In St. Matthäus Wurz steht Generalsanierung an
Viele versteckte Mängel

Der Pfarrkirche St. Matthäus steht eine Generalsanierung bevor. 1,6 Millionen Euro sind dafür kalkuliert. Bild: hfz
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Püchersreuth
24.08.2016
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Die Pfarrkirche St. Matthäus Wurz steht vor einer Generalsanierung - ein großes Thema für Kirchenverwaltung und Gottesdienstbesucher. Kirchenpfleger Hans Leipold und Architekt Josef Schöberl stellten das 1,6-Millionen-Euro-Projekt vor.

Wurz. Die Dorfmitte entwickelt sich zur Großbaustelle: Nicht nur das Gemeindehaus soll saniert werden, sondern auch die Kirche. Während das Gemeindehaus energetisch effizienter wird, sorgt St. Matthäus für einige Überraschungen. Architekt Schöberl aus Parkstein zeigte in einer Präsentation Schwachpunkte und Schadensbilder an der Kirche auf. Zwar seien keine größeren Bauschäden auf Anhieb erkennbar, jedoch machen eine Vielzahl von versteckten Mängeln Probleme. Deshalb betont Leipold, wie unumgänglich die umfassenden Arbeiten im Außen- und Innenbereich sind. Die Notwendigkeit wurde vor einigen Jahren durch einen "Erstbesuch" des Diözesanarchitekten Marc Hiller bestätigt.

Von Fundament bis Dach


Die ALS Statiker aus Amberg wiesen auf Komplikationen der Dachkonstruktion hin. Verstärkungen und statische Ertüchtigung des sehr leichten Dach-Tragwerks, das nach außen schiebt, sind unumgänglich. Die Folge: starke Risse im Mauerwerk über den Fensterbögen. Da das Dach teilweise undicht ist, soll es neu eingedeckt und eine Dachschalung angebracht werden. Zudem ist das Fundament nicht drainiert und befindet sich in einem maroden Zustand. Eine Trockenlegung ist notwendig.

Restauratoren stellten bei Untersuchungen am Außenputz Hohlstellen fest, die zu Putzabplatzungen führen können. Neben den Fenstern sollen auch die Eingangstüren fachgerecht repariert und überarbeitet werden. Ein behindertengerechter Zugang ist ebenfalls angedacht.

Schöberl machte zu den entsprechenden Schäden gleichzeitig Vorschläge zur Sanierung. Er wies darauf hin, wie wichtig der historische Hintergrund des Gotteshauses ist. Die Vorgängerkirche wurde nach dem Einsturz 1933 und dem anschließenden Komplett-Abbruch wieder errichtet und 1935 wieder eingeweiht. Die Nachfolgerkirche in der jetzigen Form erbaute der Baumeister und Architekt Heinrich Hauberrisser. Seine Schlichtheit und klare Formstärke seien kulturhistorisch, so Schöberl. In diesem Stil soll die Kirche wiederhergestellt werden.

Optionale Ideen für Innen


Auch die Innensanierung im zweiten Bauabschnitt erklärte Schöberl. Besonderes Augenmerk lege er auf die Neugestaltung der holzverkleideten Decken im Kirchenschiff und der Empore. Sie entsprächen in keinster Weise dem historischen Charakter der ursprünglichen Kirchen-Innenarchitektur. "Eine Rückführung in den ursprünglichen Zustand wäre wünschenswert", sagte Schöberl.

Neben einer Erneuerung der veraltenden Elektroinstallation soll auch eine zeitgemäße Heizung eingebaut werden. Für die neue Beleuchtungstechnik werden energetische Aspekte berücksichtigt. Beim gut erhaltenen Hochaltar, den zwei Seitenaltären und der Kanzel sind vor allem rein konservatorische Maßnahmen vorgesehen. Die Diözese schlägt die Neugestaltung des Altarraumes vor. Dafür wäre ein Künstlerwettbewerb auszuloben.

Wenn alle Maßnahmen umgesetzt werden, beläuft sich die Generalsanierung des Wurzer Gotteshauses auf 1,6 Millionen Euro. Die Diözese bezuschusst die Maßnahmen zu 45 Prozent. Zusätzlich erhofft sich die Kirchenverwaltung weitere Förderungen und Hilfe durch den Denkmalschutz, die bayerische Landesstiftung und den Bezirk Oberpfalz.

BaubeginnDie Generalsanierung der Wurzer Pfarrkirche gliedert sich in zwei Bauabschnitte:

Außensanierung: Fundament, Dach, Fenster und Mauerwerk des Gotteshauses werden saniert. Die Kosten dafür belaufen sich auf etwa 900 000 Euro. Baubeginn ist voraussichtlich im Frühjahr 2017.

Innensanierung: Neben der Installation von neuen Heizsystemen und automatischer Fensteröffnung, sollen die holzverkleidete Kirchendecke sowie der Altarraum neu gestaltet werden. Dafür sind circa 700 000 Euro einzuplanen. Im Anschluss an die Außenarbeiten ist von 2018 bis 2019 die Innensanierung geplant. (szl)
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