Böhmischer Abend in der O'Schnitthalle
Als Boje beim Marathon

Bei der Löffel-Polka ließen drei Burschen der Thanhauser Blasmusik das Besteck auf den krachledernen Hosenbeinen im Takt erklingen. Bild: bgm
Vermischtes
Püchersreuth
16.05.2016
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Neben einem Blasmusik-Potpourri bekamen die Musikliebhaber beim Böhmischen Abend auch einen Einblick in die sportlichen Ambitionen des Moderators Roland Heldwein.

Wurz. "Das Schöne ist, dass man da einfach mal wieder richtig gute Blasmusik hört", sagte Thomas Meiler zum zweiten Böhmischen Abend in der O'Schnitthalle. Der Wurzer verbringt die ganze Woche in München. Dort brauche man nur ins Hofbräuhaus zu gehen. Aber sonst höre man nirgends mehr Blasmusik, auf keinem Volksfest, beklagte Meiler, der selbst 15 Jahre lang bei den Neuhauser Boum musiziert hatte. An seiner Stelle wirkt jetzt Tochter Franziska mit. Seit März ist sie die Vorsitzende der Truppe, die mit 25 Mann starker Besetzung den einen Part des Böhmischen Abends übernahm.

"Es macht natürlich viel mehr Spaß, wenn man merkt, dass der Zuspruch da ist", freute sich Franziska Meiler über die im Vergleich zum vergangenen Jahr stark angewachsene Zuhörermenge. Mit gut 400 Gästen waren es doppelt so viele wie bei der Erstauflage, die mit "Aus Böhmen kommt die Musik", der "Löffel-Polka" oder "Pfeffer und Salz" einen gemütlichen Abend verbrachten. Auf der anderen Seite der Halle bezog die Thanhauser Blasmusik Stellung. Im Wechsel von je drei Stücken unterhielten die Musikanten die Gäste.

Die Moderatoren Roland Heldwein von den Thanhausern und Hans Spachtholz von den Neuhausern waren meist irgendwo dazwischen, wenn sie manch deftigen Witz vom Stapel ließen oder die nächsten Stücke ankündigten. Auch mit Selbstironie wussten sie zu glänzen, etwa wenn Heldwein, der sich als recht sportlich bezeichnete, von seiner Teilnahme am letzten Regensburg-Triathlon erzählte. Dort habe er beim Schwimmen als Boje mitgemacht.

"Man sieht, es gibt auch Anhänger, selbst wenn es ein bisschen verpönt ist, gerade bei den jungen Leuten", meinte Alois Bauer aus Plößberg, der sich als Volksmusikfreund für die Veranstaltung interessierte. "Es sind auch einige unbekannte Stücke dabei", sagte Berthold Dobner aus Neuhaus, dem es besonders der "Böhmerwald" von den Neuhausern angetan hatte.

"Wenn's nächstes Jahr wieder ist, dann komm ich auf jeden Fall wieder her", sagte Dobner bereits vor der Zugabe, bei der die beiden Gruppen zusammen den "Böhmischen Traum" anstimmten. Spätestens dann gab es kaum einen Zuhörer, der nicht im Takt mitklatschte und mit Zugaberufen seine Begeisterung ausdrückte.
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