Vortragsreihe "Flucht und Integration"
Zeichen setzen für die Integration

Vermischtes
Pressath
26.09.2016
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Was bedeutet Flucht, was sind ihre Ursachen und wie geht die Gesellschaft damit um? Der Kulturkreis Pressath hat in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Eschenbach eine Vortragsreihe mit dem Titel "Flucht und Integration" organisiert.

"Es gibt momentan kein Thema, das die Gesellschaft so sehr beschäftigt", sagt der Vorsitzende des Kulturkreises, Eckhard Bodner. Mit der Reihe möchte er ein Zeichen setzen. "Denn wir sind an einem Punkt angelangt, wo die Gesellschaft in Aufruhr ist, und kurz davor, sich zu spalten." Die Wahlerfolge der AfD beispielsweise machen das deutlich, meint Bodner. Das liege daran, dass die Bevölkerung nicht richtig informiert wird.

"Wir wollen Vorträge anbieten, die sich mit dem ganzen Spektrum der Flucht befassen: den Fluchtursachen, der Flucht an sich und was den Menschen dabei widerfährt, und der Integration." Dazu konnte der Kulturkreis hochkarätige Referenten an Land ziehen. Den Anfang macht der Spiegel-Redakteur und Korrespondent Christoph Reuter mit seinem Vortrag "IS - der schwarze Staat" . Er liefert faszinierende Hintergrundinformationen über die Mechanismen und die Funktionsweise des "Islamischen Staates", der Fluchtursache Nummer eins in Syrien und im Irak. Reuter erklärt, wo die Wurzeln des IS liegen und wie der Aufstieg gelang. Weiter geht es mit Philipp Hedemann und der "Flüchtlingsrevolution" . Als Afrika-Korrespondent hat er Flucht hautnah miterlebt, lange bevor die Welle nach Europa schwappte. Hedemann beleuchtet Flucht als globales Phänomen. Immerhin sind laut UN-Flüchtlingshilfswerk derzeit 60 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. Für ihn gibt es keine "Flüchtlingskrise", sondern eine "Flüchtlingsrevolution".

Bodner bezeichnet Hassan Ali Djan als "Vorzeigebeispiel eines integrierten Asylanten". In seinem Buch "Afghanistan. München. Ich." erzählt Djan seine persönliche Flucht-Geschichte: vom Beschluss, Afghanistan zu verlassen, über den langen Weg nach Deutschland bis zu seiner neuen Heimat Bayern. Hier ist er angekommen und wird angenommen.

Nur wenige Journalisten verstehen Syrien so gut wie Kristin Helberg . Acht Jahre lang lebte sie in Damaskus, und auch heute noch ist sie regelmäßig in Syrien. In ihrem Vortrag "Verzerrte Sichtweisen - Syrer bei uns" klärt Helberg auf über Politik, Land sowie Leute und dient als Vermittlerin zwischen den Kulturen.

Die Gespräche mit Abbas Khider laufen derzeit noch, meint Bodner. "Mit ziemlicher Sicherheit" wird er aber die Vortragsreihe mit seinem Roman "Ohrfeige" beschließen. Khider wurde in Bagdad geboren. Auch er hat am eigenen Leib erfahren, was es bedeutet, Flüchtling zu sein.

"Die Veranstaltungsorte sind bewusst über die ganze Region gestreut, um überall vor Ort zu sein. Das Thema ist schließlich auch überall präsent. Wir möchten die Veranstaltungsreihe auf eine breite Basis stellen und möglichst viele Menschen erreichen", erklärt Bodner. "An jedem Ort haben wir auch einen Partnerverein, mit dem wir zusammenarbeiten."

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Weitere Informationen:

www..kulturkreis-pressath.de

Vortragsreihe "Flucht und Integration"Christoph Reuter : "IS - der schwarze Staat", Mittwoch, 5. Oktober, Evangelisches Gemeindehaus Grafenwöhr; Philipp Hedemann : "Die Flüchtlingsrevolution", Dienstag, 15. November, Pfarrsaal Pressath; Hassan Ali Djan : "Afghanistan. München. Ich.", Freitag, 2. Dezember, Aula Wirtschaftsschule Eschenbach; Kristin Helberg : "Verzerrte Sichtweisen", Freitag, 13. Januar, Katholisches Pfarrheim Kirchenthumbach; Abbas Khider : "Ohrfeige", Termin und Ort werden noch bekannt gegeben. Alle Veranstaltungen dauern von 19.30 bis 21 Uhr. Eintritt für Schüler, Studenten und Mitglieder des Kulturkreises fünf Euro, ansonsten sieben Euro.

Karten sind erhältlich in der Buchhandlung Bodner in Pressath und bei der Volkshochschule Eschenbach. (pckl)
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