Weyh-Tech in Pressath
Metzgerei geht neue Wege beim Bezahlen

Nur beim ersten Zahlen muss Max Weyh (rechts) manchmal Hilfestellung geben. Dann erklärt sich die automatische Kasse den Kunden von ganz allein. Bild: is
Wirtschaft
Pressath
08.07.2016
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Erst die Wurst in der Hand, dann das Geld und dann wieder Wurst: Max Weyh wollte sich mit dem Hygiene-Dilemma einer jeden Metzgerei nicht mehr abfinden. Seit 14 Tagen nehmen die Verkäuferinnen bei ihm nur noch Wurst und Fleisch, aber kein Geld mehr in die Hand. Das Finanzielle regelt ein Automat am Tresen. Die Metzgerei am Stadtberg ist das erste Geschäft in der nördlichen Oberpfalz, das so etwas bietet. "Ich kenne etwas Vergleichbares nur in Hof, Cham und in Nürnberg", sagt Weyh.

Seine Frau Christine stört an der Sache nur der Ausdruck Automat: "Das klingt so unpersönlich." Für sie ist es weiter die Kasse, die dort steht, wo eine Kasse hingehört. "Es war uns wichtig, dass die Kunden nicht irgendwo abseits im Laden an einer Säule bezahlen müssen." Um den Kontakt zum Kunden zu halten, ließen die Weyhs extra ihren Verkaufsbereich umbauen, das Gerät ist nun in die Verkaufstheke integriert.

Dort nennt die Verkäuferin den Betrag, der Kunde wirft die Münzen in eine Schale oder hält den Schein an eine Öffnung. Das Wechselgeld wird sekundenschnell ausgespuckt - verrechnen oder verzählen ausgeschlossen. Das System sei so einfach, jeder Kunde verstehe es beim ersten Mal. Dies bedeutet aber nicht, dass es keine Widerstände gibt. "Es gab schon Kunden, denen das nicht gefällt. Einige waren seitdem nicht mehr bei uns im Laden", sagt Christine Weyh. Dabei sei es nicht so, dass nur die Alten das Moderne ablehnen, jede Generation habe ihre Technikgegner.

Die überwiegende Zahl der Kunden reagiere aber positiv. Auch deshalb sind die Weyhs zufrieden mit ihrer neuen Kasse. "Die Investition hat sich gelohnt", findet Max Weyh. Und einmal habe sie sogar schon für zusätzliche Einnahmen gesorgt. Vor ein paar Tagen sei eine junge Mutter mit Tochter und Sohn im Laden gewesen. Die beiden Kleinen konnten sich nicht einigen, wer denn am Kassenautomat die Rechnung bezahlen darf. "Am Ende kam der Junge nochmal zurück ins Geschäft und hat einen Wiener extra gekauft, nur um auch Geld in den Kassenautomat werfen zu dürfen", berichtet ein schmunzelnder Max Weyh.
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Benedikt Wolf aus Amberg in der Oberpfalz | 08.07.2016 | 20:51  
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