25 Jahre Gewerbering Pressath
Menschen sind größtes Kapital

Wirtschaft
Pressath
21.11.2016
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"Ich blicke geradezu neidisch auf Pressath." So viel Lob aus dem Mund Ulrich Perchermeiers tat den Mitgliedern des Pressather Gewerberings gut.

"Einer der aktivsten Gewerbevereine der Oberpfalz" sei das vor 25 Jahren gegründete Bündnis mittelständischer Unternehmer und Freiberufler, urteilte der Vizebezirksvorsitzende des "Bundes der Selbständigen" bei der Jubiläumsfeier im Pfarrsaal.

Dieser Erfolg ist dem Verein freilich nicht in den Schoß gefallen, wie der langjährige "Vize" Eckhard Bodner mit einer Powerpoint-Präsentation illustrierte. Schon in der Gründungsversammlung am 2. Mai 1991 im Gasthof Heining, zu der Bürgermeister Anton Gareis und der Versicherungskaufmann und Raumausstatter Richard Stangl die Unternehmer der Haidenaabstadt eingeladen hatten, setzten sich die 28 "Ur-Mitglieder" ein ehrgeiziges Pensum, um "Pressath voranzubringen". "Richard Stangl war der Mann der Stunde", würdigte Bodner die Tatkraft des 2007 verstorbenen ersten Gewerberingvorsitzenden, hob aber auch die Arbeit der ab 2008 amtierenden Vereinschefin Charlotte Hautmann hervor: "Viele unserer Aktivitäten und Initiativen tragen ihre Handschrift."

In den folgenden Jahren habe der Verein das 1991 aufgestellte Programm konsequent abgearbeitet. Noch im Gründungsjahr habe man mit dem ersten Christkindlmarkt und der Weihnachtsbeleuchtung Traditionen begründet, die heute aus dem Leben der Stadt ebenso wenig wegzudenken seien wie die ab 1996 wiederbelebten Jahrmärkte. Eine Standortanalyse habe Stärken und Schwächen im Pressather Waren- und Dienstleistungsangebot aufgezeigt, die Wirtschaftsmesse PEGA ab 1998 das Zusammenwachsen des Vierstädtedreieck-Raums gefördert.

Mit weiteren Initiativen wie dem "Tag des Kunden" oder den Osteraktionen hätten der Gewerbering und seine Mitglieder die Aufmerksamkeit der Bürger auf die heimatlichen Angebote gelenkt und ihrer treuen Kundschaft Danke gesagt. Als "Volltreffer" für Unternehmen wie Kunden habe sich der Pressather Einkaufsgutschein erwiesen. Nicht unerwähnt ließ Bodner nützliche und identitätsstiftende "Helferlein" wie den 2001 erschienenen ersten Stadt- und Ortsplan für die Verwaltungsgemeinschaft Pressath und die neuen Ansichtskarten. Ferner biete man für die unternehmerische Arbeit Kurse zu Rechts- und Organisationsthemen an.

"Menschen sind unser größtes Kapital", fasste Bodner das "Credo" des Gewerberings zusammen, dem sich die früheren Vorsitzenden Richard Stangl, Konrad Dippel und Charlotte Hautmann ebenso verpflichtet fühlten wie das heuer gewählte Führungsteam um Martin Pepiuk und Tanja Hochholzer. Den Blick für die Menschen, egal ob Unternehmer oder Kunden, nicht zu verlieren: dazu rief auch Vorsitzender Pepiuk auf. "Globalisierung, Automatisierung und Digitalisierung" hätten nicht nur Vorteile gebracht, Mobilität und Internethandel ließen für mittelständische Unternehmen "die Luft dünn" werden.

"Wir können uns gegen all diese Veränderungen wehren, werden es aber allein nicht schaffen. Deshalb sollten und müssen wir noch enger zusammenarbeiten, uns gegenseitig unterstützen und die Gemeinschaft stärken", appellierte Pepiuk und lud alle Gewerbetreibenden und Freiberufler, die dem Gewerbering noch nicht angehören, zum Beitritt ein: "Gemeinsam sind wir mehr, gemeinsam können wir viel erreichen." Aber auch die Politiker müssten erkennen, dass die mittelständischen Betriebe in der Zukunft mehr Unterstützung und Entlastung brauchten, hoffte der Vorsitzende.

HintergrundVorbild für Regensburg

Pressath. (bjp) Pressath als Vorbild für Regensburg? Mit dieser Aussage überraschte Ulrich Perchermeier die Besucher der 25-Jahr-Feier des Pressather Gewerberings. Doch das Lob des zweiten Bezirksvorsitzenden des "Bundes der Selbständigen" (BdS), dem der Pressather Gewerbeverein als Ortsverband angehört, kam nicht von ungefähr.

"Eure Stadt hat gut 4000 Einwohner, euer Verein 75 Mitglieder. Der BdS-Ortsverband der 140 000-Einwohner-Stadt Regensburg, dessen Vorsitzender ich bin, zählt gerade 140 Mitglieder", merkte Perchermeier an. Doch illustrativer als derlei Zahlen sei dies: Der Pressather Verein sei eine überaus tatkräftige Gemeinschaft, von der selbst die Regensburger BdS-Sektion noch lernen könne: "Manche eurer Aktivitäten geben Anregungen für unsere Arbeit."
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