Pfarrer Manfred Wundlechner: Tiersegnung im St. Quirin
Weihwasser im Fell

Ein gutes Wort, ein Spritzer Weihwasser und eine Streicheleinheit. Pfarrer Manfred Wundlechner hat im Sinne des heiligen Franziskus ein echtes Händchen für jede Tierart. Bilder: man
Kultur
Püchersreuth
04.10.2015
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Was bei zarten Gemütern eine mittelschwere Panikattacke auslösen kann, entlockt Pfarrer Manfred Wundlechner nur ein Lächeln. Der Hausherr von St. Quirin steht bei der Tiersegnung am Samstag plötzlich Aug' in Aug' einer astreinen Würgeschlange gegenüber.

Der Geistliche bleibt gelassen - was daran liegen mag, dass die dreijährige Korn-Natter "Pong" nur gute fünfzehn Zentimeter lang und gerade mal so dick wir ein Zigarillo ist. Frauchen Kim Schwarz (8) aus Neustadt/WN hat ihren kleinen Liebling sicher in einer durchsichtigen Plastikbox verstaut, die sie stolz hochhebt. Und natürlich erbittet der Pfarrer für die "Pantherophis guttatus" den göttlichen Beistand für ein hoffentlich langes Leben. Am Tag der deutschen Einheit erfüllt der Geist des heiligen Franziskus die Wallfahrtskirche. Fast 200 Gläubige sind mit ihren Lieblingen gekommen - soviele wie noch nie.

Kollekte ans Tierheim

"Alles hat Gott gemacht", singen die Gläubigen voller Inbrunst. "Wau wau, Miau und Piep piep" folgen als Zweitstimmen. Piep, piep? In der Tat. Zwischen dem großen Hunderudel und einer beachtlichen Katzendelegation sitzt Kanarienvogel "Fritzi" (6) aus Weiden ganz cool auf seinem Stangerl im Käfig. Im Spendenkörbchen, das während des Wortgottesdienstes herumgereicht wird, befinden sich auffällig viele Scheine. Die Kollekte geht ans Weidener Tierheim.

Alle kleinen und großen Gäste bittet Pfarrer Wundlechner zum Einzelsegen an den Altar. Jedes Tier bekommt ein paar gute Worte, ein Tröpfchen Weihwasser und eine Streicheneinheit. Selbst alte Hasen wie Mops "Joschi" sind ergriffen. Dackel-Terrier-Mix "Berry" grantelt ein bisschen.

Wiedersehen am Quirin

Die Bolonka-Zwetna-Dame "Mia", deren Ahnen aus Russland stammen, ist zum ersten Mal im Gotteshaus und wedelt wuselig mit dem Schwanz. Seine segensreiche Premiere feiert auch der sechs Monate alte Australian Sheperd "Marley". Am anderen Ende der Leine sind Landrat Andreas Meier und seine Frau Jutta. Beide können sehr zufrieden sein. Der verspielte "First Dog" des Landkreises benimmt sich ordentlich. Schließlich geht Pfarrer Wundlechner nach draußen, um Pferde und Reiter zu segnen. "Bis nächstes Jahr am 3. Oktober", verabschiedet sich die "tierische Gemeinde". Alle freuen sich auf ein Wiedersehen am Quirin. Ein gutes Wort, ein Spritzer Weihwasser und eine Streicheleinheit. Pfarrer Manfred Wundlechner hat im Sinne des heiligen Franziskus ein echtes Händchen für jede Tierart.
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