Marius Koslowski ist der neue Stern am Magier-Himmel
Der Zauberlehrling

Die Show kann losgehen: Marius Koslowski aus Pressath ist erst 16 Jahre alt und schon ein ganz großer Zauberer. "Wenn ich durch den Vorhang durch bin, dann bin ich in meiner Welt", sagt er. Bilder: Gerhard Götz (8)
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Pressath
12.02.2016
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Wo sind die roten Bälle, wo die Zitronen? Auch das "Hütchenspiel" beherrscht der Magier perfekt.

David Copperfield kann einpacken. Und Harry Potter sowieso. Die beiden Zauberer haben ernsthafte Konkurrenz: Marius Koslowski ist der neue Star am Magier-Himmel.

Fesch gekleidet mit schwarzem Anzug, weißem Hemd mit Fliege und blitze blank geputzten schwarzen Schuhen tritt Marius durch den samtroten Vorhang. Im Hintergrund ertönt leise Musik, ein Gong ist für Marius das Zeichen, seine Show zu eröffnen. Die beginnt der 16-Jährige mit "einer Geschichte von einer Reise durch Paris". Dort habe er einen Straßenkünstler mit einem "fantastischen Gegenstand" gesehen. "Ich habe keine Kosten und Mühen gescheut, euch den mitzubringen - ein gelbes Tuch", lacht er.

Seit zehn Jahren verzaubert der Pressather sein Publikum. Angefangen hat alles mit einem Zauberkasten, den ihm seine Eltern zu Weihnachten geschenkt haben. Da war er gerade mal sechs Jahre alt. Sein Cousin, der selbst als Zauberer unterwegs war, hat ihm damals die Tricks vorgelesen. Und Marius legte gleich los - die Verwandtschaft war begeistert.

Das gelbe Tuch stopft Marius in die Glasflasche, verschließt sie, haut einmal mit der flachen Hand auf den Glasboden - und der Stoff ist verschwunden. Durch seine Zaubershow moderiert der Schüler gekonnt mit Humor und Charme. Diese Eigenschaften sind ihm auch in der Schule schon zugute gekommen: Seit September 2015 ist er zweiter Schülersprecher am Gymnasium Eschenbach.

Seinen ersten Zauberkasten hat er mittlerweile um zwei erweitert. Seit knapp einem Jahr besucht er die Zauberschule in Bayreuth. "Normalerweise dauert es bis zu den Prüfungen viel länger", sagt er mit Blick auf Ende März, wenn er sein Können unter Beweis stellen muss. Weil er schon so erfahren ist, kann er seinen Abschluss schon früher absolvieren. Marius ist mit Abstand das jüngste Mitglied und der einzige Schüler an der Zauberschule Bayreuth des Magischen Zirkels von Deutschland (siehe Kasten) .

Mit dem Zauberwürfel geht es in die nächste Runde: "Es gibt 18 Trillionen mögliche Stellungen", erklärt Marius, wie die farbigen Quadrate zusammengestellt werden können, und dreht währenddessen an den Würfelscheiben. Dann schmeißt er den Quader in die Luft, fängt ihn wieder auf - und die Flächen sind nach Farben sortiert. "Die Leute sollen unterhalten werden", erklärt der 16-Jährige. Deswegen gibt er auch ein paar witzige Zwischenmoderationen zum Besten. "Den Trick mit der zersägten Jungfrau habe ich nicht im Programm", sagt er und grinst. "Denn wo bitteschön bekommt man heutzutage noch eine richtige Säge her?"

Dafür arbeitet er mit Bechern und kleinen roten Bällen für das "Hütchenspiel", auch Zitronen müssen schon mal herhalten. Mit denen zeigt er am Ende der Show auch seinen Lieblingstrick: Erst verwandelt er einen 20-Euro-Schein in einen 50er, dann schneidet er eine Zitrone auf - und darin steckt der Geldschein, den er zuvor verschwinden hat lassen. Dieser Zauber kommt beim Publikum besonders gut an, weiß auch Mama Gabi: "Weil sich einfach niemand erklären kann, wie das geht."

Immer wieder verschwinden rote Bällchen, Zitronen oder Geldstücke in der Tasche seiner Anzugjacke. Die Gegenstände tauchen überraschenderweise unter einem Becher wieder auf. "Der Anzug ist die Logistik", sagt Marius und richtet sich das Revers.

Bei seinen Tricks ist ihm das Publikum immer ganz nahe - das will er so, damit alle was sehen und es noch spannender wird. Auch für ihn. Außerdem bezieht Marius das Publikum immer wieder mit ein. Der Büstenhalter einer Bürgermeistersgattin musste auch schon mal dran glauben: Den hat er vor aller Augen aus dem Ausschnitt der Dame gezaubert. "Die Frauen bekommen den natürlich nach der Show immer wieder zurück", lacht er. "Sonst hätte ich ja irgendwann mal Tausende davon."



InfoDer Magische Zirkel von Deutschland (MZvD) wurde 1912 in Hamburg gegründet und zählt weltweit zu den renommiertesten und größten Künstlervereinigungen. Der Verein hat etwa 2800 Mitglieder aus aller Welt, von denen sich viele regelmäßig in Ortszirkeln treffen, um dort ihr magisches Wissen auszutauschen und die Zauberkunst zu fördern und zu pflegen.

Einer davon ist in Bayreuth. Dort ist Marius Koslowski derzeit der einzige Schüler. Der 16-Jährige übt dann seine Tricks und bereitet sich auf seine Prüfung vor. Da muss er sich nicht nur praktisch beweisen, sondern sich auch in Theorie testen lassen. Zu den Treffen fahren ihn immer seine Eltern, seine Familie unterstützt ihn sehr. Neben der Zauberei hat Marius noch ein weiteres Hobby: In der Stadtkapelle Eschenbach spielt er Trompete. Wer mit einer Zaubershow einen Geburtstag, eine Firmenfeier oder seine Hochzeit aufwerten möchte, kann den Nachwuchskünstler auch buchen. E-Mail:href="mailto:mk-booking@gmx.de">mk-booking@gmx.de (esc)
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