Patienten nicht kennt, ließ er sich zwei Stunden an eine Maschine anschließen, um sein Blut zu zentrifugieren. Haider findet: Kaum der Rede wert.

Sein Einsatzbereich reicht von Schwarzenbach bis Mockersdorf. 14 Feuerwehren betreut der Kreisbrandmeister. Jürgen Haider ist mit dem Amt fest verwachsen: Der 42-jährige wohnt sogar im Feuerwehrhaus. In der vergangenen Woche hatte er einen ganz anderen Einsatz. Der Pressather spendete auf Vermittlung der DKMS Stammzellen für den Kampf gegen den Blutkrebs.

Herr Haider, für einen Leukämiekranken gibt es vor seiner Operation keinen Weg zurück. Er braucht unbedingt die Stammzellen. Wie war es, vor ihrer Spende, Verantwortung für zwei Leben zu tragen?

Jürgen Haider: Da hab ich nicht drüber nachgedacht. Der Leukämiekranke klammert sich natürlich auch an den letzten Grashalm und es gibt ja auch eine gute Chance, die Stammzellen an ihn weiter zu geben. Für mich gab es keinen Gedanken, das nicht zu machen.

Haben Sie sich auf die Spende vorbereitet?

Du musst dir vier Tage vorher eine Spritze geben. Ansonsten gibt's da keine große Vorbereitung.

Wie ist die OP verlaufen?

Im Regelfall dauert sie zwischen drei und fünf Stunden. Je nachdem, wie die Stammzellen durch die Zentrifuge herausgeworfen werden können. Ich war nach zwei Stunden fertig. Wahrscheinlich waren die Stammzellen so gut (lacht).

Wie haben Sie sich danach gefühlt?

Man merkt schon, dass man schlaff ist, ansonsten ist es mir eigentlich gut gegangen.

Kennen Sie den Leukämiekranken, dem sie geholfen haben?

Nein.

Haben Sie überlegt, bevor Sie der Spende zugestimmt haben?

Keine Sekunde.

Was war für Sie ausschlaggebend, sich typisieren zu lassen?

Anderen Menschen zu helfen. Die Typisierung ist aber schon 20 Jahre her.

Würden Sie anderen empfehlen, sich typisieren zu lassen?

Auf jeden Fall. Ist halt wichtig, um anderen Menschen helfen zu können. Das ist für den gesunden Menschen eigentlich ein kleiner Aufwand mit einer großen Wirkung.

Haben sich ihre Freunde und Bekannte von der Feuerwehr typisieren lassen?

Ich glaube, bei uns ist ein Großteil typisiert. Da gab es vor ein paar Jahren eine Aktion, da waren viele von unserer Feuerwehr mit dabei.

Glauben Sie, als Kreisbrandmeister fällt es ihnen leichter, eine solche Verantwortung zu übernehmen, weil Sie auch sonst viel dafür arbeiten, Menschen vor Schaden zu bewahren?

Das kann auch jeder ohne Ehrenamt leisten. Für mich ist das Selbstverständlich, dass ich das mach'. Aber manche denken da sicher anders darüber.

StammzellenspenderÜber die Möglichkeiten einer Typisierung informiert die "Stiftung Aktion Knochenmarkspende" im Internet. Prinzipiell kann sich jeder zwischen 17 und 45 Jahre in guter körperlicher Verfassung registrieren. Die Stiftung macht regelmäßig Typisierungsaktionen. Auch der Hausarzt kann auf Anfrage eine solche Typisierung vornehmen. (dko)

Weitere Informationen unter www.akb.de/stammzellspende/blutstammzellspender-werden/registrierungsmoeglichkeiten
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