Saufang umstritten
Diskussion über Jagdmethoden in der Hegegemeinschaft Pressath

Rebhühner und Fasane sind die deutlichsten Verlierer in unserer Fauna.
Vermischtes
Pressath
06.02.2016
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In der Hegegemeinschaft Pressath ist die "jagdliche Welt in Ordnung", verkündete Vorsitzender Alfred Butscher. Abschussplan für die kommenden drei Jahre stand im Mittelpunkt der Jahresversammlung. Diskussion gab es bei der Jagdmethode von "Saufängen".

Die Kreisgruppe Eschenbach erlegte im Jagdjahr 2014/15 insgesamt 153 Sauen. Der Frischlingsanteil belief sich auf 40 Prozent. Eine etwas längere Diskussion löste der Hinweis auf die Möglichkeit von "Saufängen" aus, eine Methode zum Lebendfang von Schwarzwild. Ein Teil der Jäger stand dem durchaus positiv gegenüber, während andere dies als Verstoß gegen den Tierschutz entschieden ablehnten. Reinhard Lenz vom Staatlichen Forstamt Schnaittenbach meinte, dass man das Aufstellen von Saufängen nicht auf "Biegen und Brechen" befürworte, man sollte aber dennoch einen Test durchführen um zu sehen, ob man mit dieser Methode Erfolg haben kann.

Im Bereich der Hegegemeinschaft gebe es 11 777 Hektar bejagbare Fläche, in der 1285 Stück Rehwild geschossen wurde, führte Butscher auf. Zur Situation beim Schwarzwild meinte der Vorsitzende, dass sehr viel über revierübergreifende Drückjagden, eine Form der Gemeinschaftsjagd, gesprochen werde. Seiner Meinung nach sei diese Jagdmethode ein praktikabler Weg. Jedoch solle man nicht vergessen, welch zeitlicher, finanzieller und ideeller Aufwand erforderlich ist. "Jeder Versuch und Weg der zum Erfolg führt, ist gut" unterstrich er.

Butscher wies darauf hin, dass Jagd auf Rehwild aus verschiedenen Gründen nicht mehr leicht sei. Er führte die Beanspruchung der Jäger durch die Jagd auf Schwarzwild und die verschiedenen Freizeitaktivitäten in den Jagdrevieren an. Umso mehr, so Butscher, gelte der Dank der Jägerschaft die ihre Aufgabe mit hohem Engagement erfülle. Der Vorsitzende bat die Jäger, die Möglichkeiten zum Übungsschießen wie auf den "laufenden Keiler" stärker wahr zu nehmen.

Ausführlich sprach er über die Jagd auf Fuchs, Dachs, Hasen, Rebhühner, Fasan und Rabenvögel. Vor allem der Fuchs habe trotz seines Nutzens einen erheblichen Einfluss auf die Jagd auf Niederwild (Hasen). Dieses Niederwild steht "im Frühjahr gut im Anblick", im Herbst aber seien die Tiere wie vom Erdboden verschwunden. Butscher vermutete eine Beeinflussung durch die Veränderung der Lebensbedingungen (Deckung, Äsung, Erntestress) aber auch durch Fressfeinde, Krankheiten und den Straßenverkehr.

"Rebhühner und Fasane sind die deutlichsten Verlierer in unserer Fauna", betonte Butscher. Nicht so gravierend sei dagegen die Beeinträchtigung bei der Jagd auf Enten, deren Lebensgrundlagen sich nicht entscheidend verändert haben. Kurz ging der Vorsitzende auch auf die Themen Versicherung, Waffen und Trichinenschau ein. Ein großes Lob sprach er dem "Nachsuchgespann" aus, das sich vor allem in der Kreisgruppe Eschenbach bestens bewährt hat.
Rebhühner und Fasane sind die deutlichsten Verlierer in unserer Fauna.Alfred Butscher, Vorsitzender der Hegegemeinschaft Pressath
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