Liv Migdal und Eglé Staskute begeistern Zuschauer beim Violonabend der Wurzer Sommerkonzerte
Behutsame Töne und traumhafte Stimmung

Liv Migdal (rechts) und Eglé Staskute verzauberten mit ihren zarten Klängen bei den Wurzer Sommerkonzerten. Bild: tie
Kultur
Püchersreuth
17.08.2016
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Wurz. Der Steinway-Flügel steht am Portal des Marstalls im Historischen Pfarrhof - daneben die Geigerin Liv Migdal. Beim "Violinabend" der Wurzer Sommerkonzerte spielt sie erst allein die "Partita für Violine solo Nr. 1 h-moll" BWV 1002 von Johann Sebastian Bach. Tadellos bewältigt sie die Schwierigkeiten und ordnet sie glanzvoll in die musikalischen Aussagen ein. Das gilt sowohl in den rhythmisch konzipierten Tanzsätzen der Suiten als auch dem zugeordneten Double, das fließend in Achteln oder Sechzehnteln abläuft.

Die Rhythmik gestaltet Migdal überzeugend, die Doubles laufen in enormer Geschwindigkeit ab. Es folgt die "Violinsonate G-Dur" KV 301 von Wolfgang Amadeus Mozart, die sie mit Eglé Staskute am Klavier interpretiert. Das beginnende "Allegro con spirito" wird zügig vorgetragen. Die Spielweise beider Musikerinnen bringt die lebendige Rokokowelt zur Wirkung. Dass die schnellen Läufe in beiden Instrumenten exakt erfolgen, ist selbstverständlich. Das nachfolgende "Allegro" trägt eine beschwingte Tanzmelodie im Dreivierteltakt vor, umschließt einen elegisch verbrämten Mittelteil. Die Interpretinnen ergänzen sich in ihren Auffassungen hervorragend. Virtuos ist das Zusammenspiel nach einer Anfangskadenz der Violine im "Allegro de Sonate g-moll" op 2 von den Brüdern Józef und Henryk Wieniawski.

Krönender Schlussakkord


Nach der Pause erklingen der zweite und dritte Satz der "Sonate für Violine solo g-moll" von Paul Ben Haim. Das "Lento" trägt Migdal mit behutsam elegischem Ton vor. Der Satz erzeugt eine träumerische Stimmung, noch dazu, wenn "con sordino" (deutsch: gedämpft) gespielt wird. Den vollen Gegensatz bildet das "Molto allegro", das ungebremst schnell vorüberrauscht bis zu den krönenden Schlussakkorden.

Die Geigerin lässt die Sätze zu einem Erlebnis werden. Am Ende folgt die "Sonate für Violine und Klavier A-Dur" von César Franck. Das melodisch gleitende "Allegretto ben moderato" wird von beiden Künstlerinnen ausdrucksvoll vorgetragen. Das anschließende "Allegro" ist leidenschaftlich dargestellt. Gegensätzlich dazu verstärkt der Satz "Recitativo-Fantasie" noch das ausdrucksvolle Spiel gemäß der Zusatzforderung "dolcissime". Das Finale "Allegretto poco mosso" bringt beide Instrumente in einem berühmten Canon voran, der den Satz zunächst "dolce cantabile" bis zur Schluss-Steigerung prägt. Natürlich gibt es eine Zugabe: Von Paul Ben Haim ertönt die "Berceuse sfaradite". Ein lyrischer Satz, mit vollem Geigenton und sensibler Klavierbegleitung dargeboten.
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