Ohne Frieden kein Leben in Würde
Volkstrauertag kein sinnentleertes Ritual

Erster Bürgermeister Werner Walberer betonte in seiner Ansprache, dass der Volkstrauertag kein sinnentleertes Ritual sei. Er wünschte sich, dass unsere Welt friedlich wäre und wir keine Armeen mehr bräuchten.
Vermischtes
Pressath
14.11.2016
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Kampf, Verwundung, Gefangenschaft und Tod bedeuten die Weltkriege für die Soldaten. Aber auch die Zivilbevölkerung hat zu leiden - unter Vertreibung und Vernichtung. Pressath gedenkt aller Opfer.

(mng) Nach dem Gedenkgottesdienst in der Stadtpfarrkirche zogen die Vereine mit den Fahnenabordnungen, Vertreter des Stadtrates, öffentlichen Lebens, der Bundeswehr, der Veterans of Foreign Wars der US-Armee sowie der Musikschule Vierstädtedreieck zum Kriegerdenkmal. Den Schweigemarsch führte der Spielmannszug an.

Der Vergangenheit stellen


Im Gottesdienst hatte Stadtpfarrer Edmund Prechtl die Frage gestellt, warum es Beschränkungen bei Veranstaltungen am Volkstrauertag gibt. "Zu weit weg sind doch kriegerische Auseinandersetzungen. Alles Schreckliche betrifft uns kaum. Dennoch muss auf die Zerbrechlichkeit der Welt geblickt werden." Bürgermeister Werner Walberer hob daher hervor, dass sich die Anwesenden mit ihrer Teilnahme der schweren Vergangenheit unseres Landes stellen und sich für eine gute Gegenwart sowie Zukunft stark machen.

Die Erinnerung an Millionen von Gefallenen, Ermordeten und Verhungerten verblasse zunehmend. "Wir tun uns schwer zu ermessen, was es bedeutet, unzählige Tage und Nächte lang um einen lieben Menschen zu bangen, der sich im Krieg befindet." Dies wüssten immer weniger Bürger aus eigener Erfahrung.

Friede sei die unabdingbare Voraussetzung für ein Leben in Würde. Was heute selbstverständlich erscheine, gehöre zum Kostbarsten, das man erleben könne. Viele seien heute mit ihrer Kritik an der Europäischen Union schnell bei der Hand. Dabei garantiere sie neben vielen materiellen und ideellen Vorteilen, dass Kriege zwischen den Mitgliedsstaaten der Vergangenheit angehören. In anderen Teilen der Welt wüte der Krieg noch immer. "Menschen fürchten jeden Tag um ihr Leben. Und das nur ein paar Flugstunden entfernt von uns."

Deshalb sei der Volkstrauertag kein sinnentleertes Ritual. Eine Gesellschaft benötige für ihren Zusammenhalt solche Anlässe des gemeinsamen Nachdenkens und des Erinnerns. Der Tag sei mehr denn je eine Demonstration gegen Krieg und ein Appell für den Frieden.

Wert des Friedens vermitteln


Walberer wünschte sich eine friedliche Welt ohne Armeen. Da dem aber nicht so sei, "brauchen wir militärische Stärke zum Schutz unserer Freiheit und auch zur Sicherung des Friedens". Der Volkstrauertag erinnere daran, dass Frieden eben nicht selbstverständlich ist. Laut mahnten uns die Toten der vergangenen und der gegenwärtigen Kriege. "Wir müssen unseren Kindern den unermesslichen Wert des Friedens vermitteln." Deshalb sei es so wichtig, allen Opfern von Krieg, Gewalt und Fremdenhass zu gedenken, den gefallenen Soldaten sowie allen Menschen im Widerstand, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk, einer anderen Rasse, einem anderen Glauben, einer anderen Kultur, einer Minderheit oder einer anderen Überzeugung angehörten.

Mit Vertretern der Veterans of Foreign Wars legte Walberer jeweils einen Kranz am Kriegerdenkmal nieder. Abschließend dankte der Bürgermeister allen, die zur würdigen Gestaltung der Gedenkfeier beitrugen.
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