Ausnahmekünstler Vadim Chaimovich überzeugt mit präziser Technik und viel Gefühl auf dem Piano
Brillante Klänge öffnen Blick für das Schöne

Pianist Vadim Chaimovich begeistert das Publikum der Wurzer Sommerkonzerte unter anderem mit Werken von Mendelssohn Bartholdy. Bild: ske
Kultur
Püchersreuth
30.08.2016
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Wurz. Ungewöhnlich ist bei dem Konzert in Wurz nicht nur das Wetter. Solch hohe Temperaturen Ende August sind schon lange nicht mehr gemessen worden. Ungewöhnlich zudem die Anordnung der Sitzreihen beim Konzert mit Pianisten Vadim Chaimovich. Die Gäste können wählen, ob sie vom Marstall oder vom Garten aus zuhören wollen. Auf den entsprechenden Hörgenuss können alle gleichermaßen hoffen, der Pianist sitzt an seinem beeindruckenden Flügel direkt im Durchgang zwischen Marstall und Garten.

Musikalische Vollendung


So sind er und das kostbare Instrument für alle Wetterlagen gewappnet. Einzig die freie Sicht ist für die "Garten-Hörer" nicht überall gewährleistet. Doch das ist nicht wichtig - zahlreiche Zuhörer folgen dem Konzert ohnehin mit geschlossenen Augen, um die Virtuosität und Brillanz genießen zu können. Die Darbietung von Vadim Chaimovich ist überschrieben mit "Poesie und Leidenschaft", "der Konzert-Titel ist Programm für die gesamte Konzertreihe" erklärt Rita Kielhorn, langjährige Veranstalterin der beliebten Wurzer Sommerkonzerte. Vadim Chaimovich ist nach 2008 bereits zum zweiten Mal Gast bei den Konzerten, schon seit geraumer Zeit habe man versucht, ihn für einen zweiten Auftritt zu gewinnen. "Poesie" stehe für alles Schöne, das sich aus dem Alltag heraushebt, das Profane vertreibt und für Wohlgefühl sorgt, betont Kielhorn. Insofern trägt das Konzert diesen Titel zu recht. Entgegen der Ankündigung im Programmheft beginnt es nicht mit dem "Konzert d-Moll, BMV 974" von Johann Sebastian Bach, sondern mit drei Sonaten von Domenico Scarlatti (1685 bis 1757), dessen Werke eigentlich an zweiter Stelle folgen sollten.

Herausragende Technik


Das mindert das Interesse des Publikums aber keineswegs. Vielmehr überzeugt die herausragende Technik des jungen Künstlers gleich von Anfang an. In höchster Vollendung interpretiert er die Werke von Scarlatti - ein italienischer Komponist und Cembalist, dessen Hauptbedeutung in den Sonaten für Cembalo liegt. Diese zählen zu den Originellsten ihres Genres im 18. Jahrhundert. Den ersten Teil des Konzerts beschließt die Klaviersonate F-Dur, KV 332 von Wolfgang Amadeus Mozart, bevor die "Meditation op. 7, Nr. 5" von Pjotr Illjitsch Tschaikowski, das "Ständchen" von Franz Liszt und Franz Schubert sowie das "Venetianische Gondellied op. 30, N. 6 fis-Moll - Fantasie in fis-Moll, op. 28" von Felix Mendelssohn Bartholdy die zweite Hälfte abrunden. Natürlich erfreut der 1978 geborene Ausnahmekünstler sein Publikum mit Zugaben.

Internationale KonzerteVadim Chaimovich wurde in Vilnius (Litauen) geboren. Seine Klavierausbildung begann er mit fünf Jahren, seine ersten Auftritte absolvierte er als Siebenjähriger. Der Musiker erhielt in Osteuropa zahlreiche Musikpreise. Sein Studium in Frankfurt und Dresden schloss er mit Auszeichnung ab. Er gibt Konzerte in vielen europäischen Ländern sowie in Japan, Ägypten und den USA. (ske)
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