Nachgefragt: Daydream Festival am Kiesi-Beach
Laut, aber auszuhalten

Partygäste feiern beim "DayDream Festival" am Kiesi-Beach in Pressath. (Foto: jma)
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Pressath
03.08.2016
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Musik verbindet Menschen, heißt es. In Pressath scheint das anders. Während die einen das DayDream-Festival als tolle Abwechslung feiern, klingelt es den anderen wegen des Lärms auch Tage danach noch in den Ohren. Aber eine Befragung in der Ortsmitte zeigt: Auch viele Nicht-Partygänger sind tolerant.

Eine Stunde zur Mittagszeit in der Innenstadt und zahlreiche Interviewversuche bringen zwei Erkenntnisse: die Pressather sind nette, aber etwas medienscheue Menschen. Und zweitens, es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Die meisten Bürger wollen zwar nicht in die Zeitung, haben aber eine Meinung zum Festival am Kiesi-Beach. Auch wenn es kritische Stimmen gibt, ist der Tenor der Befragungen bis auf wenige Ausnahmen recht eindeutig. Es war schon laut, aber für die meisten durchaus erträglich.

"Nachts bin ich aufgestanden und habe das Fenster zugemacht, weil es mir zu laut war. Aber wenn in Pressath schon mal was geboten ist für die jungen Leute, kann man das ruhig einmal in Kauf nehmen", sagt Karin Lindner. So wie die 74-Jährige sehen es die meisten anderen Passanten auch. Manche wohnen weiter weg vom Ort des Geschehens, manche nur ein paar Hundert Meter. Mitbekommen haben sie alle etwas vom Festival.

Die Musik war teils deutlich hörbar, vor allem der intensive Bass. Viele hat das gestört, besonders die älteren Mitbürger. Aber einmal im Jahr sei das durchaus auszuhalten, sind sich fast alle einig. Man soll den jungen Leuten doch auch mal ihren Spaß lassen. Eine junge Mutter erzählt, ihre beiden Kinder hätten trotz des Geräuschpegels gut geschlafen. Ein 78-Jähriger meint, man könne auch Spaß haben, wenn die Musik nur halb so laut ist. Seine nächtliche Ruhe habe aber relativ wenig gelitten. Nach jahrzehntelanger Arbeit mit Baumaschinen könne er sogar neben einem laufenden Motor schlafen.

Schließlich offenbart sich doch noch eine Kritikerin. Bei der Polizei und beim Bürgermeister habe sie sich über die Lautstärke beklagt, ohne Erfolg. Die Musik sei wenig später wieder so laut gewesen wie vorher.

Die Stunde in Pressaths Ortsmitte bringt ein ähnliches Ergebnis wie die Diskussion in Facebook, wenn auch etwas gesitteter und mit weniger Gepöbel: Es gibt immer Menschen, die sich durch solche Veranstaltungen gestört fühlen. Die meisten sind aber tolerant und bereit, über gewisse Einschränkungen hinwegzusehen.

Nachts bin ich aufgestanden und habe das Fenster zugemacht, weil es mir zu laut war. Aber wenn in Pressath schon mal was geboten ist für die jungen Leute, kann man das ruhig einmal in Kauf nehmen.Karin Lindner
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