Sommerregen im Altarraum

Lokales
Püchersreuth
24.06.2015
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Das Konzert in der 300 Jahre alten Kirche St. Peter und Paul strahlte wohlige Wärme aus. Kein Wunder, schließlich ging es schon mal mit "Feuerwerksmusik" los. Georg Friedrich Händels Feder macht's möglich.

(gag) Kirchenvorsteher und Organist Michael Raab begrüßte zahlreiche Zuhörer zu den sakralen Klängen der "Lobkowitzer Schlossmusik". Die Hausmusik des Landratsamtes überzeugte mit den Geigern Willibald Wirth und Barbara Mädl sowie der Eslarner Pfarrsekretärin Martina Brenner an der Orgel.

Überraschend, weil bisher außerhalb ihrer Heimatgemeinde relativ unbekannt, bezauberte Stefanie Rüger aus Erbendorf mit einem kräftigen, glockenhellen Sopran. Mit "Preiset Gott, singt Halleluja" von William J. Kirkpatrick sang sie das Auftaktlied.

Lyrik von Paul Gerhard

Zwischen den einzelnen Sätzen gab Raab romantische und interessante Texte zum Thema Sommer zum Besten, so etwa ein Gedicht von Paul Gerhard "Geh aus, mein Herz, und suche Freud'" oder Lyrik von Clara Müller-Jahnke, Hoffmann von Fallersleben oder Friedrich Rückert. Dazwischen kündigte er den Komponisten Wolfgang Franck aus seiner mittelfränkischen Heimat Ansbach an. Dem Stück "O du mein Trost und stilles Hoffen" folgten zwei Kompositionen von Johann Sebastian Bach.

Stefanie Rüger gefiel mit der Interpretation von Beethovens "Liebeslied" sowie "Plaisir d'amour" von Jean Martini. Ein kurzes Lachen huschte durch die Reihen, als Raab das Gedicht "Der Sommerregen" von Charlotte von Ahlefeld ankündigte, weil es so gut zu dem prasselnden Regen vor der Kirchentür passte. Festlich und erhebend klangen von der Empore Menuette, Märsche und Kompositionen von "Heimatkomponisten" wie Augustin Holler aus Sperlhammer und Franz Gleißner aus Neustadt sowie von Georg Friedrich Händel und Christoph Willibald Gluck. Holler und Gleißner zog es nach München, wo sie Karriere machten. Nicht fehlen durften das "Ave verum" von Mozart und das "Ave Maria" von Jacob Arcadelt. Genussvoll durften die Zuhörer "Per la gloria d'adorarvi" von G. B. Bononcini aus der Oper "Griselda" lauschen.

Rügers perlende Sopranstimme bezauberte, während Orgel und Geigen von den Kirchenwänden widerhallten. "Singet froh, wir haben Grund zu danken" von Klaus Heizmann, nach dem "Trumpet Tune" von Jeremiah Clarke, beendeten den offiziellen Teil des Konzerts. Schade fanden es manche, dass sie den Künstlern nicht bei der Arbeit auf der Empore zusehen konnten.
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