Guinness zum Landler
„Breaking Strings“ spielen in der „Hiaslbauern-Stubn“ auf

Die "Breaking Strings" (von links) Simon, Sebastian, Richie, Jürgen und Beni verwandelten die "Hiaslbauer-Stubn" in ein Pub. Bild: gag
Kultur
Püchersreuth
25.02.2016
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Die Kombination aus totem Baum und toter Ziege als Rhythmusinstrument, dazu ein irischer Dudelsack, Gitarren und Gesang. Die Mischung macht's beim Aufritt der "Breaking Strings" in der "Hiaslbauern-Stubn".

Das Backstein-Kreuzgewölbe der Püchersreuther Zoigl-Stubn mausert sich immer mehr zum Geheimtipp als Club für besondere Auftritte. Der schottisch-irische Abend mit der fünfköpfigen Band "Breaking Strings" aus Regensburg war jedenfalls bestens besucht. Sogar echtes Guinness wurde verkauft.

Direkt aus dem Leben


Es dauerte nicht lange, bis der Funke übersprang, als Richard aus Kentucky (Tenor, Banjo, Mandoline, Gesang) loslegte. Musikerkollegen waren Sebastian ("Geign-Quetschn" und Gesang), Jürgen (Gitarre, Gesang), Benedict (Handtrommel Bodhrán, eine "Kombination aus totem Baum und toter Ziege", wie der Musiker scherzte) und der Tegernseer Simon (Uilleann Pipes, ein irischer Dudelsack).

Heraus kam typisch schottische und irische Folkmusik. Lieder von Liebe und Enttäuschung, windigem Regenwetter, einem betrunkenen Bräutigam oder einem gestohlenen Auto. Also irgendwie alles, was so in den High- und Lowlands an Zwischenmenschlichem passieren kann.

Spaßig war der Wechsel in unsere bayerischen Landschaften, als die fünf Musiker einen oberbayerischen Zwiefachen anstimmten. "Unser oide Kat" und ein zünftiger Landler passten ebenso gut zu den Pipes von Simon, wie vorher die schottischen Melodien. Das Publikum taute schnell auf, einige Gäste schlugen sogar mit Löffeln und der Tischdeko den Takt zu den Stücken. Im Kontrast dazu stand das düster-schaurige "Wind and rain", im Original von Gillian Welch. Es erzählte die Geschichte zweier Schwestern, die denselben Mann liebten, weshalb eine die andere umbrachte. Ein Geiger fand die Leiche und verarbeitete ihr Haar und ihre Fingerknochen in seinem Instrument. Eine typisch makabre "Murder Ballad", bei der zartbesaitete Gemüter lieber nicht so genau hinhörten.

Zugabe im Sitzen


Doch wie kommen Musiker aus Regensburg nach Püchersreuth? Die Frau eines Veranstalters hatte die "Breaking Strings" als Straßenmusiker in Regensburg getroffen, Karten getauscht, und nun war die Band, die es erst seit 2013 gibt, schon zum zweiten Mal in der Zoiglstube. Und die Fangemeinde wuchs beträchtlich.

Es war außergewöhnlich, was das kreative Ensemble hören ließ. Kaum vorstellbar, dass Simon mit der Uilleann Pipe erst zum zweiten Mal dabei war. Lässig waren nicht nur seine Ansagen, sondern auch die Art, wie er das schwierige Instrument beherrschte. Ungewöhnlich an dem spielfreudigen Quintett war zum Ende auch die Art der Zugaben. Nachdem der Beifall nicht enden wollte, ließen sich die Musiker einen großen Tisch vor die Bühne stellen, setzten sich drumherum und spielten einfach weiter.
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